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Communio (Liturgie)

Gesang zur Kommunion From Wikipedia, the free encyclopedia

Communio bezeichnet in der Liturgie der lateinischen Kirche den Gesang zur Kommunion. Dieser war ursprünglich ein antiphonaler Gesang, bestehend aus einer Antiphon und einem passenden Psalm. Heute wird oft nur die Antiphon ohne den Psalm gesungen (Antiphona ad communionem).

Die Communio gehört zum Proprium, also zu den nach der Zeit des Kirchenjahres bzw. dem jeweiligen Gedenktag wechselnden Teilen der Liturgie. Häufig greift sie einen Vers aus dem Tagesevangelium auf.

Geschichte

Die Communio ist der älteste der drei antiphonalen Gesänge des Propriums der Messe neben Introitus und Offertorium. Ein erster Begleitgesang zur Kommunionspendung ist seit dem 4. Jahrhundert bekannt, anfangs noch als responsorialer Gesang, bei dem die ganze Gemeinde auf von der Schola gesungene Psalmverse mit einem gleichbleibenden Kehrvers antwortete; zeitweilig fand der Wechselgesang zwischen der Schola und den Subdiakonen anstelle der Gemeinde statt. Häufig waren es die Psalmen 145 (144) mit dem Kehrvers „Aller Augen warten auf dich und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit“ (Vers 15) oder Psalm 34 (33) mit Vers 9: „Kostet und seht, wie gut der Herr ist.“ Die Liturgie der Osternacht enthält keine Communio; Jungmann führt dies darauf zurück, dass zur Zeit der Einführung der Communio in die Liturgie der Ablauf der Osternacht bereits weitgehend feststand.[1]

Im Mittelalter fiel der Psalm weg, die Communio reduzierte sich auf die Antiphon. Eine Ursache ist darin zu sehen, dass die Häufigkeit des Kommunionempfangs der Gläubigen auf wenige Male oder nur einmal im Jahr zurückging, so dass kein Begleitgesang mehr erforderlich war. Die Communio wurde daher bis zur Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil vom Priester leise rezitiert.[2]

Verschiedene Konfessionen

Römisch-katholische Kirche

Bei der Feier der Gemeindemesse soll der Gesang zur Kommunion beginnen, wenn der Priester kommuniziert, und fortgesetzt werden, solange die Spendung an die Gemeinde dauert. Sinn des Gesangs ist es, „die geistliche Gemeinschaft der Kommunizierenden im einheitlichen Zusammenklang der Stimmen zum Ausdruck zu bringen, die Herzensfreude zu zeigen und den Gemeinschaftscharakter der Prozession zum Empfang der Eucharistie deutlicher sichtbar zu machen“.

Als geeignete Texte für den Gesang zur Kommunion gelten weiterhin die lateinischen Antiphonen, die als Communiones bei den gregorianischen Gesängen des Propriums im Graduale Romanum oder Graduale Novum enthalten sind, entweder mit oder ohne Psalm. Sie können von einer Schola vorgetragen oder im Wechsel mit der Gemeinde gesungen werden. Auch deutsche Fassungen von Antiphon und Psalm sind möglich, gegebenenfalls auch ein Kirchenlied. Wenn nicht gesungen wird, kann der im Messbuch angegebene „Kommunionvers“ vom Priester, den Gläubigen, von einem Teil der Gläubigen oder vom Lektor gesprochen werden.

Nach Ende der Kommunionspendung ist eine Zeit der Stille vorgesehen, dann kann ein Psalm, ein Loblied oder ein Hymnus gesungen werden.[3]

Luthertum

In der lutherischen Liturgie entwickelte sich aus der Bezeichnung Communio die Musica sub communione, zu der auch Choräle und freie Vertonungen von Andachtstexten gehören können.

Orthodoxie

In der Orthodoxen Liturgie wird der Gesang als koinonikon (griechisch κοινωνικόν) bezeichnet.

Literatur

  • Adolf Adam/Rupert Berger: Pastoralliturgisches Handlexikon. Freiburg: Herder 1990, s. v. Kommuniongesang, S. 270 f.

Einzelnachweise

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