Co-Pierre Georg

deutscher Ökonom und Physiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Co-Pierre Georg (bürgerlich Pierre Georg Georg; * 8. März 1982 in Wiesbaden) ist ein deutscher Ökonom. Er ist Professor of Practice in Digital Finance and Technology an der Frankfurt School of Finance & Management und Direktor des Frankfurt School Blockchain Center (FSBC).[1][2]

Werdegang

Georg wurde 1982 in Wiesbaden als Pierre Georg Georg geboren.[3] Er studierte von 2000 bis 2005 Physik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und schloss mit dem Diplom (Dipl.-Phys.) ab.[3][4] Seine Diplomarbeit Interferenzeffekte in Vektorboson-Fusion verfasste er am Institut für Theoretische Physik unter Betreuung von Dieter Zeppenfeld und behandelte ein Thema der Teilchenphysik im Umfeld des Large Hadron Collider.[5] Anschließend wechselte Georg in die Wirtschaftswissenschaften und wurde 2011 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreut von Markus Pasche und Andreas Freytag zum Dr. rer. pol. promoviert (summa cum laude) mit der Dissertation Systemic Risk in Interbank Markets.[3][4] Während der Promotionszeit war er 2011 Visiting PhD Student an der NYU Stern School of Business.[4] Von 2011 bis 2012 forschte er als Postdoktorand an der Universidad Carlos III de Madrid.[4] Er erhielt 2011 eines von fünf Lamfalussy Fellowships der Europäischen Zentralbank.[4]

Von Juni 2012 bis Juni 2021 war Georg Research Economist am Forschungszentrum der Deutschen Bundesbank, ab 2013 in Teilzeit.[4] Parallel war er ab 2013 an der University of Cape Town (UCT) tätig, zunächst als Lecturer, dann als Senior Lecturer und Associate Professor (mit Tenure, 2018).[4] Er hielt dort den South African Reserve Bank Research Chair in Financial Stability Studies (2019–2022) sowie den DSI/NRF Dual Research Chair in Blockchain Technologies (2023–2024) und gründete den MPhil in Financial Technology, den ersten Fintech-Masterstudiengang in Afrika, sowie das UCT Financial Innovation Hub,[4][6] wo er zeitweise als Direktor tätig war.[7] Von 2022 bis 2023 war Georg Associate Professor of Finance an der EDHEC Business School in Frankreich.[4]

Seit 2024 ist Georg Professor of Practice in Digital Finance and Technology an der Frankfurt School of Finance & Management und Direktor des Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) als Nachfolger von Philipp Sandner. Gastpositionen hatte Georg am Massachusetts Institute of Technology (Sloan, 2018–2019), an der Princeton University (Bendheim Center for Finance, 2014), der Columbia Business School (2016), der University of Oxford (Saïd, 2012–2013), der Universität Zürich (Informatik, 2024), der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (2022) und der HEC Paris (2018–2024) inne.[4] Er ist Research Associate am Oxford Martin School for the 21st Century und am Center for Global Legal Transformation der Columbia University.[4]

Forschung

Georgs Forschungsschwerpunkte umfassen Finanznetzwerke, systemisches Risiko, Blockchain-Technologie, digitale Zentralbankwährungen (CBDCs), Privacy in verteilten Systemen und Cybersicherheit.[1]

Politisches Wirken

Georg sprach sich gegen die einjährige Haltefrist aus, nach der Veräußerungsgewinne aus Kryptowährungen in Deutschland steuerfrei sind.[8][9] Er ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und war dort 2008 und 2009 Teil des Thüringer Landesvorstandes.[10][11]

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

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