Cops (2018)

österreichischer Spielfilm von Stefan A. Lukacs (2018) From Wikipedia, the free encyclopedia

Cops ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2018 von Stefan A. Lukacs mit Laurence Rupp in der Hauptrolle.

TitelCops
ProduktionslandÖsterreich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2018
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Cops
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2018
Länge 92 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Stefan A. Lukacs
Drehbuch Stefan A. Lukacs
Produktion Arash T. Riahi,
Karin C. Berger
Musik Wolfgang Frisch,
Markus Kienzl,
Sofa Surfers
Kamera Xiaosu Han,
Andreas Thalhammer
Schnitt Julia Drack
Besetzung
Schließen

Handlung

Inspektor Christoph „Burschi“ Horn ist ein bei der WEGA, einer Sondereinheit der österreichischen Polizei in Wien, in Ausbildung befindlicher ehrgeiziger Rekrut. Kampf und Gruppendruck zählen zu seinem Alltag. Bei einem Einsatz attackiert der psychisch kranke Harald Malinowski seinen Vorgesetzten Konstantin „Konsti“ Blago mit einem Messer; „Burschi“ schießt daraufhin in vermeintlicher Notwehr auf Malinowski, der schwer verletzt wird, ein. Blago, der sich dafür bedankt, ihm das Leben gerettet zu haben, sowie seine Kameraden feiern ihn als Held.

„Burschis“ Arzt und sein Vater Heinz, der nach einem Burnout als Kommandant der Polizeiinspektion am Karlsplatz als Fanbetreuer bei der Polizei arbeitet, legen ihm nach dem traumatischen Ereignis eine mehrwöchige Krankschreibung nahe. Christoph lehnt jedoch ab und versucht den Schein des starken Mannes zu wahren. Obwohl er bei einem Einsatz anlässlich eines Fußballspiels eine Panikattacke erleidet, gelingt es Christoph die Situation zu überspielen und von Konstantin gefördert zu werden. Bei einer Privatparty wird der junge Inspektor in den inneren Kreis der Polizisten aufgenommen.

Als „Burschi“ jedoch während eines Praterausflugs mit seiner Freundin Nicky von seinem Kollegen Toni erfährt, dass Malinowski seinen Verletzungen erlegen ist, beginnt er an sämtlichen Trauma-Symptomen wie Flashbacks und Panikattacken zu leiden und wird auch gegenüber Nicky, die ebenfalls Polizistin in Ausbildung ist, aggressiv.

Bei der Tatrekonstruktion durch Chefinspektor Rudi Hofer kritisiert Bezirksinspektorin Marianne Kelch den damaligen Einsatz der WEGA und behauptet, Malinowski habe das Messer nach dem ersten Schuss fallengelassen. Christoph erleidet erneut eine Panikattacke und muss medizinisch versorgt werden. Sein Chef Blago lässt ihn daraufhin fallen und meint, Christoph habe nicht das Zeug zum WEGA-Mann. Christoph flüchtet sich in den Alkohol; seine Freundin verlässt ihn.

Nachdem „Burschi“ im Internet Details zu Malinowskis Begräbnis findet, fährt er zum Friedhof und beobachtet die Zeremonie aus der Ferne. Auch Bezirksinspektorin Kelch ist gekommen und spricht Christoph nach dem Begräbnis an: Sie bezeichnet den Einsatz als fahrlässige Tötung, gibt jedoch nicht dem Todesschützen, sondern Blago die Schuld, der nicht die notwendige Vorsicht im Umgang mit einem psychischkranken Menschen an den Tag gelegt hat und die Türe zu Malinowskis Wohnung nicht hätte aufbrechen dürfen. Sie fragt „Burschi“, ob er sich nicht ihrer Sachverhaltsdarstellung in einem Bericht an die Staatsanwaltschaft anschließen möchte, damit Blago nicht mehr als WEGA-Einsatzleiter auf der Straße aktiv ist.

Christoph fährt zu Blago und warnt ihn, woraufhin ihn Blago wieder in der WEGA-Gruppe aufnimmt. Einige Zeit später fahren sie zu einem Einsatz bei dem eine Polizistin von einem maskierten Täter schwer verletzt wurde. Am Tatort stellt „Burschi“ entsetzt fest, dass es sich bei der Verletzen um Bezirksinspektorin Kelch handelt. Als ihm ein Zeuge erzählt, der Täter habe amerikanische Militärstiefel getragen, wird „Burschi“ klar, dass es sich um seinen Kollegen Toni Woschitz handelt. Am nächsten Tag konfrontiert er ihn, als Toni die Geschichte zugibt und sagt, er habe Kelch ins Koma geprügelt, um seinen Vorgesetzten Blago zu schützen, verpasst ihm Christoph einen Kopfstoß.

„Burschi“ zweifelt an seinem Engagement bei der WEGA und holt sich Rat bei seinem Vater Heinz; außerdem entschuldigt er sich bei Nicky, die jedoch die Beziehung zu ihm nicht mehr aufnehmen will. Bei einem Fußballspiel verweigert Christoph schließlich den von Konstantin befohlenen Einsatz, weil die Aktion nicht deeskalierend wirkt. Nach der Amtshandlung wird er dafür von Blago angeschrien und geschlagen. Christoph macht Blago schließlich Vorwürfe, wegen seines „Jagdeifers“ einen Menschen erschossen zu haben. Nun erfährt Blago auch, dass Toni die Attacke auf Bezirksinspektorin Kelch verübt hat und ist empört.

Nach der Angelobung und Ausmusterung wird WEGA-Polizist Christoph zu einem Einsatz gerufen, seine Ex-Freundin Nicky ist bereits vor Ort. Eine Frau droht sich mit ihrem kleinen Kind aus dem Fenster eines Hochhauses zu stürzen. Nachdem Christoph versucht die Situation zu deeskalieren und beruhigend auf die Frau einredet, gelingt es ihm, das Kind zu retten, die Frau stürzt sich jedoch aus dem Fenster.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden im Juni und Juli 2017 statt, gedreht wurde in Wien. Unterstützt wurde der Film vom Österreichischen Filminstitut und dem Filmfonds Wien, beteiligt war der Österreichische Rundfunk. Produziert wurde der Film von Golden Girls Filmproduktion.

Für den Ton zeichnete Claus Benischke-Lang verantwortlich, für das Kostümbild Monika Buttinger und Gabriele Heinemann, für die Maske Birgit Beranek, für das Szenenbild Julia Oberndorfinger und Attila Plangger, für das Casting Lisa Oláh und für die Spezialeffekte Philip Kelch und Thomas Weilguny. Die Musik stammt von den Sofa Surfers.[2][3]

Bei diesem Film handelt es sich um das Langspielfilmdebüt des Regisseurs und Drehbuchautors Stefan A. Lukacs, der bereits 2012 im Kurzspielfilm Void, ebenfalls mit Laurence Rupp und Anton Noori, die Geschichte des von WEGA-Beamten misshandelten Asylwerbers Fall Bakary J. erzählte.[4][5]

Veröffentlichung

Premiere war am 25. Jänner 2018 im Rahmen des Filmfestival Max Ophüls Preis, wo der Film in den Hauptwettbewerb eingeladen wurde und mit dem Publikumspreis Spielfilm sowie dem Preis für den gesellschaftlich relevanten Film ausgezeichnet wurde.[6][2] In Österreich wurde der Film im März 2018 auf Diagonale gezeigt, wo der Film ebenfalls mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.[7][8] Am 21. September 2018 kam der Film in die österreichischen Kinos.[2][9]

Auf ORF 1 wurde der Film am 31. Jänner 2020 erstmals ausgestrahlt, auf 3sat wurde der Film am 6. Juli 2022 erstmals gezeigt.[10]

2021 wurde der Film im Rahmen der Edition österreichischer Film von Hoanzl und dem Standard auf DVD veröffentlicht.[11][12]

Auszeichnungen und Nominierungen

Filmfestival Max Ophüls Preis 2018

  • Publikumspreis Spielfilm
  • Preis für den gesellschaftlich relevanten Film
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Schauspielnachwuchs (Nebenrolle) (Anna Suk)[13]

Thomas-Pluch-Drehbuchpreis 2018

  • Nominierung für den Hauptpreis und den Spezialpreis[14]

Diagonale 2018

  • Publikumspreis
  • Schauspielpreis für das gesamte Ensemble[15][7]

Internationales Filmfest Braunschweig 2018

  • Braunschweiger Filmpreis für die beste Newcomerin (Anna Suk)[16]

Österreichischer Filmpreis 2019[17][18]

Romyverleihung 2019

  • Nominierung in der Kategorie Bestes Buch Kinofilm (Stefan Lukacs)[19]

Kritik

„Cops“ erhielt vorwiegend positive Kritiken in den österreichischen Medien.

Christian Klosz vom Online-Filmmagazin „Film plus Kritik“ etwa meinte: „‚Cops‘ ist ein Film, den man im Englischen wohl mit dem Begriff ‚visceral‘ beschreiben müsste: Ein unterhaltsamer Schlag in die Magengrube, dabei reflektiert und klug, herrschende Zustände beschreibend und hinterfragend – ohne mit dem Zeigefinger belehren oder einfache Antworten liefern zu wollen. Die Wiener Spezialeinheit der Polizei, die WEGA, wird als – einer der letzten? – Horte des gepflegten Machoismus gezeichnet... doch wie immer ist übersteigerte Männlichkeit brüchig, liegen oft fragwürdige Motive hinter der rauen Fassade, ist der agile, aufgepumpte, stets einsatzbereite Körper das verkehrte Zerrbild zweifelnder, fragiler Psychen.“[20]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI