Cunext
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Cunext (eigentlich Cunext Copper Industries S.L.) ist ein spanischer Hersteller und Verarbeiter von Kupfer- und Aluminiumprodukten mit Hauptsitz in Córdoba. Das Unternehmen ist einer der größten Kupferverarbeiter in Südeuropa und Nordwestafrika.
| Cunext Copper Industries | |
|---|---|
| Rechtsform | S.L. |
| Gründung | 2004 |
| Sitz | Córdoba, Spanien |
| Leitung | Dámaso Quintana Pradera (Vorsitzender und CEO) |
| Mitarbeiterzahl | ca. 500 |
| Umsatz | 1,754 Mrd. € (2023)[1] |
| Branche | Buntmetallverarbeitung |
| Website | cunext.com |
Geschichte
Ursprünge und Gründung
Die Geschichte der Kupferverarbeitung am Standort Córdoba reicht bis ins Jahr 1917 zurück.[2] Im Jahr 2004 entstand Cunext per Management-Buy-out aus Atlantic Copper, einer Tochtergesellschaft von Freeport-McMoRan.[3] Das neu gegründete Unternehmen wurde zunächst vom Private-Equity-Fonds Corpfin Capital kontrolliert.[4]
Übernahme durch Aristrain
Im Februar 2014 erwarb die baskische Industriellenfamilie Aristrain über die Corporación JM Aristrain die Kontrolle über Cunext.[5] Dámaso Quintana Pradera, ein Mitglied der Familie Aristrain und Gründer des Windkraftanlagenherstellers Haizea Wind, übernahm die Position des Vorsitzenden und CEO.[6]
Expansion
2015 übernahm Cunext die ECN Cable Group von General Cable. Das in Vitoria-Gasteiz ansässige Unternehmen stellt Stromleiter für Freileitungen, isolierte Kabel bis 66 kV und Bimetall-Produkte für Strom- und Telekommunikationsleitungen her.[7] Die Übernahme sicherte etwa 40 Arbeitsplätze und erweiterte das Produktportfolio um Aluminiumverarbeitung.
Im Juni 2020 gründete Cunext zusammen mit dem US-amerikanischen Metallhändler Prime Materials Recovery (PMR) das Joint Venture Ames Copper Group in Shelby, North Carolina.[8] Das Unternehmen investierte über 50 Millionen US-Dollar in den Bau einer Sekundärkupferhütte mit einer Kapazität von 50.000 Tonnen Kupferanoden jährlich – die erste Anlage dieser Art in den USA.[9]
Projekt Grünes Kupfer (Cobre Verde)
Im Jahr 2024 kündigte Cunext den Bau einer neuen Elektrolyseanlage zur Herstellung von Kupferkathoden aus recyceltem Material in Córdoba an. Das Projekt „Cobre Verde“ (span. für „Grünes Kupfer“) soll jährlich 100.000 Tonnen hochreines Kupfer (99,99 %) aus Sekundärrohstoffen produzieren.[10]
Die Gesamtinvestition beläuft sich auf etwa 130 Millionen Euro, finanziert durch:
- 30 Millionen Euro Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) im Rahmen des InvestEU-Programms[10]
- 30 Millionen Euro aus dem spanischen PERTE-Förderprogramm für industrielle Dekarbonisierung
- Eigenmittel und weitere öffentliche Förderungen
Das Engineering, Procurement and Project Management (EPPM) übernimmt das österreichische Unternehmen METTOP GmbH aus Leoben.[11] Die Produktion soll 2026 beginnen.
Unternehmensstruktur
Standorte
Cunext betreibt Produktionsstätten an folgenden Standorten:[1]
- Córdoba, Spanien (Hauptwerk, Kupferverarbeitung)
- Vitoria-Gasteiz, Spanien (ECN Cable Group, Aluminium- und Kabelproduktion)
- Saragossa, Spanien
- Brescia, Italien (Travar Tec S.R.L., Aluminiumverarbeitung)
- Shelby, North Carolina, USA (Ames Copper Group, Kupferrecycling)
Tochtergesellschaften
Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem:[12]
- Cunext Copper Industries S.L. (Stammgesellschaft)
- ECN Cable Group S.L.
- ECN Trefilería S.L.
- ECN Colada S.L.
- Transformados Combisa S.L.
- Travar Tec S.R.L. (Italien)
- Ames Copper Group (USA, Joint Venture)
Produkte
Cunext produziert Kupfer- und Aluminiumprodukte für verschiedene Industriezweige:[13]
- Kupferwalzdraht – Ausgangsmaterial für die Kabelindustrie
- Kupferdrähte und -kabel – für Energieübertragung und Telekommunikation
- Stromleiter für Freileitungen – bis 66 kV
- Kupferanoden und -kathoden – für die Elektroindustrie
- Aluminium-Walzdraht – für verschiedene industrielle Anwendungen
Die Hauptabnehmerbranchen sind Energieübertragung, Automobilindustrie, Eisenbahn, erneuerbare Energien (insbesondere Windkraft), Telekommunikation und Bauwesen.