Cyazofamid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Cyazofamid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Imidazole (Cyanoimidazole) und Sulfonamide.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Cyazofamid
Allgemeines
Name Cyazofamid
Andere Namen
  • 4-Chlor-2-cyano-N,N-dimethyl-5-p-tolylimidazol-1-sulfonamid (IUPAC)
  • 4-Chlor-2-cyano-N,N-dimethyl-5-(4-methylphenyl)-1H-imidazol-1-sulfonamid
Summenformel C13H13ClN4O2S
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 120116-88-3
EG-Nummer (Listennummer) 601-671-8
ECHA-InfoCard 100.111.751
PubChem 9862076
Wikidata Q15632870
Eigenschaften
Molare Masse 324,79 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte
  • 1,446 g·cm−3[2]
  • ca. 550 kg/m3 (Schüttdichte)[1]
Schmelzpunkt

160–165 °C[1]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (< 0,1 g·l−1 bei 25 °C)[1]
  • löslich in Dichlorethan[2]
  • nahezu unlöslich in Toluol und Hexan[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 410
P: 273391501[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Cyazofamid kann durch mehrstufige Reaktion ausgehend von 2,2-Dichlor-1-(4-methylphenyl)ethanon[S 1] durch Dehydratisierung, zwei Deoxygenierungen und eine Chlorierung des Imidazolringes gewonnen werden.[4]

Synthese von Cyazofamid (I)
Synthese von Cyazofamid (I)
Synthese von Cyazofamid (II)
Synthese von Cyazofamid (II)
Synthese von Cyazofamid (III)
Synthese von Cyazofamid (III)

Eigenschaften

Cyazofamid ist ein brennbarer weißer bis gelblicher Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist.[1] Die Halbwertszeit (DT50) gegenüber von Hydrolyse beträgt etwa 25 Tage.[5]

Verwendung

Cyazofamid wird als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln verwendet.[1] Es ist ein protektives und begrenzt systemisches Fungizid, welches alle Entwicklungsstufen von Pilzen[2] durch Beeinflussung der Atmung im mitochondrialen Cytochrom-bc1-Komplex hemmt.[6] Es blockiert die innere Andockstelle für Ubichinon und wird deshalb als Qi-Inhibitor bezeichnet. Die Markteinführung erfolgte 2001.[7]

Zulassung

Cyazofamid wurde 2003 von der EU-Kommission für Anwendungen als Fungizid in die Liste der zugelassenen Wirkstoffe aufgenommen.[8]

In einer Reihe von EU-Staaten, unter anderem in Deutschland und Österreich, sowie in der Schweiz sind Pflanzenschutzmittel (z. B. Ranman) mit diesem Wirkstoff zugelassen.[9]

Einzelnachweise

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