Cécile de Rothschild
französische Profigolferin und Philanthropin
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Cécile Léonie Eugénie Gudule Lucie de Rothschild (geboren 15. März 1913 in Paris; gestorben 17. Januar 1995 ebenda) war eine französische Profigolferin und Philanthropin sowie Mitglied der Familie Rothschild.

Leben
Cécile de Rothschild wurde am 15. März 1913 in Paris geboren. Sie war die Tochter des Bankiers Robert de Rothschild (1880–1946) und Nelly de Rothschild (1886–1945). Sie hatte zwei Brüder, Alain (1910–1982) und Élie (1917–2007), sowie eine Schwester, Diane (1907–1996). Die Familie lebte in der Avenue Marigny 23 und in Laversine. Mit ihren Eltern und Geschwistern emigrierte sie während des Zweiten Weltkriegs nach New York. Zurück in Frankreich wohnte sie später in Faubourg Saint-Honoré in Paris und in einem Haus in der Nähe von Laversine.[1]
Sie blieb unverheiratet und lebte ein unkonventionelles Leben. Cécile de Rothschild teilte viele Leidenschaften, die auch andere Mitglieder der Familie Rothschild hatten, interessierte sich für Automobile, für die gehobene Küche, sie segelte, übte sich als Winzerin und als Gärtnerin. Gemeinsam mit Russel Page gestaltete sie ihren Garten in Noisy-sur-Oise.[1]
Ihre Leidenschaft für Kunst wurde durch ihren Vater gefördert. Diese hatte auf einer Reise nach London dort das Gemälde „Die Badenden“ (1890) von Cézanne erworben. Angeblich sagte er zu den Kindern, wer erraten würde, was er aus London mitgebracht habe, sollte dies erhalten. Er gab den Kindern einen Tipp, es würde mit dem Buchstaben ‚C‘ beginnen. Cécile de Rothschild tippte auf Cézanne und zeigte so bereits ihr frühes Interesse an moderner Kunst. Von da ab begann sie Kunst zu sammeln und ihre Sammlung umfasste später Werke von Picasso, Schiele und Cézanne. Ihre Leidenschaft erweiterte sie, während sie mit ihren Eltern Schutz in New York während des Zweiten Weltkriegs suchte, um die amerikanische Avantgarde. Sie sammelte außerdem Kunstgegenstände wie Silberwaren, Möbel und italienische Majolika.[1]

Gemeinsam mit ihren Geschwistern schenkte sie 1947 dem Louvre das Porträt der Lady Alston von Thomas Gainsborough „zum Gedenken an ihre Eltern, Baron und Baronin Robert de Rothschild“.[2] Sie wurde 1963 als erste Frau in den Vorstand der „Gesellschaft der Freunde des Louvre“ gewählt.[3]
De Rothschild war eine der ersten Profigolferinnen und gehörte 20 Jahre der französischen Nationalmannschaft im Golf an. Nach ihr wurde die French International Ladies Amateur Championship, auch bekannt als Cécile de Rothschild Trophy, benannt. Ihren ersten Sieg errang sie 1938 beim Vilmorin Cup gegen Jacqueline Carpentier, die Tochter des Boxers Georges Carpentier. Sie gewann 1956 den Gaveau-Pokal, benannt nach ihrer Freundin, der Golferin Janine Gaveau. Philippe Palli von der französischen Golf-Traditionsvereinigung kommentierte ihr Spiel mit den Worten: „Ihr Schwung war kurz und recht schnell. Ihr kraftvoller Ballkontakt war ebenso beeindruckend wie ihre Flugbahnen, die an einem schlechten Tag dem ‚Burst‘, dem berühmten Manöver der Patrouille de France, ähnelten.“ Er fügte hinzu, dass sie ohne viel Nachdenken spielte.[4]
Sie lebte in Paris in einer Wohnung in der Rue Faubourg Saint-Honoré, die zuvor Coco Chanel gehört hatte. Dort bewirtete sie bekannte Schauspieler wie Melina Mercouri oder Maurice Chevalier.[1] Sie veranstaltete und organisierte in ihrem Stadtpalais opulente Mahlzeiten, zubereitet von Michel Roux, einem bedeutenden Vertreter der französischen Küche. Er absolvierte zuvor bereits seine Ausbildung zum Küchenassistenten bei Cécile de Rothschild und kehrte 1961 als Küchenchef zurück. Auch reiste sie gern und mietete eine Yacht, mit der sie im Sommer durch das Mittelmeer kreuzte. Dort empfing sie auch Freunde wie Cecil Beaton, der über sie sagte: „eine Person von Format, absoluter Integrität und starken Werten“. Sie bewunderte die Mode und ihre Schöpfer, von den Anfängen Azzedine Alaïa über Yves Saint Laurent bis hin zu Guerlain und vielen anderen. Sie wurde oft zu den Präsentationen der Kollektionen der größten Modeschöpfer eingeladen.[4]
Bei einem Abendessen in New York lernte Cécile de Rothschild im Jahr 1960 die Schauspielerin Greta Garbo kennen. Sie freundeten sich an und Garbo wurde danach bei öffentlichen Auftritten oft von Cécile de Rothschild begleitet. Gemeinsam besichtigten sie Museen in New York und Cécile de Rothschild nahm Garbo mit auf ihre Güter in Frankreich.[1]
Cécile de Rothschild starb am 17. Januar 1995 in Paris.
Ein äußerst seltener jüdischer Ehering aus dem Italien des 17. Jahrhunderts mit der traditionellen hebräischen Inschrift „Mazel Tov“ im Inneren wurde im Jahr 2003 von den Erben von Cécile de Rothschild zum Gedenken an Baronin Liliane de Rothschild, der Frau ihres Bruders Élie, dem Museum für Jüdische Kunst und Geschichte in Paris geschenkt.[5]