Connie Field
US-amerikanische Filmregisseurin und Filmproduzentin
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Constance („Connie“) Elyse Field (* 23. Oktober 1947 in Washington, D.C.[1]; nach anderen Angaben am 23. Oktober 1948[2]) ist eine US-amerikanische Filmregisseurin und Filmproduzentin, die Dokumentarfilme dreht.
Leben
Connie Field studierte an der American University, wo sie 1969 den Bachelor of Arts erlangte, und am Goddard College (1971).[1] Sie lebte zeitweilig in Boston und engagierte sich dort in der Anti-Vietnamkrieg-Bewegung und der Frauenbewegung. Parallel dazu arbeitete sie von 1969 bis 1971 als Vertriebsleiterin für das Unternehmen Boston Newsreel Films, wobei ihr Interesse an Filmen geweckt wurde. Später übernahm sie in New York verschiedene Jobs im Filmgeschäft, so arbeitete sie für Leo Hurwitz und als Schnittassistentin.[3] Danach ging sie nach San Francisco, wo sie 1974/1975 Mitglied des marxistischen Filmkollektivs Cine Manifest Productions war, zu dem unter anderem auch Eugene Corr, Judy Irola und Steve Wax gehörten. 1979 wurde Field Präsidentin der im gleichen Jahr gegründeten Non-Profit-Organisation Clarity Educational Productions mit Sitz in Emeryville,[1] deren Ziel es ist, Filme mit historischem und sozialem Wert zu produzieren und zu vertreiben. 1984 erhielt sie für ihre Arbeit als Filmemacherin ein Guggenheim-Stipendium.[1]
Connie Field debütierte 1980 als Regisseurin und Produzentin mit dem feministischen Dokumentarfilm The Life and Times of Rosie the Riveter. Er porträtiert fünf amerikanische Frauen, die wie die fiktive Figur Rosie the Riveter während des Zweiten Weltkriegs auf Arbeitsplätze angeworben wurden, die durch die Einberufung von Männern frei geworden waren, diese nach dem Krieg jedoch wieder verloren. Wie auch bei späteren Arbeiten Fields wird die Botschaft des Films durch seine Struktur vermittelt und die Geschichte aus der Perspektive der Beteiligten erzählt, nicht durch einen Erzähler, Journalisten oder Wissenschaftler.[3] Der Film hatte seine Premiere auf dem New York Film Festival und gewann unter anderem einen Gold Hugo auf dem Chicago International Film Festival.[1]
Danach inszenierte Field gemeinsam mit Judith Montell die einstündige Oscar-nominierte Dokumentation Forever Activists: Stories from the Veterans of the Abraham-Lincoln-Brigade (1990). Der Film beschäftigt sich mit dem weiteren Schicksal US-amerikanischer Soldaten, die als Abraham-Lincoln-Brigade im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft haben. Zusammen mit Marilyn Mulford inszenierte und produzierte Field dann den Dokumentarfilm Freedom on My Mind (1994) über die Bemühungen um die Wählerregistrierung in Mississippi in den 1960er Jahren bis zum Erlass des Voting Rights Act. Dieser Film brachte ihnen unter anderem bei der Oscarverleihung 1995 eine Nominierung in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ ein.[4]
Field schuf auch die siebenteilige Dokumentarreihe Have You Heard from Johannesburg (2006, 2010), welche in über 8,5 Stunden Gesamtspielzeit die Geschichte des internationalen Kampfes gegen die Apartheid in Südafrika schildert, von 1948 bis hin zur Freilassung von Nelson Mandela im Jahr 1990.[5] Das Filmmaterial wurde auf fünf Episoden gekürzt im Rahmen der PBS-Serie Independent Lens ausgestrahlt und 2012 mit einem Primetime Emmy Award in der Kategorie „Exceptional Merit in Documentary Filmmaking“ ausgezeichnet.[6]
Zu den weiteren Dokumentarfilmen von Field gehört Salud (2006), in dem sie das kubanische Gesundheitssystem und das Wirken von in Kuba ausgebildeten Gesundheitsexperten in anderen Ländern darstellt. Mit Al Helm: Martin Luther King in Palestine (2014) drehte sie einen Film über einen afroamerikanischen Gospelchor, der mit einem Theaterstück über Martin Luther King durch Palästina tourt. Ihr Film The Whistleblower of My Lai (2018) zeigt das Kronos Quartet bei der Produktion von Jonathan Bergers Oper My Lai, in deren Mittelpunkt der Hubschrauberpilot Hugh Thompson junior steht.
Connie Field, die mit einem gebürtigen Ungarn verheiratet ist, reiste ab 1990 regelmäßig nach Budapest.[7] Nachdem sie dort 2014 eine Demonstration gegen die Gedenkstätte für die Opfer der deutschen Besatzung miterlebt hatte, begann sie Ereignisse in Ungarn zu filmen und zu dokumentieren.[8] 2024 veröffentlichte sie mit Democracy Noir eine Langzeitbeobachtung dreier Frauen, die Widerstand gegen die Politik der Regierung Ungarns unter Viktor Orbán leisten. Die Dokumentation lief unter anderem auf dem Human Rights Film Festival Berlin und dem Internationalen Dokumentarfilmfestival München 2024.[9][10]
Filmografie (Auswahl)
- 1980: The Life and Times of Rosie the Riveter
- 1990: Forever Activists: Stories from the Veterans of the Abraham-Lincoln-Brigade
- 1994: Freedom on My Mind
- 2006: Salud
- 2006/2010: Have You Heard from Johannesburg
- 2014: Al Helm: Martin Luther King in Palestine
- 2018: The Whistleblower of My Lai
- 2024: Democracy Noir
Weblinks
- Connie Field bei IMDb
- Connie Field bei Clarity Educational Productions