Cosima Schenk

Schweizer Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Cosima Schenk (geborene Monfrini) ist eine international aktive Schweizer Frauenrechtlerin. Sie war von 2009 bis 2015 Präsidentin des Internationalen Frauenrats (ICW), der Dachorganisation zahlreicher nationaler Frauenräte weltweit.

Leben und Wirken

Cosima Schenk ist die ältere von zwei Töchtern des Anwalts, Schweizer Nationalrats und Diplomaten Henri Monfrini (1913–1977) und seiner Ehefrau Lucienne, geborene Mamin († 2009).[1]

Über ihre frühen Lebensjahre und ihre berufliche Ausbildung ist kaum etwas öffentlich dokumentiert. Sie war bis zu seinem Tod im Jahr 2008 mit dem Schweizer Diplomaten Blaise Schenk (1938–2008) verheiratet. Die Ehe bestand bereits Anfang 1966, als ihr Ehemann in den diplomatischen Dienst einstieg.[2] Blaise Schenk durchlief eine klassische Karriere im Schweizer Aussenministerium, vertrat die Schweiz in internationalen Organisationen wie der UNO und wurde schliesslich zum Botschafter ernannt, zunächst in Südafrika (1989–1993), dann in Algerien (1993–1994) und zuletzt in Kolumbien (1995–1999).[2] Auf all diesen Lebensstationen begleitete Cosima Schenk ihren Ehemann, erweiterte dabei ihre Sprachkenntnisse und engagierte sich im Umfeld der Diplomatenfamilien. An jedem neuen Wohnort interessierte sie sich für Leben und Probleme der einheimischen Frauen und leitete mehrfach den lokalen Ausschuss der Diplomatenfrauen, der in vielen Ländern existiert und ehrenamtliche Arbeit für die einheimischen Frauen leistet.[3]

In der Schweiz engagierte sich Cosima Schenk bei alliance F, dem nationalen und überparteilichen Dachverband der Schweizer Frauenorganisationen. Sie war Mitglied des Vorstands und Quästorin des Verbandes.[4]

Nachdem sie zuvor bereits Vize-Präsidentin gewesen war,[5] wurde die im Vorjahr verwitwete Cosima Schenk im Oktober 2009 bei der Generalversammlung des Internationalen Frauenrats (International Council of Women, ICW) in Johannesburg mit grosser Mehrheit zu dessen Präsidentin gewählt.[3] Sie folgte dabei Anamah Tan aus Singapur nach; mit Schenk wurde nach längerer Zeit wieder eine Europäerin zur Präsidentin gewählt. Sie war nicht die erste Schweizerin in dieser Position: Vor ihr hatten bereits Pauline Chaponnière-Chaix (1920 bis 1922) und Jeanne Eder-Schwyzer (1947 bis 1957) das Amt inne.

In dem Bericht über Schenks Wahl hiess es, sie beherrsche viele Sprachen und verfüge über ausreichende Mittel; dadurch werde sie dem europäischen Vorsitz wieder mehr Gewicht verleihen, das ihm seit vielen Jahren gefehlt habe.[3] Im Rahmen der Generalversammlung in Südafrika wurde wie jedes Mal auch das Motto des ICW für die nächsten drei Jahre bestimmt; für die Amtszeit von Cosima Schenk lautete es: «Fortschritt für Frauen, Fortschritt für alle» («Progress for Women, Progress for All»).[6] Zu ihren Aufgaben als Präsidentin der Organisation gehörten die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen sowie offizielle Besuche bei den nationalen Mitgliedsorganisationen des ICW. So besuchte sie im Juni 2010 Israel, um die Beziehungen zu dem dortigen Frauenrat nach dem Tod der früheren ICW-Präsidentin Pnina Herzog wieder zu intensivieren. Während dieses Aufenthalts besuchte sie die Stadtverwaltung von Jerusalem, eine von der Women’s International Zionist Organisation (WIZO) geführte Schule, ein Heim für benachteiligte Kinder, das Golda-Meir-Zentrum in Haifa sowie das israelische Ministerium für Frauenangelegenheiten.[7] Im August desselben Jahres nahm sie als Mitglied der offiziellen Schweizer Delegation bei der Weltversammlung der International Federation of University Women (IFUW) in Mexiko teil; die nächste Reise führte Schenk nach Guatemala.[7]

Im Dezember 2012 wurde Cosima Schenk auf der Generalversammlung des ICW in Seoul für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Auf der Generalversammlung 2015 in Izmir wurde die Südkoreanerin Jungsook Kim zu Schenks Nachfolgerin gewählt.

Bis 2018 war Cosima Schenk Präsidentin des Europäischen Zentrums des Internationalen Frauenrats (CECIF–ECICW, Centre Européen du Conseil International des Femmes – European Centre of the International Council of Women). Sie wurde in dieser Position von Brigitte Polonovski abgelöst. An den Veranstaltungen des Verbandes nimmt sie als «past president» («ehemalige Präsidentin») weiterhin teil, so an der Generalversammlung des CECIF 2024 in Vilnius.[8]

Privates

Aus ihrer Ehe mit Blaise Schenk ging der Sohn Alexandre Emmanuel Schenk hervor, der im Dezember 2016 verstarb.[9]

Schriften (Auswahl)

  • Femmes algériennes: la loi des barbus. In: Femmes Suisses et le Mouvement féministe. Nr. 06/1994, S. 14–15.

Einzelnachweise

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