Cyanoacetylen

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Cyanoacetylen (auch Propiolnitril) ist eine organische Verbindung, die als monosubstituiertes Ethin bzw. als Nitril der Acetylencarbonsäure (Propiolsäure) gesehen werden kann.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Cyanoacetylen
Allgemeines
Name Cyanoacetylen
Andere Namen
  • Propiolonitril (IUPAC)
  • Prop-2-innitril
  • 2-Cyanoethin
  • Monocyanoacetylen
Summenformel C3HN
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1070-71-9
EG-Nummer (Listennummer) 861-640-1
ECHA-InfoCard 100.313.512
PubChem 14055
ChemSpider 13436
Wikidata Q867172
Eigenschaften
Molare Masse 51,05 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,8167 g·cm−3 (17 °C)[1]

Schmelzpunkt

5 °C[2]

Siedepunkt
Dampfdruck
  • 37,6 hPa (-20 °C)[1]
  • 81 hPa (-10 °C)[1]
  • 164 hPa (0 °C)[1]
  • 297 hPa (10 °C)[1]
  • 447 hPa (20 °C)[1]
  • 654 hPa (30 °C)[1]
  • 935 hPa (40 °C)[1]
Löslichkeit

leicht löslich in Toluol[5], Aceton und Ethanol[3]

Dipolmoment

3,73172 D (Gas)[6]

Brechungsindex

1,3868 (25 °C)[7]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[8]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225300310330
P: ?
Toxikologische Daten
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

+354 kJ·mol−1 (Gas)[10]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Cyanoacetylen wurde durch spektroskopische Methoden in interstellaren Wolken,[2] sowie im Schweif des Kometen C/1995 O1 (Hale-Bopp) und in der Atmosphäre des Saturnmondes Titan nachgewiesen.[11]

Darstellung und Gewinnung

Die Darstellung von Cyanoacetylen gelingt durch die Dehydratisierung von Acetylencarbonsäureamid in Gegenwart von Phosphorpentoxid.[12][4] Das Säureamid kann über eine Esterstufe aus der Acetylencarbonsäure hergestellt werden,[2] die durch die Umsetzung von Ethin mit Kohlendioxid zugänglich ist.[13][14]

Synthese von Cyanoacetylen
Synthese von Cyanoacetylen

Eigenschaften

Cyanoacetylen ist eine niedrigsiedende, farblose Flüssigkeit.[2][4] Unterhalb von 5 °C erstarrt die Verbindung.[2] Festes Cyanoacetylen kristallisiert in einem monoklinen Kristallsystem.[15] An Luft verfärbt sich die Flüssigkeit schnell dunkel,[3] die Lagerung der instabilen Substanz erfolgt bei < −10 °C.[1][16] Die Dämpfe sind leicht entzündlich und extrem tränenreizend.[2] Bei Bestrahlung mit UV-Licht polymerisiert Cyanoacetylen.[17] In Gegenwart von Peroxiden wird keine wesentliche radikalische Polymerisation beobachtet.[2] Mit Ammoniak wird über Wasserstoffbrücken ein 1:1-Komplex gebildet.[18] Cyanoacetylen besitzt eine merkliche CH-Acidität, d. h., es kann durch starke Basen deprotoniert werden. Grund ist die Mesomeriestabilisierung des Anions (−M-Effekt der Cyanogruppe).

Sicherheitstechnische Kenngrößen

Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei −30 °C.[16]

Verwendung

Durch Ethoxycarbonylierung von Cyanoacetylen können Cyanoacrylate hergestellt werden.[19]

Einzelnachweise

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