Craugastor fitzingeri

Art der Gattung Craugastor From Wikipedia, the free encyclopedia

Craugastor fitzingeri, auf Englisch als Fitzinger's Robber Frog bezeichnet, ist eine Art innerhalb der Familie der Regenfrösche (Craugastoridae) und gehört zur Gattung Craugastor. In deutscher Sprache wird er auch als Fitzingers Räuberfrosch bezeichnet.[1] Die Art ist nach Leopold Joseph Franz Johann Fitzinger, einem österreichischen Zoologen, benannt.

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Craugastor fitzingeri

Craugastor fitzingeri auch Fitzingers Räuberfrosch

Systematik
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Neobatrachia
Familie: Regenfrösche (Craugastoridae)
Unterfamilie: Craugastorinae
Gattung: Craugastor
Art: Craugastor fitzingeri
Wissenschaftlicher Name
Craugastor fitzingeri
(Schmidt, 1857)
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Beschreibung

Die Kopf-Rumpf-Länge (SVL) beträgt bei Männchen 21–35 mm, bei Weibchen 29–46 mm.[2] Der Kopf ist breiter als lang, die Schnauze ist subakuminat. Das Trommelfell ist bei Männchen halb bis zwei Drittel so groß wie das Auge, bei Weibchen etwa halb so groß. Die Rückenhaut ist glatt bis feinkörnig, die Bauchseite ist körnig. Die Zehen sind moderat durch Schwimmhäute verbunden.[2]

Die Rückenfärbung ist sehr variabel und kann hell- bis dunkelbraun, grau, bräunlichgrau oder dunkelgrün sein, mit dunklen oder hellen Flecken. Eine dunkelbraune Gesichtsmaske erstreckt sich von der Schnauze über die Augen. Die Bauchseite ist weiß, creme oder grau, manchmal mit dunklen Punkten. Die Oberschenkel sind häufig orange oder rot gefärbt, ein für die Art charakteristisches Merkmal.[2]

Männchen besitzen einen kehlständigen Schallsack sowie Stimmritzen und tragen während der Fortpflanzungszeit dunkel pigmentierte Brunftschwielen am Daumen.[2]

Der Karyotyp ist 2N = 22, typischerweise mit zwei Paaren metazentrischer Chromosomen, drei submetazentrischen, drei telozentrischen und einem subtelozentrischen Chromosom, wobei individuelle und geografische Variation besteht (NF = 36, 38, 40).[2]

Verbreitung

Craugastor fitzingeri kommt im nordöstlichen Honduras, im östlichen Nicaragua, auf der atlantischen und pazifischen Seite von Costa Rica und Panama sowie im nordwestlichen Kolumbien (pazifisches Tiefland und obere Einzugsgebiete des Cauca-Flusstals) vor.[3] Die Art wurde früher auch aus dem Magdalena-Tal in Kolumbien gemeldet, doch diese Populationen wurden 2015 als eigenständige Art Craugastor metriosistus beschrieben.[3]

Die Art ist von Meereshöhe bis auf 1.520 m über dem Meeresspiegel nachgewiesen.[3] In Costa Rica ist sie häufig und weit verbreitet, mit Nachweisen aus Guayacan, San Vito, La Selva, Parque Nacional Braulio Carrillo und Monteverde.[3]

Lebensweise

Craugastor fitzingeri bewohnt feuchte Tiefland- und Bergwälder und wird öfter in gestörten Wäldern oder an Waldrändern angetroffen.[3] In Tieflandgebieten mit Trockenwald ist die Art während der Trockenzeit auf Galeriewälder entlang von Gewässern beschränkt, breitet sich aber während der Regenzeit im gesamten Wald aus.[3] Die Art ist tolerant gegenüber Habitatveränderungen und kann sogar Rasenflächen überqueren oder in gepflegten Gärten gefunden werden, solange bewaldete Habitate in der Nähe sind.[2]

Männchen rufen meist von erhöhten Positionen auf niedrigen Pflanzen in Höhen zwischen 0 und 1,6 m.[2] Das sporadische Rufverhalten könnte eine Anpassung sein, um akustisch jagende Fressfeinde wie die Fledermaus Trachops cirrhosus zu vermeiden.[2]

Die Art ernährt sich von Gliederfüßern.[2]

Fortpflanzung

Wie alle bisher untersuchten Arten der Gattung Craugastor weist C. fitzingeri eine direkte Entwicklung auf, bei der die Jungtiere ohne freies Kaulquappen-Stadium aus den Eiern schlüpfen.[2] Die Weibchen betreuen die Eier, die typischerweise in der Laubstreu oder in Hohlräumen an Baumwurzeln abgelegt werden.[2]

Die Fortpflanzung findet über einen längeren Zeitraum statt, der sowohl die Trocken- als auch die Regenzeit umfasst. In Südwest-Costa Rica wurden Gelege mit betreuenden Weibchen im Januar, Februar, April, Juni und September gefunden.[2] Die durchschnittliche Gelegegröße beträgt 67 ± ca. 20 Eier (Spanne: 24–81 Eier; n = 10 Gelege).[2] Die Eier sind rund und gelblich und werden in kleinen Vertiefungen im Waldboden unter der Laubstreu oder in Hohlräumen an Brettwurzeln abgelegt. Die durchschnittlichen Nestabmessungen betragen 61 × 69 × 23 mm (Länge × Breite × Tiefe).[2]

Während des Tages sitzt das Weibchen auf den Eiern und bedeckt das gesamte Gelege vollständig. Sie bleibt bei den Eiern, bis diese schlüpfen. Die Jungtiere haben beim Schlüpfen eine Kopf-Rumpf-Länge von 7,2 mm und besitzen einen sichtbaren gelben Dottersack. Sie bleiben bis zu 24 Stunden nach dem Schlüpfen in der Nähe des Nests.[2]

Gefährdung

Craugastor fitzingeri wird von der IUCN auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als „nicht gefährdet“ (Least Concern, LC) geführt. Die Bewertung erfolgte am 4. September 2019 und wurde 2020 veröffentlicht. Begründet wird diese Einstufung mit dem weiten Verbreitungsgebiet, der Toleranz gegenüber einem gewissen Grad an Habitatveränderung und der vermuteten großen Gesamtpopulation. Der Populationstrend gilt als stabil.[3]

Die Art ist in Costa Rica häufig und an vielen Standorten abundant. Populationen sind stabil in Nicaragua (Mancarroncito Island, El Quebracho) und nehmen in El Copé, Panama, zu. Einige lokale Rückgänge wurden dokumentiert: Die Population in La Selva hat Rückgänge erlebt, die Art ist jedoch weiterhin an diesem Standort und in umliegenden Sekundärwäldern präsent. In Monteverde ist die Art aus dem unteren Peñas-Blancas-Tal verschwunden.[3]

Der Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis (Bd) wurde in Museumsexemplaren dieser Art nachgewiesen, und Tieflandpopulationen in Costa Rica zeigen eine hohe Prävalenz des Pilzes. Trotzdem ist die Art weiterhin in hohen Abundanzen zu finden. Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst mehrere Schutzgebiete.[3]

Systematik und Taxonomie

Die Art wurde im Jahr 1857 von Oscar Schmidt als Hylodes fitzingeri erstmals beschrieben.[3][4] Sie wurde später in die Gattung Eleutherodactylus gestellt und 2005 in die Gattung Craugastor überführt.[2]

Die Art im engeren Sinne wurde nach der Abtrennung von Craugastor metriosistus (welcher zuvor zu C. fitzingeri gezählt wurde) neu umgrenzt. C. metriosistus wurde 2015 aus Populationen im Magdalena-Tal, Kolumbien, beschrieben, die zuvor als C. fitzingeri identifiziert worden waren.[3]

Folgende Synonyme sind bekannt:[3][5]

  • Hylodes fitzingeri Schmidt, 1857 (Basionym)
  • Fitzinger's Rain Frog
  • Common Rain Frog
  • Fitzinger's Robber Frog
  • Hojarasquera de Chingo-Petaca
  • Fitzingers Räuberfrosch[1]

Einzelnachweise

Literatur

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