Coxsche Uhr
Uhr, die von Luftdruckschwankungen angetrieben wird
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Die Coxsche Uhr (englisch Cox’s timepiece oder Cox’s perpetual motion) ist eine von James Cox und Jean-Joseph Merlin um 1760 entwickelte Uhr, die Luftdruckunterschiede nutzte, um sich selbst automatisch aufzuziehen, und so den Eindruck eines Perpetuum mobile vermittelte.[1]


Funktionsweise und Geschichte
Die Uhr besteht aus einem von Gewichten angetrieben mechanischem Uhrwerk und einem großen Quecksilberbarometer, die über einen speziellen Zahnradmechanismuss miteinander verbunden sind. Dieser führt dazu, dass die durch Luftdruckunterschiede entstehenden unterschiedlichen Höhen der Quecksilbersäule des Barometers genutzt werden, um das Uhrwerk aufzuziehen. Die von dem Barometer verwendete Quecksilbermenge betrug rund 68 kg, was einem Volumen von 5 Litern entspricht.[1]
Cox stellte die Uhr 1772 bis 1774 in seinem Museum Spring Garden aus. Nach dessen Auflösung ging die Uhr später in den Besitz von Thomas Weeks über, der sie ebenfalls in einem eigenen Museum in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausstellte. Thomas Weeks verstarb in den 1830er Jahren und nach seinem Tode verliert sich die Spur der Uhr, bis sie 1898 in einer Ausstellung des Clerkenwell Institutes auftauchte. Ihr damaliger Besitzer, der sie sie Ausstellung zur Verfügung stellte, war W. F. B. Massey-Mainwaring. 1921 wurde die Uhr von R. G. Carruthers aus Edinburg erworben, der sie dann als Leihgabe der Laing Art Gallery in Newcastle upon Tyne zur Verfügung stellte. Später wurde sie auf einer Auktion in London versteigert und ging schließlich 1961 in den Besitz des Victoria and Albert Museums über, wo sie sich seitdem befindet. Die Uhr ist inzwischen nicht mehr in Betrieb und das Quecksilber wurde aus ihrem Barometer entfernt.[1]
Neben der obigen gesicherten Geschichte der Uhr findet sich noch ein Hinweis auf sie in dem von John Barrow, dem Privatsekretär des Earl Macartney (1737–1806), veröffentlichten Buch Travels in China. Dort findet sie sich in einer Liste von Geschenken für den chinesischen Kaiser, die der holländische Botschafter mit sich führte. Nach der dortigen Beschreibung wurde die Uhr auf der Reise leicht beschädigt und sollte in Peking repariert werden. Dort wurde sie aber von einem chinesischen Offiziellen durch eine weniger wertvolle Uhr ausgetauscht, vermutlich damit er die reparierte Coxsche Uhr zu einem späteren Zeitpunkt dem Kaiser selbst als Geschenk überreichen konnte. Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte ist jedoch unklar, ebenso ob es sich bei der Uhr in der Geschenkliste des Botschafters wirklich um die Coxsche Uhr handelt. Für den Fall, dass die Erzählung in Barrows Buch den Tatsachen entspricht, ist zudem ungeklärt, wie die Uhr wieder zurück nach England gelangte, bevor sie in den Besitz von Thomas Weeks überging.[1]
Der Schriftsteller Christoph Ransmayr ließ sich von Cox und seiner Perpetual Motion zu dem Roman Cox oder Der Lauf der Zeit (2016) inspirieren, in dem der britische Uhrmacher Alister Cox im 18. Jahrhundert nach China reist, um dort für den Kaiser Qianlong eine „ewige Uhr“ zu bauen.[2][3]
Siehe auch
Literatur
- Arthur W. J. G. Ord-Hume: Perpetual Motion: The History of an Obsession. Adventures Unlimited Press 2006, ISBN 1-931882-51-7, S. 110–124 (Auszug (Google))
Weblinks
- Stephen Ferguson: Mr. Cox's Perpetual Motion • A Mechanical and Philosophical Time Piece • So Capital a Performance
- Longcase Clock | Weeks, Thomas | Cox, James im Victoria and Albert Museum
- Cox's Perpetual-Motion Machine - The Engines of Our Ingenuity. Episode 527. NPR. KUHF-FM Houston