Curie Museum

Museum in Frankreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Curie-Museum (frz.: *Musée Curie*) befindet sich im „Campus Curie“ im Quartier du Val-de-Grâce des 5. Arrondissements von Paris, unweit des Panthéons, in dem Pierre und Marie Curie seit 1995 ruhen. Das Museum umfasst einen Ausstellungsbereich und ein Archivzentrum und zeigt die Geschichte der Radioaktivität sowie deren erste medizinische Anwendungen durch die Radiotherapie. Es befindet sich im sogenannten „Pavillon Curie“, der von dem Architekten Henri-Paul Nénot (1853–1934) errichtet und heute vom CNRS und vom Institut Curie betrieben wird. Diese Institution verwaltet auch die benachbarten Pavillons „Pasteur“ und „des Sources“.

Eingang Curie Museum (Pavillon Curie des Instituts für Radium)

Am 25. November 2024 gab das französische Kulturministerium bekannt, dass das Gebäude als historisches Denkmal (Monument historique) eingetragen wird. Anlass war eine geplante Teilabrissmaßnahme zugunsten eines modernen Neubaus, die zuvor erhebliche Proteste ausgelöst hatte.[1][2][3]

Geschichte

Das Gebäude gehörte ursprünglich zum Institut du Radium, das im Juli 1914 kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs eröffnet wurde. Es bestand aus zwei sich gegenüberliegenden Gebäuden:

  • dem „Pavillon Pasteur“ unter Leitung von Claudius Regaud, der sich den biologischen und medizinischen Anwendungen der Strahlung widmete, und
  • dem „Pavillon Curie“, der von Marie Curie geleitet wurde und sich auf die physikalisch-chemische Erforschung der Strahlung konzentrierte.
Büro von Marie Curie

Das Büro und das persönliche Chemielabor von Marie Curie sind erhalten geblieben und bilden heute den historischen Kern des Museums.

Chemielabor von Marie Curie

Nachfolger und wissenschaftliches Umfeld

Nach Marie Curies Tod im Jahr 1934 wurde das Labor von André-Louis Debierne (1935–1945), anschließend von Irène Joliot-Curie (1945–1956) und schließlich von Frédéric Joliot-Curie (1956–1958) geleitet. In diesem Labor entdeckten Irène und Frédéric Joliot-Curie 1934 die künstliche Radioaktivität, wofür sie 1935 den Nobelpreis für Chemie erhielten.

Sammlungen

Das Musée Curie bewahrt Instrumente, Dokumente und Archive aus der Zeit von Marie Curie, André Debierne sowie Irène und Frédéric Joliot-Curie auf. Die Bestände dokumentieren die Geschichte der Radioaktivitätsforschung und deren erste Anwendungen in der Medizin. Darüber hinaus werden zahlreiche Alltagsgegenstände ausgestellt, die den damaligen gesellschaftlichen Umgang mit radioaktiven Materialien illustrieren.

Transportkiste für Radon

Die Sammlungen des Musée Curie spiegeln zugleich die Geschichte des Institut du radium der Fondation Curie wider – und damit die Geschichte der Radioaktivität und des Kampfes gegen den Krebs. Sie erzählen auch von den aufeinanderfolgenden Leitungen des Instituts – Marie Curie, André-Louis Debierne, Claudius Regaud, Irène und Frédéric Joliot-Curie – sowie von ihren wissenschaftlichen Arbeiten, ihren sozialen und politischen Aktivitäten. Archive, Fotografien, Presseartikel, Instrumente, eine Bibliothek und Kunstwerke bilden zusammen ein kohärentes Ensemble, das diese Entwicklung nachvollziehbar macht.[4]

Das Museum entstand schrittweise:

  • 1914: Gründung des Labors unter Leitung von Marie Curie
  • 1958: Nach dem Tod Frédéric Joliot-Curies wird das Büro als Erinnerungsort bewahrt
  • 1964: Eröffnung erster Vitrinen mit wissenschaftlichen Geräten
  • 1967: Präsentation des Büros und des Labors zu Marie Curies 100. Geburtstag
  • 1981: Dekontaminierung und Rekonstruktion des Chemielabors
  • 1995: Erweiterung und Renovierung des Ausstellungsraums
  • 2012: Wiedereröffnung nach Renovierung dank des Nachlasses von Ève Curie[5]
  • 2013: Einstufung als Maisons des Illustres
  • 2025: Klassifizierung als Monument historique

Maisons des Illustres

Am 29. November 2013 erhielt das Musée Curie das vom französischen Kulturministerium vergebene Label „Maisons des Illustres“. Diese Auszeichnung würdigt Orte, die das Andenken an herausragende Persönlichkeiten bewahren und deren Leben und Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Damit wird das Museum offiziell als Erinnerungs- und Bildungsstätte von nationaler Bedeutung anerkannt.[6]

Schutzstatus und Architektur

Das Gebäudeensemble des ehemaligen Institut du radium – bestehend aus den Pavillons *Curie*, *Pasteur* und *des Sources* – ist unter der Bezeichnung Ancien Institut du Radium in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums verzeichnet. Der Architekt Henri-Paul Nénot entwarf die Anlage zwischen 1911 und 1914 in einem sachlich-neoklassischen Stil aus Ziegel und Naturstein, mit großen, nach Norden gerichteten Fensterfronten zur optimalen Belichtung der Laborräume.

Die Unterschutzstellung betrifft:

  • die Fassaden und Dächer der drei Pavillons,
  • das **Büro von Marie Curie**,
  • das **Chemielabor**,
  • das **Amphitheater** im Pavillon Curie sowie
  • die Gartenflächen entlang der rue Pierre-et-Marie-Curie.
    • Schutzstatus:** teilweise unter Denkmalschutz (*inscrit au titre des monuments historiques*) seit dem **3. August 2025**.[7]

Umgebung

Das Museum ist eine gemeinsame Einrichtung (Unité mixte de service) des CNRS und des Institut Curie. Es liegt auf dem „Campus Curie“, der mehrere Forschungseinrichtungen der exakten Wissenschaften vereint, darunter das Institut de biologie physico-chimique, das Institut Henri-Poincaré und das Institut océanographique de Paris.

Einzelnachweise

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