Culinary Medicine

kombiniert Ernährungsmedizin, Ernährungswissenschaft und Psychologie mit praktischer Kulinarik From Wikipedia, the free encyclopedia

Culinary Medicine kombiniert Ernährungsmedizin, Ernährungswissenschaft und Psychologie mit praktischer Kulinarik. Das Lehrformat von Culinary Medicine sind spezielle Kochkurse für Medizinstudierende bzw. Ärzte, die evidenzbasierte klinische Bezüge haben. Eine in Deutschland durchgeführte Studie von 2023 zeigte, dass das Lehrformat „Küche-Kochen-Kompetenz“ zur Verbesserung der Ernährungsbildung bei Medizinstudenten und bei ihrer Diagnose von ernährungsbedingten Krankheiten bei Patienten führte.

Geschichte

Der Begriff Culinary Medicine wurde im angelsächsischen Sprachraum geprägt.[1]

In den Vereinigten Staaten wird Culinary Medicine nach dem Curriculum „Health meets Food“ des Goldring Center for Culinary Medicine an der Tulane University[2] bereits an mehr als 60 Medical Schools im Rahmen des Medizinstudiums gelehrt (Chae, Ansa, & Smith, 2017[3]; Monlezun et al., 2015[4]; Nicosia, R. Lanzoni, L. & Eisenberg, 2017[5]; Polak et al., 2016[6]; Vanderpool, 2019[7]), auch an Universitäten der Ivy League.

In Deutschland wurde Culinary Medicine ab September 2019 durch das Institut für Ernährungspsychologie an der Georg-August-Universität Göttingen[8], Universitätsmedizin und Culinary Medicine Deutschland e.V. (vormals CookUOS e.V.)[9] von Thomas Ellrott und Uwe Neumann unter Verwendung des CookUOS-Portfolios „Küche-Kochen-Kompetenz“[10][11] entwickelt und auf die Bedarfe der Ernährungsmedizin skaliert und zum Wintersemester 2020/2021 erstmalig pilotiert.[12][13] Die Wirksamkeit wurde in einer Evaluationsstudie belegt und im Oktober 2023 publiziert. Unabhängig vom Unterrichtsformat wirken Culinary Medicine-Kurse der unzureichenden und unterbewerteten Ernährungsbildung für Medizinstudenten entgegen und befähigen Fachkräfte des Gesundheitswesens, ernährungsbedingte Krankheiten angemessen zu behandeln.[14][15]

Durchführung

Ärztliches Fachpersonal erlernt bei Culinary Medicine zum einen die Grundlagen klinischer Ernährung. Es erfährt gleichzeitig, wie Patienten auf der Grundlage von natürlichen Lebensmitteln, praktischen Kochfertigkeiten und attraktiven Rezepten motiviert werden können, ein gesünderes Leben zu führen. Ärzte sind dafür prädestiniert, da sie von Patienten als vertrauenswürdigste Quelle für Gesundheitsinformationen angesehen werden.[16][17]

Das Göttinger Modell Culinary Medicine wurde als Wahl-Pflichtfach mit 28 Lehrveranstaltungsstunden (LVS) für das Medizinstudium in Deutschland entwickelt. Studierende der Medizin im klinischen Abschnitt des Studiums erlernen in 7 Modulen bzw. Kochkursen à 4 LVS zum einen die theoretischen Grundlagen klinischer Ernährung auf Basis des 2019 veröffentlichten wissenschaftlichen Konsensuspapiers „Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP)“.[18]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI