Rechnergestützte Entwicklung

Rechner-Unterstützung von Arbeitsprozessen in der Technik From Wikipedia, the free encyclopedia

Unter rechnergestützter Entwicklung (englisch Computer-Aided Engineering (CAE)) versteht man eine Vielzahl von Methoden und Verfahren, die seit ca. den 1970er Jahren mit der Verbreitung von Computern und Software genutzt werden. Zeitgleich haben sich Computernetzwerke und digitalen Speichermedien entwickelt, die diese Entwicklungen erst ermöglicht haben. Die Grundlage bildet dabei die Elektronische Datenverarbeitung (EDV). Dabei spielt das massenhafte Verfügbarwerden der Geräte in Unternehmen und Instituten eine entscheidende Rolle. Im gleichen Zuge haben sich auch andere Technologien durch rechnergestützte Verfahren und Geräte verändert, z. B. die Messtechnik oder Automatisierungstechnik.

Visualisierung der Strömungsfeldinteraktion zwischen Rakete und Brilliant Antiarmor (BAT)-Submunition am Major Shared Resource Center/Scientific Visualization Laboratory des US Army Research Laboratory in Aberdeen. (1998)

Die rechnergestützter Entwicklung hat ältere Konstruktionsabteilungen (vgl. auch Technisches Zeichnen) größtenteils abgelöst. In gleichem Maße werden Computer auch für die Forschung genutzt. Dabei spricht man jedoch kaum von rechnergestützter Forschung, sondern spricht eher von Modellierung und Simulation oder Computersimulation. Beides wird innerhalb von Forschung und Entwicklung genutzt.

Für all diese Anwendungen kamen zunächst dedizierte Workstations, beispielsweise von Sun Microsystems oder Silicon Graphics, in Frage, später dann massenhaft Computer (PCs, Desktop-PCs oder Notebooks). In großen Einrichtungen finden sich auch heute noch Mainframes, Cluster oder Supercomputer.

Eine rechnergestützte Entwicklung wird von geeigneten (modernen) Entwicklungsmethoden wie dem Systems Engineering, Software Engineering und Hardwaredesign (Mechanik und Elektrik/Elektronik) begleitet. Diese ermöglichen die Lösung komplexer Probleme und die Herstellung neuer Systeme und Produkte.[1]

Geschichte

Ein Blick in ein ehemaliges Konstruktionsbüro in Ungarn vor dem Aufkommen rechnergestützter Entwicklung und der entsprechenden Methoden und Verfahren, die Computer und Anwendersoftware nutzen. (1951)

Das Thema rechnergestützter Entwicklung wurde zunächst pauschal als Computer-Aided Design (CAD) um die 1990er Jahre bekannt.[2][3][4] Beinahe zeitgleich entstand der Begriff Computer-Aided Engineering (CAE).[5] Während der erste Begriff heute vornehmlich für die Konstruktion von Mechanik und Geräten verwendet wird, ist der zweite weiter gefasst und betrifft alle Entwicklungen aus den Ingenieurwissenschaften, die Computer und Software nutzen.

Einige dieser Entwicklungen gehen auf die Wehrtechnik zurück. Für Berechnungen wurde stets Rechenleistung beansprucht. Die ersten für militärische Zwecke gebauten Rechenmaschinen stammen aus den 1940er Jahren, darunter der ENIAC und seine Nachfolger. Der Torpedovorhaltrechner war hingegen eine auf ihren Einsatzzweck spezialisierte Rechenmaschine, nicht jedoch für die Entwicklung.

Die Software oder computerbasierten Anwendungen in der rechnergestützter Entwicklung sind in der Regel hochspezialisiert für ihren Aufgabenbereich, beispielsweise für das Elektronikdesign von integrierten Schaltungen (ICs) mit Programmen wie vom Mentor Graphics. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung zur Simulation, wie im Falle von Matlab oder Simulink und anderen Produkten. Die Entwicklung von Elektronik und Mikroelektronik, z. B. ICs oder Radio-Chips[6], ist unter dem Fachbegriff Electronic Design Automation (EDA) bekannt.

Teilgebiete

Die folgenden Themen (Auswahl) werden pauschal zur rechnergestützte Entwicklung gezählt:

Fachgebiete

Spezielle und verwandte Teilgebiete

Simulation

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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