Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Film von Michael Chaves (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Conjuring 4: Das letzte Kapitel (Originaltitel: The Conjuring: Last Rites) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm, der am 4. September 2025 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos kam. Es handelt sich um eine Fortsetzung zu Conjuring 3: Im Bann des Teufels aus dem Jahr 2021 und um den insgesamt zehnten Spielfilm innerhalb des Conjuring-Universums. Die Hauptrollen der Dämonologen Ed und Lorraine Warren übernahmen erneut Patrick Wilson und Vera Farmiga.

TitelConjuring 4: Das letzte Kapitel
OriginaltitelThe Conjuring: Last Rites
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Conjuring 4: Das letzte Kapitel
Originaltitel The Conjuring: Last Rites
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Michael Chaves
Drehbuch David Leslie Johnson-McGoldrick,
Ian Goldberg,
Richard Naing
Produktion James Wan,
Peter Safran
Musik Benjamin Wallfisch
Kamera Eli Born
Schnitt Elliot Greenberg
Gregory Plotkin
Besetzung
Synchronisation
Chronologie
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Handlung

1964: Bei der Untersuchung eines Falles berührt die schwangere Lorraine Warren einen Standspiegel, dessen Besitzer sich erhängt hat. Der daran haftende Dämon löst frühzeitige Wehen aus. Im Krankenhaus wird das Baby Judy zuerst tot geboren, beginnt dann aber nach einer Minute, in der Lorraine Gott anfleht, ihr ihre Tochter nicht zu nehmen, doch zu atmen. Als Kind zeigt Judy, dass sie übernatürliche Visionen hat, die ihr Angst machen. Lorraine bringt ihr einen Kinderreim bei, mit dem sie diese „ausschließen“ könne.

1986: In West Pittston, Pennsylvania, lebt die Familie Smurl, bestehend aus zwei Großeltern, den Eltern Janet und Jack, den zwei Teenager­töchtern Dawn und Heather und zwei kleineren Zwillingstöchtern. Zur Firmung von Heather schenken die Großeltern ihr eben jenen Standspiegel, den sie auf dem Flohmarkt erworben haben. Nach ersten merkwürdigen Vorfällen stellen Heather und Dawn den Spiegel heimlich zum Sperrmüll. Im selben Moment, als er am Morgen im Müllcontainer in Scherben zerdrückt wird, spuckt Dawn plötzlich Blut und Glas. Während die Vorfälle für die Familie gefährlicher werden, finden sie keine Hilfe von der Kirche, die eindeutige Beweise braucht. Auch können sie sich nicht leisten, zu acht umzuziehen. Stattdessen geht die Familie an die Presse, um potentielle Experten zu finden, löst so aber nur eine Belagerung der Nachbarschaft durch die Medien aus.

Die Warrens untersuchen wegen Eds schwachen Herzens eigentlich keine Fälle mehr und geben nur noch Vorlesungen, die aber kaum auf Interesse stoßen. Zu Eds Geburtstag bringt Judy ihren Freund Tony mit, der dort in ihrer Abwesenheit Ed und Lorraine um den Segen bittet, sie heiraten zu dürfen. Da Judy überraschend dazukommt und den Ring sieht, muss Ed der Verlobung widerwillig zustimmen. Pater Gordon, der den Warrens öfter bei Fällen geholfen hat, spricht sie darauf an, dass immer noch Familien um ihre Hilfe bitten. Er fährt alleine und privat zur Smurl-Familie, in deren Haus er eine Präsenz spürt, wodurch er glaubt, die Kirche überzeugen zu können. Doch im Wartezimmer vor dem Büro eines Bischofs hat er eine übernatürliche Vision, die ihn dazu bringt, sich am Treppenhaus zu erhängen.

Auf Pater Gordons Beerdigung hat Judy eine Vision seines Todes, als sie den Sarg berührt. Daraufhin fährt sie zunächst allein zu den Smurls, gefolgt von ihren Eltern und Tony, die sie eigentlich nur abholen wollen. Judy kann ihre Eltern allerdings von einem Verbleib überzeugen, weil die Smurl-Familie ihre Hilfe brauche. Durch weitere Vorfälle findet Lorraine heraus, dass sich drei Geister im Haus befinden, die aber von etwas anderem, Böseren benutzt werden. Judy findet auf dem Dachboden den Standspiegel und Lorraine erkennt, dass es dem Dämon immer nur um Judy ging. Ed und Jack Smurl wollen den Spiegel wegtragen, damit Tony ihn zum Warren-Haus fahren kann, was jedoch scheitert. Judy wird von dem Dämon besessen und, während die Geister ihre Familie beschäftigen, dazu gebracht, sich im Dachboden aufzuhängen, doch Ed kann das Seil rechtzeitig losschneiden. Nachdem die Smurls das Haus verlassen haben, greift der Spiegel die Warrens an. Während er auf Tony presst und Ed wiederum versucht, mit der Bibel den Dämon auszutreiben, erkennt Lorraine, dass sie Judy nicht mehr dazu bringen darf, wegzusehen und ihre Visionen auszuschließen, sondern sich ihnen stellen und kämpfen muss. Zu dritt besiegen die Warrens den Dämon und reinigen so das Haus.

Später sperren Ed und Tony den Spiegel im Keller des Warren-Hauses ein. Schließlich findet die Hochzeit von Judy und Tony statt, auf der auch einige der frühen Klienten der Warrens zu Gast sind. Lorraine erzählt Ed, dass sie eine Vision ihrer Zukunft hatte, in der sie zusammen alt wurden, weiterhin Familien telefonisch halfen und ein Buch über ihr Leben geschrieben haben.

Produktion

Regisseur Michael Chaves

Trotz durchwachsener Kritiken[2] konnte Conjuring 3: Im Bann des Teufels bei einem Budget von 39 Millionen US-Dollar weltweit über 200 Millionen US-Dollar durch Kinovorführungen einspielen und wurde so zu einem finanziellen Erfolg für Warner Bros.[3][4] Daraufhin wurde im Oktober 2022 die Produktion einer Fortsetzung angekündigt, bei der es sich um den letzten Teil innerhalb der Hauptreihe des Conjuring-Universums handelt. Die Regie übernahm abermals Franchise-Veteran Michael Chaves,[5] während auch die langjährigen Produzenten James Wan und Peter Safran zurückkehrten. Das Drehbuch wurde erneut von David Leslie Johnson-McGoldrick geschrieben und später von Ian Goldberg und Richard Naing überarbeitet.[6]

In den Hauptrollen sind Patrick Wilson und Vera Farmiga abermals als paranormale Ermittler Ed und Lorraine Warren zu sehen.[7] Jüngere Versionen der beiden Figuren wurden von Orion Smith und Madison Lawlor verkörpert. Mia Tomlinson übernahm die Rolle der gemeinsamen Tochter Judy, die in Vorgängerfilmen noch von Sterling Jerins und Mckenna Grace dargestellt worden war, während Ben Hardy als ihr Freund Tony Spera zu sehen ist.[6] Daneben kehrten auch Steve Coulter und Shannon Kook in ihre Rollen als Pater Gordon und Drew Thomas aus den Vorgängerfilmen zurück. Als Neuzugänge schlossen sich Rebecca Calder, Elliot Cowan, Kíla Lord Cassidy und Beau Gadsdon als Smurl-Familie der Besetzung an.[8] In Cameo-Auftritten sind John Brotherton, Lili Taylor, Mackenzie Foy, Frances O’Connor, Madison Wolfe und Julian Hilliard in ihren Rollen aus vorherigen Conjuring-Filmen zu sehen.

Die Dreharbeiten mit Kameramann Eli Born erfolgten von Anfang Oktober bis Ende November 2024 in Atlanta.[9][5][10] Die Filmmusik komponierte der Brite Benjamin Wallfisch, der zuvor in gleicher Funktion bereits bei Annabelle 2 tätig war.[11]

Auf der CinemaCon im April 2023 wurde der offizielle Originaltitel The Conjuring: Last Rites enthüllt.[12] Ein Trailer wurde am 8. Mai 2025 veröffentlicht.[8] Der Film kam am 4. September 2025 unter dem Titel Conjuring 4: Das letzte Kapitel in die deutschen Kinos und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos,[13][14] auch im IMAX-Format.[15]

Synchronisation

Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Sven Hasper bei FFS Film- & Fernseh-Synchron.[16]

Die Hauptdarsteller Patrick Wilson, Vera Farmiga und Ben Hardy (v. l. n. r.)
Weitere Informationen Rolle, Darsteller ...
RolleDarstellerSynchronsprecher[16]
Ed Warren Patrick Wilson Alexander Doering
Lorraine Warren Vera Farmiga Claudia Urbschat-Mingues
Madison Lawlor (jung) Patrizia Carlucci
Judy Warren Mia Tomlinson Alice Bauer
Tony Spera Ben Hardy Konrad Bösherz
Janet Smurl Rebecca Calder Cathlen Gawlich
Heather Smurl Kíla Lord Cassidy Magdalena Montasser
Dawn Smurl Beau Gadsdon Emily Hinze
Shannon Smurl Molly Cartwright Lana Finn Marti
Carin Smurl Tilly Walker Kjella Yva Damm
Pater Gordon Steve Coulter Erich Räuker
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Rezeption

Altersfreigabe

In den Vereinigten Staaten erhielt Conjuring 4: Das letzte Kapitel von der MPA aufgrund von blutigen und gewaltvollen Inhalten ein R-Rating.[17] In Deutschland vergab die FSK eine äquivalente Freigabe ab 16 Jahren. In der Begründung heißt es, die Geschichte sei über weite Strecken in zwei parallelen Erzählsträngen erzählt, bevor sie dann in ein dramatisches Finale münde. Mit genretypischen Mitteln werde dabei von Anfang an eine furchteinflößende Atmosphäre samt effektreich inszenierten Schockmomente sowie teils drastischen Gewaltdarstellungen aufgebaut. Die klare Gut-Böse-Zeichnung und das historische Setting böten dabei allerdings Distanzierungsmöglichkeiten; zudem würden die mutigen Hauptfiguren für emotionalen Halt sorgen.[1]

Kritiken

Conjuring 4: Das letzte Kapitel konnte 59 % der 181 bei Rotten Tomatoes gelisteten Kritiker überzeugen und erhielt bei Metacritic basierend auf 28 Kritiken einen Metascore von 54 Punkten.[18][19]

Zu einem positiven Urteil gelangt Matt Zoller Seitz von RogerEbert.com, der Conjuring 4: Das letzte Kapitel als eine Fortsetzung charakterisiert, die tatsächlich eine Art von Abschluss biete, gleichzeitig aber auch aufzeige, wie die Erzählung mit neuen Figuren fortgeführt werden könne. Das Hauptaugenmerk liege diesmal auf den von Patrick Wilson und Vera Farmiga verkörperten Ed und Lorraine Warren, deren Darbietungen weiterhin das Highlight der Reihe seien und die Conjuring-Filme von anderen Horrorfranchisen unterscheiden würden. Mit Das letzte Kapitel werde die Zuneigung der Fans zum Ermittlerduo noch einmal verstärkt, auch wenn ihre paranormalen Untersuchungen im Vergleich zu anderen Conjuring-Filmen eher oberflächlich abgehandelt und die heimgesuchte Familie kaum beleuchtet werden würden. Dennoch sei der Höhepunkt des Films ebenso spannend und beunruhigend wie auch warmherzig und inspiriert. Es mache dabei Spaß, die visuellen Veränderungen mit einer hervorragenden Kameraarbeit im 80er-Jahre-Flair im Vergleich zu den Tagen von James Wan zu sehen, so Seitz.[20]

Kritischere Worte findet Frank Scheck vom Hollywood Reporter, für den der langatmige Film mit seinen 135 Minuten überladen und altbacken wirke. Nach einem unnötigen Prolog dauere es zum Leidwesen der Zuschauer so sehr lange, bis die Warrens den zentralen Fall überhaupt erst untersuchen würden. Es folge das vorhersehbare Gruselchaos mit abgestandenen Schreckmomenten, in denen es Regisseur Michael Chaves nicht schaffe, viel Frische oder Abwechslung in die Handlung zu bringen. Die Hauptdarsteller Vera Farmiga und Patrick Wilson hätten zwar nichts von ihrer Anziehungskraft verloren, würden jedoch müde wirken, und insgesamt setze Conjuring 4: Das letzte Kapitel zu sehr auf Nostalgie. Einzig Mia Tomlinson liefere eine unglaublich intensive Darbietung als Judy Warren ab, was die Türen für weitere Conjuring-Ableger mit ihr offen halte.[21]

Für J. Kim Murphy von Variety unterstreiche Conjuring 4: Das letzte Kapitel durch eine stärkere Fokussierung auf die Warrens die kitschige Sentimentalität der Filmreihe. Die beiden Hauptdarsteller Vera Farmiga und Patrick Wilson seien dabei dank ihrer subtil abgestimmten Darbietungen zurecht die Ikonen des Franchises, auch wenn der Film nur wenig Gespür für familiäre Dynamiken habe. Dennoch liefere Michael Chaves seine bisher beste Regiearbeit mit einigen eindrucksvollen Bildern ab, inszeniere das Geschehen aber weit weniger spielerisch im Vergleich zu James Wan. So mache Conjuring 4 keinen Hehl aus gruseligen oder erklärenden Sequenzen, wodurch der Zuschauer sofort merke, wenn eine Szene bspw. Schreckmomente enthalte. Insgesamt endet der Film so vorhersehbar und trotz einer ungewöhnlich langen Laufzeit, in der auf generisches Füllmaterial sogar verzichtet werde, würden die Einsätze geringer denn je erscheinen.[22]

Enttäuscht zeigt sich hingegen Mike McCahill vom Guardian, für den es angesichts der aktuellen Horror-Renaissance und der hartnäckigen Resistenz der Conjuring-Reihe gegenüber Veränderungen der perfekte Zeitpunkt für das Franchise sei, die Bühne zu verlassen. Nach einem gut besetzten Prolog gebe es allerdings zunächst 75 Minuten lang eine beigefarbene Seifenoper, bevor die übliche, geradlinige satanische Geschichte mit altbackenen Jump-Scares beginne. Farmiga und Wilson seien dabei solide und könnten selbst spekulativ spirituelle Dialoge beleben, doch Conjuring 4 halte keinerlei Überraschungsmomente parat und gebe auch keinen Hinweis darauf, dass dies überhaupt möglich gewesen wäre.[23]

Einspielergebnis

Am Startwochenende verzeichnete Conjuring 4: Das letzte Kapitel weltweite Einnahmen in Höhe von rund 194 Millionen US-Dollar, davon allein 84 Millionen im nordamerikanischen Raum, wodurch es sich um den finanziell erfolgreichsten Kinostart eines Horrorfilms aller Zeiten handelte.[24] Bereits in diesen ersten Tagen konnte die Fortsetzung dabei ihr Produktionsbudget von rund 55 Millionen US-Dollar wieder einspielen und zu einem finanziellen Erfolg für Warner Bros. werden.[25] Auch in Deutschland verzeichnete Conjuring 4 mit rund 395.000 verkauften Kinotickets den besten Kinostart eines Films innerhalb des Conjuring-Universums und belegte noch vor Das Kanu des Manitu die Spitzenposition der deutschen Kino-Charts.[26] Die weltweiten Einnahmen aus Kinovorführungen belaufen sich auf 495 Millionen US-Dollar, davon allein 178 Millionen in den Vereinigten Staaten.[27] In Deutschland verzeichnete der Film insgesamt 1.210.925 Besucher.[28]

Einzelnachweise

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