Credo quia absurdum
geflügeltes Wort im Diskurs der christlichen Theologie
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Der lateinische Spruch Credo quia absurdum (deutsch: „Ich glaube, weil es absurd ist“) ist ein geflügeltes Wort in der christlichen Theologie zum Verhältnis von Glaube und Vernunft.
Wortlaut
Der lateinische Spruch wird meist in der Form Credo quia absurdum zitiert, gelegentlich aber in der Form Credo quia absurdum est[1] (mit lateinisch est, entsprechend dem ist im Deutschen).
Manchmal wird auch, wie im Deutschen, ein Komma vor dem Nebensatz gesetzt: Credo, quia absurdum[2][3] bzw. Credo, quia absurdum est.[4]
Übersetzung
Einige gebräuchliche Übersetzungen:
- „Ich glaube, weil es unvernünftig ist“[4]
- „Ich glaube, weil es widersinnig ist (d. h. weil es das Fassungsvermögen der Vernunft übersteigt)“[5]
- „Ich glaube, weil es absurd ist“[6][3]
Der lateinische Satz kann auch mit einem „es“ im Hauptsatz übersetzt werden:
- „Ich glaube es, weil es widersinnig ist“[2][7]
- „Ich glaube es, weil es unsinnig ist“[8]
- „Ich glaube es, weil es absurd ist“[9]
Das Adjektiv absurdum bedeutet unter anderem „unpassend, ungereimt, sinnlos, unvernünftig“.[10]
Herkunft
Die Formulierung wurde Tertullian und Augustinus zugeschrieben, findet sich bei diesen aber ebenso wenig[11] wie in den sonstigen klassischen Texten der kirchlichen Lehrbildung.
Am nächsten kommt ihr folgender Satz Tertullians:[4][11]
“Crucifixus est dei filius: non pudet, quia pudendum est. et mortuus est dei filius: prorsus credibile est, quia ineptum est. et sepultus resurrexit: certum est, quia impossibile.”
„Gottes Sohn ist gekreuzigt worden – ich schäme mich dessen nicht, gerade weil es etwas Beschämendes ist. Gottes Sohn ist gestorben – das ist erst recht glaubwürdig, weil es eine Thorheit ist; er ist begraben und wieder auferstanden – das ist ganz sicher, weil es unmöglich ist.“
Schon Paulus formuliert ähnlich, wenn er schreibt:
„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Es heißt nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen und die Klugheit der Klugen verschwinden. Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortführer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.“
Geprägt wurde die Formel credo quia absurdum sehr wahrscheinlich erst durch Voltaire. Er gebrauchte sie unter anderem 1771 in einem Brief an d’Alembert, der 1784 erstmals veröffentlicht wurde:[14]
„Vous me direz que plus elle est absurde, plus je la dois croire, et que c'est le cas du credo quia absurdum.“