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Columbia-Plateau-Seidentaschenmaus

Art der Gattung Perognathus From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Columbia-Plateau-Seidentaschenmaus (Perognathus parvus) ist ein auf dem Columbia Plateau in den Vereinigten Staaten und in angrenzenden Gebieten von Kanada verbreitetes Nagetier in der Gattung der Seiden-Taschenmäuse. Das Typusexemplar wurde im Wasco County im Bundesstaat Oregon gefunden.[1] Laut genetischen Studien bildet sie mit der Weißohr-Taschenmaus und der Großes-Becken-Taschenmaus (Perognathus mollipilosus) eine Entwicklungslinie. Die zuletzt genannte Art wurde erst im Jahr 2014 von dieser Art abgetrennt. In älteren Werken kommt deshalb der deutsche Trivialname Großes-Becken-Taschenmaus für Perognathus parvus vor.[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Columbia-Plateau-Seidentaschenmaus

Mit einem Ohrring markierte Columbia-Plateau-Seidentaschenmaus

Systematik
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Überfamilie: Taschennager (Geomyoidea)
Familie: Taschenmäuse (Heteromyidae)
Gattung: Seiden-Taschenmäuse (Perognathus)
Art: Columbia-Plateau-Seidentaschenmaus
Wissenschaftlicher Name
Perognathus parvus
(Peale, 1848)
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Verbreitung
Verbreitungsgebiete der Columbia-Plateau-Seidentaschenmaus und der Großes-Becken-Taschenmaus zusammengelegt

Unterarten und Verbreitung

Es werden fünf Unterarten unterschieden[2]:

  • P. p. parvus, im Südosten von Washington, in zentralen und südöstlichen Bereichen von Oregon, im Südwesten von Idaho und im Nordwesten von Nevada.
  • P. p. columbianus, im Zentrum von Washington.
  • P. p. laingi, im Okanagan Highland, das bis Kanada reicht.
  • P. p. lordi, westlich des Okanagan Highland in British Columbia, Washington und Idaho.
  • P. p. yakimensis, im südzentralen Washington.

Die Zugehörigkeit der anhand des Karyotyps zur Großes-Becken-Taschenmaus gerechneten Unterarten P. m. clarus und P. m. idahoensis im Snake River Plain sollte noch einmal geprüft werden. Ansonsten gibt es zwischen den beiden Arten nur einen kleinen Überlappungsbereich im nordzentralen Oregon. Die Trennung der Arten erfolgte vor etwa 11 Millionen Jahren.[2]

Merkmale

Aufgrund der erst kürzlich erfolgten Aufteilung der Art gibt es keine eindeutigen Körpermaße, die für Perognathus parvus gelten. Die Art ist jedoch gegenüber anderen Gattungsmitgliedern groß. Kennzeichnend ist ein weiches Fell ohne Borsten oder Stacheln oberseits. Der Schwanz trägt keine Quaste, jedoch bilden kurze dunkle Haare am Ende einen Saum. Der vorhandene gebogene Antitragus im Ohr ist für andere Seiden-Taschenmäuse ungewöhnlich. Im Ohr kommen feine weiße oder gelbliche Haare vor. Oberseits ist ockerfarbenes bis gelbbraunes Fell vorhanden mit einzelnen schwarzen Deckhaaren. Die Trennungslinie zur weißen Unterseite ist schmal. Die Schwanzlänge entspricht etwa der Kopf-Rumpf-Länge. Er besitzt eine dunkle Oberseite und eine helle Unterseite. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 54 Chromosomen (2n=54). Die gleichfalls im Bundesstaat Oregon verbreitete Kleine Taschenmaus (Perognathus longimembris) ist deutlich kleiner. Sie hat außerdem einen geraden Antitragus und keinen Haarsaum an der Schwanzspitze. Andere Taschenmäuse sind in der Region nicht verbreitet, jedoch andere Taschennager, wie die Ord-Kängururatte und die Dunkle Kängurumaus, die durch ihre langen Hinterbeine abweichen.[2]

Lebensweise

Das nachtaktive Tier hält sich auf dem Boden auf. Es gräbt einen Hauptbau im Bereich einer Strauchwurzel mit einer Nestkammer, Vorratslagern und mehreren Gängen. Zusätzlich werden einfache Bau als kurzzeitiges Versteck angelegt. Am Morgen werden die Eingänge des bewohnten Baus verstöpselt. Als Habitat dienen Halbwüsten, Buschflächen und offene Wälder mit Kiefern. Weiterhin sind Eiben und Pflanzen der Gattung Artemisia häufig vertreten. Bei ungünstigem Wetter oder bei Nahrungsmangel nimmt die Taschenmaus einen torpiden Zustand ein. Im Winter dauern diese Zustände länger, mit kurzen wachen Phasen, in denen Nahrungsvorräte gefressen werden.[2]

Die Nahrung besteht vorwiegend aus Samen von Sträuchern, Kräutern und Gräsern. Diese werden mit grünen Pflanzenteilen und Insekten komplettiert. Der Anteil von Insekten ist vor allem im Frühjahr hoch, wenn es noch keine Samen gibt. Wie bei anderen Taschenmäusen wird die Nahrung mit Hilfe der innen fellbesetzten Backentaschen zum Bau transportiert. Meist entsprechen die vollen Backentaschen einer notwendigen Tagesration an Nahrung. Flüssigkeit wird aus der Nahrung entnommen oder entsteht beim Verdauungsprozess. Innerhalb der Fortpflanzungszeit, die im April oder Mai beginnt und im Herbst endet, kommen ein bis zwei Würfe vor. In trockenen Jahren kann die Paarung ausbleiben. Nach 21 bis 28 Tagen Trächtigkeit enthält ein Wurf meist 4 oder 5 und bis zu 8 Neugeborene. Im Frühjahr geborene Weibchen können schon im Herbst einen eigenen Wurf haben.[2]

Gefährdung

Die IUCN hat bei der Beurteilung des Gefährdungsgrades noch keine Teilung in zwei Arten vorgenommen. Sie sieht für alle Populationen keine Bedrohungen und listet alle zusammen als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

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