Cocorico (Magazin)
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Geschichte
Der Maler Paul-Émile Boutigny brachte mit Cocorico am 31. Dezember 1898 die nach eigenen Worten „künstlerischste und literarischste Humorzeitschrift“ auf den Markt.[1] Cocorico sollte dem Publikum den Jugendstil zu einem erschwinglichen Preis näherbringen. Es enthielt nicht nur Originalbilder, sondern auch Texte von Schriftstellern und Karikaturen.
Technisch gesehen handelt es sich bei den Titelbildern um hochwertige Chromolithografien. Der Innenteil wurde zunächst in Schwarz-Weiß gedruckt. Nach und nach wuchs der Umfang der Zeitschrift, die anfangs 8 Seiten umfasste, auf 12 Seiten an, bei reichhaltiger Werbung sogar auf 14 Seiten. Ab März 1899[2] tauchte der Zweifarbdruck auf zwei bis vier Seiten auf, dann erschien das Heft ab Januar 1900[3] in Farbe. Boutigny arbeitete mit der Druckerei Champenois zusammen, die von einigen der besten Plakatkünstler und Lithografen frequentiert wurde.
Das Abonnement kostete 7 Francs pro Jahr und 24 Ausgaben und wurde durch verschiedene Prämien ergänzt, die von Druckgrafiken über von Alfons Mucha signierte Kunstpostkarten bis hin zu Artikeln zu günstigen Preisen reichten, wie beispielsweise eine Kamera gegen einen Aufpreis von einem Franc auf das Abonnement, einen kleinen Plattenspieler oder eine „Vase im modernen Stil“.[1] Im November 1901 übernahm Louis Geisler[4] die Leitung[5] und stellte das Druckverfahren auf Heliogravüre um.[6] Die Zeitschrift wurde 1902 eingestellt.
Mitarbeiter und Stil
Die Zahl der Künstler, die an Cocorico mitgewirkt haben, ist sehr groß; ihre Beiträge reichen von farbigen Sonderbildern bis hin zu einfachen, mit Bildunterschriften versehenen Zeichnungen. Der wichtigste Mitarbeiter war Mucha, der allein mehrere Ausgaben (darunter die vorletzte) gestaltete und die Vignette auf der Titelseite signierte. Die Titelseite waren innovativ und abwechslungsreich in einem Stil gestaltet, der von der deutschen Zeitschrift Jugend inspiriert war. Beispielhaft ist das Titelblatt der Ausgabe Nr. 42, das einen von Mucha signierten, aber von Léon Ruffe ausgeführten Holzschnitt zeigt.[7]
Unter anderem arbeiteten neben Boutigny und Mucha auch George Auriol, Antoine Calbet, Jules Chéret, Adolphe Cossard[8], Georges de Feure, Francesco Giambaldi, Jules-Alexandre Grün, Paul César Helleu, Paul Iribe, Pierre-Georges Jeanniot, František Kupka, Charles Lucien Léandre, Arthur Michael[9], Henri Rivière, Manuel Robbe, Théophile-Alexandre Steinlen, Jacques Villon, David Widhopff und Adolphe Willette für die Zeitschrift.
- Mucha 1898
- Michael 1899
- Cossard 1900
- Giambaldi 1901
Weblinks
- Cocorico. In: archive.org. (französisch).
- Cocorico. In: Christian Richet. (französisch).
- Angaben zu Cocorico in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
