Curtains – Wahn ohne Ende
Film von Richard Ciupka (1983)
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Curtains – Wahn ohne Ende (Originaltitel Curtains… The ultimate Nightmare) ist ein Horrorfilm des kanadischen Regisseurs Richard Ciupka aus dem Jahr 1983, der seinen Namen allerdings aus dem Vorspann streichen ließ. John Vernon, Samantha Eggar und Linda Thorson sind in den Hauptrollen besetzt, Anne Ditchburn, Lynne Griffin, Sandra Warren, Lesleh Donaldson und Deborah Burgess in tragenden Rollen.
| Film | |
| Titel | Curtains – Wahn ohne Ende |
|---|---|
| Originaltitel | Curtains… The ultimate Nightmare |
| Produktionsland | Kanada |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1983 |
| Länge | 89 Minuten |
| Altersfreigabe |
|
| Stab | |
| Regie | Richard Ciupka |
| Drehbuch | Robert Guza Jr. |
| Produktion | Peter R. Simpson |
| Musik | Paul Zaza |
| Kamera | Robert Paynter |
| Schnitt | Michael MacLaverty |
| Besetzung | |
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Eines der derzeitigen Filmplakate kündigte den Film mit folgenden Worten an: „Behind every curtain, someone is waiting … something is watching“ (frei übersetzt Hinter jedem Vorhang wartet jemand … beobachtet etwas.) Dem Filmplakat ist auch zu entnehmen, dass der fiktive Jonathan Stryker als Regisseur des Films genannt wird.[1]
Handlung
In Kürze beginnen die Dreharbeiten für den neuen Film des berühmten Regisseurs Jonathan Stryker. Für die Hauptrolle ist seine Lieblingsschauspielerin Samantha Sherwood vorgesehen. Damit sich Samantha in die Rolle der geisteskranken Audra hineinversetzen kann, soll sie einige Tage in einer Nervenheilanstalt verbringen. Durch einen vorgetäuschten Anfall wird Samantha dort eingeschleust und muss nun warten, bis Stryker sie wieder herausholt, was allerdings nicht passiert.
Jahre sind inzwischen vergangen und Stryker hat beschlossen, den Film doch noch zu drehen, allerdings mit einer jüngeren Darstellerin. Da ihm Samantha zu alt für die Rolle der Audra erscheint, lässt er sie weiter in der Anstalt schmoren und lädt sich stattdessen sechs junge Mädchen auf seinen Landsitz in den Rocky Mountains ein; eine von ihnen ist Patti O’Connor, eine Stand-up-Comedienne, eine weitere die zierliche Ballerina Laurian Summers sowie des Weiteren die temperamentvolle Musikerin Tara DeMillo und die professionelle Eiskunstläuferin Christie Burns. Ebenfalls eingeladen wurde die erfahrene Schauspielerin Brooke Parsons. Doch als die Nachwuchsschauspielerin Amanda Teuther, das zuerst eingeladene Mädchen, nicht zur Probe kommt, ruft das bei den inzwischen eingetroffenen anderen Mädchen ein unbestimmtes Gefühl der Angst hervor. Erst einmal versammeln sie sich in Strykers prunkvollem Anwesen, um sich auf das bevorstehende Vorsprechen vorzubereiten. Beim gemeinsamen Abendessen tauschen sie sich darüber aus, wie weit sie gehen würden, um die Filmrolle zu bekommen. Völlig überraschend taucht dann auch Samantha auf, der es gelungen ist, aus der Anstalt zu fliehen. Das trägt zusätzlich dazu bei, dass sich alle unbehaglich fühlen. Samantha besteht darauf, ebenfalls für die Rolle der Audra vorzusprechen. Natürlich machen sich alle Gedanken, ob Samantha etwas mit dem Verschwinden von Amanda zu tun hat. Ein Schneesturm verhindert zudem, dass die Anwesenden das Anwesen verlassen können und dort quasi ausharren müssen, bis sich die Wetterverhältnisse wieder normalisieren.
Als Christie, eines der Mädchen, am nächsten Morgen auf einem zugefrorenen See Schlittschuh laufen will, bemerkt sie im Schnee eine kleine Hand. Sie schiebt den Schnee beiseite und entdeckt eine große Puppe mit langen braunen Haaren und einem rosa Kleidchen. Während sie die Puppe noch lächelnd betrachtet, bemerkt sie zu ihrem Entsetzen eine ganz in Schwarz gekleidete maskierte Gestalt, die auf Schlittschuhen und mit einer Sichel in der Hand auf sie zuläuft. Sowohl Christie als auch die Puppe werden enthauptet.
Während Samantha und Stryker eine Schlammschlacht in der Villa starten, sind sich die Mädchen immer sicherer, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Als die Nacht hereinbricht, beginnt der Horror erst richtig. Stryker zwingt einige der Mädchen zum Sex und verspricht ihnen dafür die Rolle der Audra, während der Killer sich durch die gesamte Truppe metzelt. Zwar gelingt es Tara, einem der Mädchen, in eine Filmrequisitenhalle hinter dem Haus zu flüchten, aber auch dort kann die junge Frau dem Killer nicht entkommen.
Während es in der Küche zu einem Streit zwischen Samantha und einem anderen Mädchen kommt, offenbart sich die furchtbare Wahrheit. Samantha hat Stryker erschossen, und Patty O’Connor, das Mädchen, das die Rolle um jeden Preis haben will, hat ein Mädchen nach dem anderen ermordet, um am Ende als einzige Alternative übrig zu bleiben.
Produktion
Produktionsnotizen
Die Produktionsarbeiten zum von Simcom Limited produzierten Film begannen am 10. November 1980 in Muskoka und Toronto in Ontario, wurden jedoch von vielen Problemen überschattet. Für Regisseur Ciupka waren die Querelen mit den Produzenten des Films und die diversen Probleme während der Dreharbeiten Anlass, sich zu weigern unter seinem richtigen Namen als Regisseur des Films genannt zu werden. Stattdessen ist im Vorspann des Films als Name des Regisseurs der Figurenname des fiktiven von John Vernon verkörperten Filmemachers Jonathan Stryker genannt.[2] Ciupka hatte sich den Film eher als einen Arthouse- und Giallo-beeinflussten Horrorfilm vorgestellt. Ciupka zog sich zu etwa der Hälfte des Films von der Produktion zurück, da Produzent Peter R. Simpson einen Mainstream-Slasher wollte, was sein Vorstellungen nicht entsprach. Ein Jahr nach der Aufgabe durch Ciupka holte Simpson dann einige Darsteller zurück, um fehlende Szenen nachdrehen zu lassen, und um Curtains doch noch zu vervollständigen.[3]
Auch fielen Schauspieler aus und mussten ersetzt werden. Ursprünglich war Céline Lomez für die Rolle der Brooke Parsons vorgesehen, wurde aber schon kurz nach Drehbeginn durch Linda Thorson ersetzt, da Simpson mit Lomez’ Leistung unzufrieden war. Lesleh Donaldson wurde für einen Monat auf eine Eiskunstlaufschule geschickt, um ihre Szene auf dem See glaubhaft verkörpern zu können. Kollegin Anne Ditchburn sollte ihr bei ihrer Choreografie helfen. Als die Dreharbeiten beginnen sollten und sie den ersten Schritt aufs Eis machte, fiel sie hin und verletzte sich an den Lippen. So musste ein Double eingesetzt werden.[2] Aufgrund des chaotischen Produktionsprozesses und der extremen Abweichungen von der ursprünglichen künstlerischen Vision entschieden sich mehrere Beteiligte, sich namentlich von dem endgültigen Film zu distanzieren. Sandee Currie wählte aus diesem Grund das Pseudonym Sandra Warren.
Ursprünglich war geplant, auch den Tod des Hausmeisters Matthew auf dem Schneemobil zu zeigen. Die Szene wurde aber aus dem fertigen Film herausgeschnitten und so sind es die toten Körper der von John Vernon und Linda Thorson verkörperten Darsteller, die gegen die Fensterscheibe krachen. Für Michael Wincott und Anne Ditchburn waren im Drehbuch ursprünglich mehr Dialoge vorgesehen. Die bereits gedrehten Szenen wurden jedoch ebenfalls stark gekürzt. Die letzte Szene des Films, in der die inzwischen gefasste von Lynne Griffin als Patty O’Connor gespielte Mörderin vor einem desinteressierten Publikum in einer Anstalt eine Nummer aufführt, war ursprünglich so gedreht worden, dass sie auf einer Bühne, umgeben von den Leichen ihrer Opfer, einen Monolog hält. Simpson folgte insoweit aber auch dem Rat seiner Frau, die diese Sequenz als zu unrealistisch empfand, und ließ sie aus dem Film herausschneiden.[3] Es gab das Gerücht, es seien mehrere Filmenden mit jeweils einem anderen Mörder gedreht worden, anderen Aussagen zufolge hat der endgültige Bösewicht von Anfang an festgestanden. Unklar ist, ob Ciupkas ursprüngliche Vision für Curtains tatsächlich so unrealistisch gewesen ist, wie von Simpson behauptet. Laut Paul Lê, könne der Grund dafür, dass dieser Film von 1983 bei weitem nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie seine Zeitgenossen erfahren hat, darin liegen, dass er lange Zeit schwer erhältlich war.[4]
Eines der Musikstücke im Film ist You Saved my Soul, geschrieben und vorgetragen von Burton Cummings.
Aufgrund der aufgeführten Umstände ergab es sich, dass der Film letztendlich erst 1983 fertiggestellt und veröffentlicht werden konnte. Als er dann in die Kinos kam, teilte der Abspann den Film in Akt I und Akt II auf, um die unterschiedlichen kreativen Leistungen zu würdigen.[2][3]
Veröffentlichung und Einspielergebnis
Erstaufgeführt wurde der Film am 25. Februar 1983 in Phoenix in Arizona und am 4. März 1983 dann in den gesamten Vereinigten Staaten. Am 23. Juni 1983 kam er in einer limitierten Anzahl im Vereinigten Königreich in die Kinos, am 17. August 1984 war er erstmals in Norwegen zu sehen und am 14. September 1984 in Kanada. In der Bundesrepublik Deutschland war er nicht im Kino zu sehen, sondern erschien im Juni 1986 erstmals auf Video. In Mexiko wurde er am 14. November 1986 veröffentlicht und in Frankreich hatte er 1988 Videopremiere.
Veröffentlicht wurde der Film zudem in Brasilien, Estland, Finnland, Griechenland, Ungarn, Indien, Irland, Italien, Japan, Neuseeland, Polen, Portugal, Südafrika, in der Sowjetunion, in Spanien und in der Türkei.
Die Edel Music & Entertainment GmbH gab den Film am 24. April 2015 mit einer deutschen Tonspur auf DVD und auf Blu-ray heraus.[5] Das Studio cmv-Laservision gab den Film zudem mit einer deutschen Tonspur am 10. Dezember 2025 als Mediabook (limitiert und durchnummeriert auf 333 Stück) heraus inklusive Bonusmaterial wie Originaltrailer und umfangreichem Booklet.[6]
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films kam zu dem Ergebnis: „Spekulativer Psychothriller mit leicht durchschaubarer Handlung. Einige Szenen haben wirklich das Zeug zum Klassiker. So darf man sich beispielsweise auf eine Zeitlupenszene mit Sense auf einem zugefrorenen See freuen.“ Wozu dann näher ausgeführt wurde: „Curtains spielt recht intelligent mit Schein und Sein, bietet einige doppelte Böden, und eine Mordszene auf einem zugefrorenen See ist so spannend inszeniert, dass sie heute noch Gänsehaut verursacht.“[8]
Josh Goller führte bei Spectrum Culture aus, es sei nie ein gutes Zeichen, wenn ein Regisseur seinen Namen von einem Projekt zurückziehe. Genau das habe Richard Ciupka bei diesem Film getan. Er habe das Projekt aufgegeben, nachdem er nur etwa die Hälfte des für einen Spielfilm benötigten Materials zusammengetragen habe. Leider hätten die langwierigen Bemühungen, diese schwierige Produktion zusammenzuflicken, ihn nicht retten können. Der Film leide unter tonalen Unstimmigkeiten, einer bruchstückhaften Erzählstruktur und oberflächlich gezeichneten Charakteren. Das sei schade, denn Curtains biete durchaus eine einzigartige Perspektive. Angelegt und konzipiert sei der Film als Slasher für Erwachsene und verzichte daher auf die übliche Ansammlung lüsterner Teenager, die als Kanonenfutter für eine hirnlose Tötungsmaschine dienten. Der Film tappe aber in die typische Slasher-Falle: Der Tod eindimensionaler Charaktere hinterlasse beim Zuschauer kaum Eindruck. Obwohl der Film viel Potenzial für eine Kritik an der im Hollywood des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Frauenfeindlichkeit biete, werde Stryker nie wirklich als der chauvinistische Frauenheld und sexuelle Belästiger dargestellt, der er ist, sondern eher als ein weiterer anspruchsvoller Auteur, der sich an seiner Kunst ergötze und dabei leide.[3]
Audrey Vann beschäftigte sich mit dem Film bei The Stranger und stellte fest, er sei gruselig, kanadisch und aus irgendeinem Grund voller Puppen und meinte, vielleicht solle sie erst einmal erklären, warum sie sich diesen weitgehend unbekannten kanadischen Slasher-Film von 1983 angesehen habe. Das sei nämlich eher einem Zufall zu verdanken. Dieser Film sei in vielerlei Hinsicht ein klassischer Whodunit-Slasher; doch gebe es absurde Elemente, die einerseits keinen Sinn ergeben würden, andererseits aber den scheinbar simplen Film zu etwas Besonderem machen würden.[9]
Paul Lê schrieb bei Bloody Disgusting, dass Horrorfans viele ihrer Lieblingsfilme der 70er und 80er Jahre Kanada zu verdanken hätten. Weiter führte er zu diesem Film aus, dass Ciupkas Versuch, subtilen psychologischen Terror zu erzeugen, durch Simpsons unverhohlene Darstellungen kommerziellen Horrors ergänzt würden. Die einprägsamste Szene in Curtains sei zweifellos Lesleh Donaldsons Schlittschuhsequenz. McLaverty, der Cutter des Films, habe sich überrascht davon gezeigt, wie sehr die Fans diese Szene genossen hätten, bei der er selbst nur die technischen Mängel gesehen habe, während das Publikum von der unheimlichen Tageskulisse, der Zeitlupe, der Musik und vor allem der Maske des Killers gefesselt gewesen seien. Das hässliche Maskengesicht, obwohl es nicht das erste seiner Art im Horrorgenre gewesen sei, sei eindringlich. Die Maske rufe nicht nur oberflächliches Unbehagen hervor, sondern verkörpere perfekt die Angst vor dem Altern. Simpson habe mit seiner Regiearbeit zu Sandee Curries langer und wunderschön gruseliger Verfolgungsjagd im Requisitenlager Bemerkenswertes geleistet. Zwar seien gelegentlich die technischen Schwierigkeiten beim Zusammenschnitt von altem und neuem Filmmaterial zu erkennen, was zu Logikfehlern führe, aber offensichtlich habe zu diesem Zeitpunkt niemand besonderen Wert auf Logik oder einen nahtlosen Übergang gelegt. Simpson habe Großartiges geleistet und das Projekt, das beinahe abgebrochen worden wäre, gerettet. Er, die Crew und die Schauspieler hätten das Beste aus der schwierigen Produktion gemacht, und das Endergebnis sei angesichts aller Probleme und Hindernisse während der Dreharbeiten und der Postproduktion erstaunlich gut. So seien die schauspielerischen Leistungen für diese Genre herausragend und Simpson habe Ciupkas Vorarbeit perfekt ergänzt.[4]
Auf der Seite Rivers of Grue A Keeper of The Crimson Quill wurde festgestellt, dass es von all den Slasher-Filmen, die Anfang der 80er Jahre in die Kinos gekommen seien, nur wenige gebe, die so viel Diskussionspotenzial böten wie Richard Ciupkas Curtains. Bei seinem Erscheinen von Kritikern und Kinobesuchern gleichermaßen fast völlig übersehen, habe der Film dreißig Jahre lang ein Dasein in der Versenkung gefristet und es habe so ausgesehen, als sei er dazu verdammt, dort für immer zu bleiben. Doch während dieser langen Zeit habe sich eine gewisse Kult-Fangemeinde entwickelt. Und da Synapse Films die Originalfassung digital überarbeitet und ihr einen neuen Anstrich verpasst habe, gebe es keinen besseren Zeitpunkt für eine Wiederentdeckung. Wenn es schon eine angenehme Überraschung sei, dass dieser kuriose kanadische Film wiederentdeckt worden sei, so sei es doch schlichtweg erstaunlich, dass er überhaupt jemals das Licht der Welt erblickt habe. Wie schon in anderen Kritiken war man erstaunt, dass man dem fertigen Film kaum etwas von den Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten anmerke und allein die Tatsache, dass Curtains nicht in einem Fiasko geendet habe, sei schon ein Erfolg für sich. Gut geschrieben, wunderschön gefilmt und mit überzeugenden Leistungen des Ensembles sei er weitaus besser, als man angesichts der Turbulenzen habe erwarten können. Trotzdem könne weder visuelle Brillanz noch engagierte Inszenierung darüber hinwegtäuschen, dass der Film seine Identität nicht ganz gefunden habe. Einerseits sei er ein Krimi, wie ihn Agatha Christie im Schlaf geschrieben hätte, andererseits wolle er unbedingt ein typischer Slasher sein. Dies werde besonders im zweiten Akt deutlich, wo Simpsons Einfluss deutlich spürbar sei. Nicht nachvollziehbar sei es, dass die Szenen mit dem geschätzten Michael Wincott, der einen wortkargen Hausmeister verkörpere, fast alle im Schneideraum der Schere zum Opfer gefallen seien.[10]
Luisjo González erläuterte auf der Seite A Slash Avove…, dass Curtain bis heute einer seiner Lieblingsfilme sei. Gonzáles verwies darauf, dass dieser Film eigentlich das Regiedebüt von Richard Ciupka habe werden sollen, einem Kameramann, der in den 1970er-Jahren an verschiedenen Kultfilmen mitgewirkt habe. Der Kritiker verwies auf die künstlerischen Meinungsverschiedenheiten zwischen Ciupka und Produzent Peter Simpson, woraus sich dann auch das hohe Budget, die exzellenten Kulissen und der Beitrag von Paul Zaza, einem hoch angesehenen Komponisten jener Zeit, ergeben hätten. Der Film biete zweifellos eine Fülle bemerkenswerter Momente und sei ein authentisches Werk, das sich deutlich von anderen Genrevertretern abhebe. Es stehe als eigenständiges Slasher-Erlebnis für sich und verdiene Respekt für seine Fähigkeit, die Spannung über die gesamte Laufzeit hinweg beeindruckend hochzuhalten. Ganz besonders hob González die Leistung von Lynne Griffin hervor, die allen anderen die Show stehle.[11]
Auch Marco Koch, Filmforum Bremen, führte aus, dass man dem Film „seine nicht gerade einfach Produktionsgeschichte“ ansehe. „Seine Zerrissenheit und das Stückwerk, welches erst später zu einem Ganzen zusammengefügt“ worden sei, überfalle „den Zuschauer förmlich“. Der Film bewege sich „mal in diese, dann wieder in eine andere Richtung. Manche Szenen“ schienen „gar zu einem ganz anderen Werk zu gehören“. Man solle bei diesem Film „sowieso nicht allzu sehr in der Logik-Kiste kramen“. Auch Koch bestätigte, dass vor allem der Mord auf dem Eis eine „höchst effektive Szene“ sei, „die man noch lange nach dem Abspann im Kopf“ behalte. In dieser Szene erreiche der Film „kurzzeitig eine wahrhaft mörderische Intensität“.[12]
Auf der Seite Cinecaps Digest empfand man den Film als wenig überzeugend, die Rede war von einer verwirrenden Mystery-Handlung, zwar gebe es ein paar gelungene Szenen, doch sei der Film größtenteils eine Qual. Die Kameraführung sei banal, die Charaktere blass, das Spiel der Schauspieler hölzern und die Regie nicht dazu angetan, Spannung aufzubauen. Slasher-Filme seien zugänglicher, als ihre schärfsten Kritiker zugeben wollten, doch ein gemächliches Tempo und weitgehend blutlose Inszenierungen seien nicht der Weg zu durchschnittlicher, niveauvoller Anerkennung.[13]
Mark Turner von Digital Views stellte fest, dass die Verschmelzung der unterschiedlichen Vorstellungen von Ciupka und Simpson relativ unauffällig sei und ihm, hätte er nichts davon gewusst, wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wäre. Wenn man es wisse, bemerke man es natürlich. Die schauspielerischen Leistungen, von etablierten Stars am Ende ihrer Karriere bis hin zu Nachwuchsschauspielerinnen, die auf den Durchbruch hofften, seien wirklich bemerkenswert. Sie überträfen sogar das, was die meisten Filme dieses Genres üblicherweise böten. Auch Vernon überzeuge in der Rolle des Regisseurs, der von einem Film besessen sei, der ihm alles bedeute. Wie jeder Einzelne seine Figur zum Leben erwecke, zeige, dass er der Herausforderung gewachsen gewesen sei, den Film glaubwürdig zu gestalten. Synapse habe mit der Blu-ray-Veröffentlichung dieses Films hervorragende Arbeit geleistet. Die Bildqualität sei fantastisch. Auch die enthaltenen Extras seien großartig und böten mehr Hintergrundinformationen zur Entstehung des Films als die meisten anderen Veröffentlichungen.[14]