Clementine Henrietta von Rothschild

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Clementine Henrietta von Rothschild (geboren 14. Juni 1845 in Frankfurt; gestorben 18. Oktober 1865 in Baden-Baden) war ein Mitglied der Familie Rothschild. Sie starb nach langer Krankheit im Alter von nur 20 Jahren und zu ihrem Gedenken wurde ein Kinderkrankenhaus in Frankfurt gestiftet, das Clementinen-Kinderkrankenhaus.

Clementine Henrietta von Rothschild

Leben

Emma Louise und Clementine von Rothschild

Clementine Henrietta von Rothschild, von ihrer Familie Clemmie genannt, wurde am 18. Oktober 1865 in Frankfurt geboren. Sie war die Tochter von Mayer Carl von Rothschild und seiner Frau Louise von Rothschild und wurde als die hübscheste der Töchter beschrieben.[1] Beide Elternteile waren Enkel des Gründerpaares der Rothschilddynastie Mayer Amschel Rothschild und Gutle Rothschild, die beide noch in der Frankfurter Judengasse geboren wurden. Ihre Eltern gehörten zu den einflussreichsten Frankfurter Bürgern. Ihr Vater war Mitglied der Frankfurter Handelskammer und Mitbegründer der Frankfurter Bank, Konsul von Parma und Bayern und Generalkonsul von Österreich. Er gehörte 1866 der Delegation an, die mit Bismarck verhandelte, um günstigere Bedingungen für die Annexion der Freien Stadt Frankfurt durch Preußen zu erreichen. 1867 bis 1871 gehörte er der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung an und gleichzeitig dem Norddeutschen Reichstag. 1871 wurde er als erster Jude Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Ihre Mutter richtete während des Deutsch-Französischen Krieges ein Lazarett in der Frankfurter Hafenstraße ein, in dem sie sich gemeinsam mit ihren Töchtern um verwundete Soldaten kümmerte. Sie hatte sechs Schwestern, von denen einige in die unterschiedlichen Familienzweige der Rothschild heirateten, zwei heirateten christliche Adelige.

Clementine Henrietta von Rothschild starb nach langer Krankheit am 18. Oktober 1865 in Baden-Baden.

Werk

Relief von Clementine Henrietta von Rothschild

Ab einem Alter von 16 Jahren und bis zu ihrem Tod setzte sich Clementine Henrietta von Rothschild mit dem Judentum auseinander. Sie verfasste ein kleines Buch mit dem Titel „Briefe an eine christliche Freundin über die fundamentalen Wahrheiten des Judentums“. Nach ihrem Tod wurden diese religionsphilosophischen Texte 1867 und in einer weiteren Auflage 1883 veröffentlicht. Ihre in Briefen an eine vermutlich christliche Freundin Ellen formulierten Gedanken über das Judentum im jüdisch-christlichen Dialog verfasste sie unter dem Pseudonym „Esther Izates“. Dabei folgte sie dem liberalen Judentum ihrer Eltern und wurde, wie ihre Schwestern, vom Reformrabbiner Leopold Stein unterrichtet.[1]

Gedenken

Gebäude des Clementinen-Spitals um 1899

Ihre Mutter stiftete 1875 zu ihrem Gedenken das Clementinen-Kinderkrankenhaus in Frankfurt. Ursprünglich als Clementinen-Mädchen-Spital bot es Mädchen aller Konfessionen im Alter von 5 bis 15 Jahren kostenlose medizinische Versorgung. Weitere Familienmitglieder, vor allem ihre Schwester Emma Louise von Rothschild, wie auch weitere ihrer Schwestern unterstützten das Krankenhaus, sodass es die Inflationszeit überstand, bis es vom deutschen Frauenrotkreuz übernommen wurde. Das Gebäude wurde 1943 durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1974 fusionierte es mit der Dr. Christ’schen Stiftung. Es behielt dabei seine Eigenständigkeit und besteht noch heute als Clementinen-Kinderkrankenhaus.[1][2]

Commons: Clementine Henrietta von Rothschild – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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