Wikiwand AI

Concussion – Leichte Erschütterung

Film von Stacie Passon (2013) From Wikipedia, the free encyclopedia

Concussion – Leichte Erschütterung (Originaltitel Concussion) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2013. In diesem geht es um eine lesbische Frau, die nach einer Gehirnerschütterung beginnt, ihr Leben zu überdenken, weswegen sie zunehmend von ihrem monotonen Alltag genervt ist. Aus diesem Grund beschließt sie, in einem Loft Sextreffen mit Fremden zu haben.

TitelConcussion – Leichte Erschütterung
OriginaltitelConcussion
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Concussion – Leichte Erschütterung
Originaltitel Concussion
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Stacie Passon
Drehbuch Stacie Passon
Produktion Cliff Chenfeld,
Anthony Cupo,
Rose Troche
Musik Barb Morrison
Kamera David Kruta
Schnitt Anthony Cupo
Besetzung
  • Robin Weigert: Abby Ableman / Eleanor
  • Maggie Siff: Sam Bennet / Nummer 6
  • Julie Fain Lawrence: Kate Ableman
  • Johnathan Tchaikovsky: Justin Myers
  • Janel Moloney: Pru
  • Funda Duval: Sarah
  • Claudine Ohayon: Lisa
  • Emily Kinney: The Girl
  • Maren Shapero: Mayer Ableman
  • Micah Shapero: Jake Ableman
  • Ben Shenkman: Graham Bennet
  • Daniel London: Evan
  • Anthony Cupo: Walter
  • Judd Harner: Clark
  • Kate Rogal: Gretchen
  • Anna George: Dr. Jofar
  • Daria Rae Feneis: Nummer 1
  • Tracee Chimo: Nummer 2
  • Laila Robins: Nummer 3
  • Mimi Ferraro: Nummer 4
  • Erika Latta: Nummer 5
  • Cleo Gray: Nummer 7
Schließen

Das Spielfilmdebüt der Regisseurin und Produzentin Stacie Passon feierte am 19. Januar 2013 auf dem Sundance Film Festival seine Premiere und war danach auf weiteren nationalen sowie internationalen Filmfestivals zu sehen, unter anderem der Berlinale. In den Vereinigten Staaten kam die Produktion ab dem 4. Oktober in einige limitierte Kinos; der deutsche Kinostart folgte am 5. Dezember.

Handlung

Die 42-jährige Abby arbeitet als Innenarchitektin und ist eigentlich mit ihrer Ehefrau Kate, einer Anwältin, sowie den gemeinsamen Kindern Jake und Mayer glücklich. Eines Tages verletzt sie Jake versehentlich mit seinem Baseballschläger am Kopf, worauf sie von Kate ins Krankenhaus gebracht wird. Dort wird bei Abby eine Gehirnerschütterung festgestellt, die in den Tagen darauf unter Benommenheit leidet und anfängt, über ihre private Monotonie zu sinnieren. Ihre Frustration über ihren langweiligen Alltag beginnt sich zu verstärken, als Kate während des Geschlechtsverkehrs auf ihr einschläft.

Nachdem auch eine Prostituierte Abby nicht befriedigen kann, beschließt sie, mit Gretchen zu schlafen, einer Bekannten ihres Angestellten Justin. Nach dem Sex erzählt Gretchen, durch lose Sexualkontakte mit Fremden ihr Studium zu finanzieren. Abby beschließt daraufhin, mit anderen Frauen gegen Bezahlung Geschlechtsverkehr zu haben, der als willkommene Abwechslung in ihrem routinierten Leben dienen soll. Justin vermittelt ihr deswegen seine Freundin, die sich nur „The Girl“ nennt und einverstanden ist, Interessierte gegen eine geringe Gebühr Abby vorzustellen. Diese legt sich zu diesem Zweck den Decknamen Eleanor zu und trifft sich vorsichtshalber mit jeder Frau vorher in einem Café. Wenn Abby ihr vertraut, haben sie anschließend Sex in Abbys neuem Loft.

Abby hat bald mehrere Sexualbekanntschaften, die sie nie nach deren Namen fragt, sondern Nummern gibt. Eine der Frauen kennt sie jedoch bereits aus der Nachbarschaft sowie ihrem Indoorcycling-Kurs. Wie Abby ist Sam wohlhabend und führt ein glückliches Familienleben, empfindet aber eine innere Leere. Abby fühlt sich bald zu Sam hingezogen und spielt mit dem Gedanken, eine ernsthafte Beziehung mit ihr anzufangen. Kurz darauf will Abby mit Kate schlafen, allerdings ist sie ihrer Ehefrau zu grob. Danach bespricht Abby mit Justin, welche der Frauen ihre Stammkundinnen werden sollen. Als Justin sie fragt, ob sie ihr Leben wirklich auf diese Art weiterführen will, reagiert Abby verunsichert, trifft sich mit The Girl im Café und verfügt, Justin nicht mehr am Geschäft teilhaben zu lassen.

Einige Tage später versäumt Abby nach einem erneuten Treffen, ihre Kinder von der Schule abzuholen, was zu einem Streit mit Kate führt. Als Abby, Kate und Justin kurz darauf einen von Kates Klienten durch das Loft führen, dem sie es zum Kauf anbietet, täuscht Abby Gleichgültigkeit vor, während Justin ihm zum Erwerb rät. Am selben Abend sieht Abby beim Einkaufen Sam und deren Ehemann Graham. Sie beobachtet die beiden zunächst aus der Ferne, danach sucht sie das Gespräch, stellt sich ihm vor und verlässt nach einer unangenehmen Unterhaltung mit Sam überstürzt den Laden.

Tags darauf schöpft Kate Verdacht, weswegen sie ins Loft geht, wo Abby nach einem Treffen nackt schläft. Als diese nach Hause geht und mit einem Kunden telefoniert, fährt Kate unvermittelt mit dem Familienauto weg. Kate versucht erfolglos, den Wagen einzuholen, und begegnet stattdessen Sam. Während ihrer Konfrontation kommen beide zum Schluss, nicht wirklich etwas füreinander zu empfinden, sondern nur ihre alltagsbedingte Langeweile gemeinsam zu haben. Als Kate schließlich heimkommt, fragt Abby sie, warum sie nie Lust auf Sex zu haben scheint. Kate gesteht ihr, mit niemandem schlafen zu wollen.

Schließlich verkauft Abby das Loft und kehrt in ihren Monotonie zurück. Während ihres Indoorcycling-Kurses unterhält sie sich mit ihrer Freundin Pru über fällige Renovierungsarbeiten an ihrem Haus, ihren Wunsch nach einem neuen Loft sowie den bevorstehenden Familienurlaub nach Argentinien. Als Pru fragt, was sie wirklich will, antwortet Abby, einen Kurs in Bikram-Yoga belegen zu werden, was Sam ihr gegenüber einmal erwähnte.

Produktion und Veröffentlichung

Stacie Passon arbeitete bis zum Dreh von Concussion als Produzentin und Regisseurin im Werbebereich. Eines Tages schlug ihr achtjähriger Sohn ihr beim Baseballspielen versehentlich den Ball an den Kopf. Zur Genesung blieb Passon einige Monate lang zu Hause bei ihrer Ehefrau und den gemeinsamen Kindern, wobei sie laut eigener Aussage ihre Zeit damit verbrachte, alte Briefe und Fotos anzusehen. Sie habe daraufhin unter einer Midlife-Crisis gelitten, die sie überwunden habe, indem sie sich ihre Identität „in Erinnerung rief“ und so wieder erlangte. Diese Erfahrung inspirierte sie dazu, ein halbautobiografisches Drehbuch zu verfassen, das auch gleichzeitig ihr Spielfilmdebüt darstellte.[2]

Passon verwendete für ihren Film ein sehr niedriges Budget, so fanden beispielsweise die Dreharbeiten unter anderem in Häusern von Freunden sowie der Schule ihrer Kinder statt. Für die Rollen Kate und Lisa verpflichtete Passon Julie Fain Lawrence und Claudine Ohayon, die ihrem Freundeskreis angehörten. Nach dem Ende des Drehs reichte Passon die Produktion bei mehreren Festivals ein, wobei das Sundance Film Festival Concussion schließlich in sein Programm aufnahm. Da der Film beim Publikum gut ankam, erwarb Radius, eine Tochtergesellschaft der The Weinstein Company, die Verleihrechte für den US-amerikanischen Markt. Daraufhin kam er in einige limitierte Kinos in den Vereinigten Staaten und wurde dort später als Video-on-Demand veröffentlicht.[2]

Nach der Uraufführung auf dem Sundance Film Festival war Concussion auf weiteren Filmfestivals im US-amerikanischen In- und Ausland zu sehen, unter anderem bei der Berlinale in der Sektion Panorama,[3] dem Frameline Filmfestival,[4] dem Internationales Filmfestival Karlovy Vary[5] sowie dem Outfest.[6]

Rezeption

Für Birgit Roschy von Epd Film sei der Film zwar vorhersehbar, steche allerdings sowohl durch den „undramatischen“ Höhepunkt der Ehekrise als auch die Tatsache hervor, dass die Homosexualität der Protagonistin nicht weiter hervorgehoben wird. Die Produktion sei durchdacht und habe durchaus humorvolle Momente, wirke aber dennoch etwas zu ernst und prüde. Letztlich laute die Botschaft von Concussion, dass auch im Film homosexuelle Beziehungen „nichts mehr Schrilles“ seien.[7] Björn Becher von Filmstarts nannte Concussion eine gute Produktion, weil Passon immer den richtigen Ton finde und sich gekonnt über das „Vorstadt-Hausfrauen-Leben“ lustig mache. Die Entwicklungen der Hauptfigur gingen zwar „etwas zu schnell“ voran und seien klischeebelastet, wirkten aber trotz der geerdeten und subtilen Robin Weigert trotzdem glaubwürdig. Letztlich sei der Film trotz der „etwas simpel-übereilten Entwicklung der Geschichte ungemein sehenswert“.[8] Esther Buss befand im Filmdienst, dass der Film ein „ambitioniertes, mit Sinn für Humor inszeniertes“ Drama sei und ein „neues Kapitel“ im queeren Kino aufschlage. Zudem gelinge der Produktion dank eines genauen Blicks auf das soziale Miteinander der Figuren auch eine „scharfsinnige Abhandlung des Vorstadtmilieus“.[9]

Rob Nelson kritisierte den Film in der Variety, da Stacie Passons vorherige Tätigkeit in der Werbebranche deutlich sichtbar werde. Die Sexszenen seien nicht erotisch, sondern „blumig“ und wirkten wie „Werbespots für Bettlaken“, auch würden die Figuren kaum beleuchtet. Nur Weigert sei in ihrer Rolle gut und „bleibe auch in dümmlichen Szenen eine intelligente Leinwandpräsenz“.[10] Für Nichols Rapold von der The New York Times ähnle die Produktion zu sehr Vorgängerfilmen über Vorstadtfrauen, die aufgrund ihres routinierten Alltags Affären anfangen. Bis auf Weigert, die Abbys Gefühlswelt greifbar mache, seien die anderen Figuren zu eindimensional, beispielsweise Robin nichts anderes als eine „vielbeschäftigte, gleichgültige Ehefrau“. Viele der Dialoge endeten zwar mit „scharfsinnigen Wendungen“, die betreffenden Szenen wirkten dafür oft „unausgereift“. Letztendlich umgehe Passon häufig die Antworten auf von ihr angedeutete, große Lebensfragen.[11] Charlotte O’Sullivan schrieb in der Evening Standard, dass Concussion einerseits schwer verdaulich sei, Weigerts Spiel ihn allerdings auch nachvollziehbar mache. Zudem stelle die Produktion eine Satire über den Alltag von unzufriedenen Personen dar und nicht, wie oft behauptet werde, eine „Werbung für Edelprostitution“ oder eine „Fetischisierung vom Oberschichten-Lebensstil“.[12]

Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl)

Gotham Award
  • Gotham Award 2012[13]
  • Auszeichnung: Spotlight on Women Filmmakers „Live the Dream“ Grant (Filmstipendium für Regisseurinnen)
  • Gotham Award 2013[14]

Frameline Filmfestival 2013[15]

  • Spezielle Erwähnung in der Sektion Bester Erstlingsfilm

Internationales Filmfestival von Stockholm 2013[16]

  • Nominierung: Bronzenes Pferd für den Besten Film

Internationale Filmfestspiele Berlin 2013[17]

Seattle International Film Festival 2013[18]

  • Nominierung: Golden Space Needle in der Kategorie Beste Darstellerin, für Robin Weigert

Sundance Film Festival 2013[19]

  • Nominierung: Großer Preis der Jury in der Sektion Drama

GLAAD Media Award 2014[20]

  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Spielfilm – Limited Release

Independent Spirit Award 2014[21]

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks