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Czarny Las (Mykanów)

Siedlung in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Czarny Las (deutsch Hilsbach) ist eine Ortschaft mit einem Schulzenamt der Landgemeinde Mykanów im Powiat Częstochowski der Woiwodschaft Schlesien in Polen.

Częstochowska-Straße in Czarny Las
Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Czarny Las
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Czarny Las (Polen)
Czarny Las (Polen)
Czarny Las
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Częstochowski
Gmina: Mykanów
Geographische Lage: 50° 54′ N, 19° 5′ O
Einwohner: 1029 (2008)
Postleitzahl: 42-233
Telefonvorwahl: (+48) 34
Kfz-Kennzeichen: SCZ
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
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Geschichte

Das Dorf wurde im Jahr 1802 unter dem Namen Hilsbach durch deutsch-lutherische Kolonisten gegründet,[1] als das Gebiet nach der zweiten Teilung Polens von 1793 bis 1807 zu Südpreußen gehörte. 1807 kam Czarny Las ins Herzogtum Warschau und 1815 ins neu entstandene russisch beherrschte Kongresspolen. Danach wurde es zu Czarny Las (Schwarzwald auf Deutsch, im Sinn Laubwald) umbenannt.[2]

Hilsbach war die größte deutsche Kolonie in der Umgebung von Częstochowa (8 km im Süden) und wurde zum großen Teil von Textilarbeitern bewohnt. 1827 gab es 73 Häuser mit 405 Einwohnern.[3] 1846 entstand dort dank dem Pastor Edward Lembke eine evangelisch-augsburgische Filialgemeinde von Wieluń,[1] die u. a. die Kolonien Kuhlhausen (Węglowice) und Heilmannswalde (Puszczew) und evangelische Arbeiter in Kamienica Polska und Huta Stara A umfasste. 1854 wurde der Sitz nach Tschenstochau an der neuen Warschau-Wiener Eisenbahn verlegt. In der örtlichen Volksschule wurde bis 1918 auf Deutsch und Russisch unterrichtet, danach bis 1925 auf Polnisch und Deutsch.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam Czarny Las zu Polen und gehörte zu der Gemeinde Grabówka im Powiat Częstochowski in der Woiwodschaft Kielce (1919–1939). In der Zwischenkriegszeit machten die Lutheraner 3/4 der Bewohner aus, z. B. 1921 gab es 354 Protestanten und 537 Einwohner, außerdem deklarierten sich 360 als deutscher Nationalität, die größte Zahl in der ganzen Woiwodschaft.[4] Gleich zum Beginn des deutschen Überfalls auf Polen 1939 fand unweit der Ortschaft die Schlacht bei Mokra statt, bei welcher die deutsche 4. Panzer-Division von einer polnischen Kavallerie-Brigade gestellt und geschlagen wurde. Im Zweiten Weltkrieg gehörte es zum Distrikt Radom im Generalgouvernement. 1940 wurden die Polen zwangsweise ausgesiedelt, um Volksdeutsche anzusiedeln. 1945 flüchteten zunächst viele Deutsche vor dem Einmarsch der Sowjets, der Rest wurde später vertrieben.

1950 kam es an die Woiwodschaft Katowice. Von 1975 bis 1998 gehörte Czarny Las zur Woiwodschaft Częstochowa.

Evangelischer Friedhof

In Czarny Las befindet sich ein ehemaliger evangelischer Friedhof, der im 18. Jahrhundert von deutschen Kolonisten angelegt wurde. Dutzende Gräber sind in unterschiedlichem Erhaltungszustand erhalten. Die ältesten stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die jüngsten aus dem Zweiten Weltkrieg. Mehrere Gräber wurden neu mit Grabsteinen versehen. Die Protestanten von Częstochowa nutzen den St.-Roch-Friedhof in Częstochowa, auf dem sich die evangelisch-augsburger Abteilung befindet. 2009 wurde das Friedhofsgelände in Czarny Las der katholischen Pfarrei Czarny Las übertragen und mit dem örtlichen Friedhof zusammengelegt. Eine Revitalisierung des Geländes war geplant. Der Großteil des Gestrüpps und Unterholzes auf dem Nekropolengelände wurde entfernt, darunter auch die Einebnung zahlreicher bestehender, gut gepflegter Erdgräber. Trotzdem war der Friedhof verwildert und vernachlässigt. 2018 wurden auf Wunsch der römisch-katholischen Pfarrei Bäume gefällt und das Gelände eingeebnet, wodurch alle Spuren von Bestattungen vernichtet wurden. Nur ein Holzkreuz und einige wenige gemauerte Grabsteine sind erhalten geblieben.[5]

Einzelnachweise

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