Corry Bell
deutsche Filmschauspielerin
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Corry Bell (* 10. Mai 1904 als Margarethe Bauer in Feuerbach; † 2. Oktober 1985 in Paris) war eine deutsche Filmschauspielerin.
Leben und Wirken
Die gebürtige Württembergerin war eine Tochter des Mechanikers und späteren Ingenieurs Adolf Bauer und dessen Frau Frieda, geb. Bröhm.[1] Über ihre Jugendzeit und Ausbildung ist nichts bekannt. Nachdem sie an einer von Wolfgang Fischer veranstalteten Schönheitskonkurrenz teilgenommen hatte, wurde sie vom Filmredakteur Charles Barbarino als Nachwuchsschauspielerin zur Emelka vermittelt.[2] 1926 heiratete sie den Regisseur und Aufnahmeleiter Emil Rosenthal (Künstlername: Kurt Rosen),[3] den Sohn des Emelka-Direktors. Als sie kurz darauf für die weibliche Hauptrolle in Klettermaxe besetzt wurde, nahm sie anstelle ihres bisherigen Pseudonyms Margie Zaran den Rollennamen Corry Bell als ihren Künstlernamen an. Die schlanke, hochgewachsene Brünette wurde nach diesem Filmerfolg mit zahlreichen Neben- aber auch Hauptrollen in minder wichtigen Filmen von Regisseuren wie Leo Lasko, Robert Dinesen, E. W. Emo, Manfred Noa und Edmund Heuberger bedacht. Im März 1927 wurde von der Perusa-Zigarettenfabrik Georg Metzger in München eine Zigarettenmarke mit ihrem Namen angeboten.
In dem Detektivfilm Besondere Kennzeichen, der im Dezember 1929 im Wittelsbach-Palast in Berlin uraufgeführt wurde, verkörperte Bell die Rolle der Henriette, eine der Hauptrollen; sie war die „ungetreue Ehefrau des oft abwesenden Weltdetektivs“ Fardot.[4] Der Berliner Film-Kurier hob in seiner Kritik vom 14. Dezember 1929 ihre Leistung „anerkennend“ hervor.[4]
Den Übergang zum Tonfilm schaffte Bell wie viele andere ihrer Stummfilmkolleginnen nicht. Nach einer kleinen Zofenrolle in Georg Jacobys Verwechslungslustspiel Liebe in Uniform, ihrem einzigen Tonfilm, verschwand sie komplett aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Seit 1931 von Emil Rosenthal geschieden, war sie noch bis Mitte der 1930er Jahre als Marg. Bauer, gen. Corry Bell mit der Adresse Kurfürstendamm 97 im Berliner Adressbuch verzeichnet. Danach emigrierte sie nach Frankreich. Über ihr späteres Leben liegen derzeit keine Informationen vor. Sie starb 1985 als verehelichte Marguerite Leroy in ihrer Wohnung in der Rue Beethoven im 16. Arrondissement von Paris.[5]
Filmografie
- 1927: Klettermaxe
- 1927: Der falsche Prinz
- 1928: Hände hoch! Hier Eddie Polo!
- 1928: Der Herr vom Finanzamt
- 1928: Ariadne in Hoppegarten
- 1928: Spelunke
- 1928: Moderne Piraten
- 1928: Das letzte Souper
- 1929: Was kostet Liebe?
- 1929: Besondere Kennzeichen
- 1932: Liebe in Uniform
Literatur
- Hans Böhm (Hrsg.): Unsere Flimmerköpfe. Ein Bilderwerk vom deutschen Film. Band 2. Theater und Film Verlagsgesellschaft Böhm & Co., Berlin 1929, S. 218.
- Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 564.
Weblinks
- Corry Bell bei IMDb
- Corry Bell bei filmportal.de