Dálnice 48

Autobahn in Tschechien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Dálnice 48 (tschechisch für „Autobahn 48“) ist eine Autobahn in Tschechien. Sie zweigt bei Bělotín von der D1 ab und führt über Nový Jičín, Frýdek-Místek nach Český Těšín. Die Umgehung von Český Těšín ist nur als Silnice I/48 gewidmet und als Kraftfahrstraße gekennzeichnet. An der tschechisch-polnischen Grenze wird die Strecke fortgesetzt als S52.

Schnelle Fakten
Dálnice D48 in Tschechien
Dálnice 48
 Dálnice 48
Karte
Dálnice 48
Dálnice 48
Basisdaten
Betreiber: Ředitelství silnic a dálnic ČR
Straßenbeginn: Bělotín
Straßenende: Žukov, Übergang in S48
Gesamtlänge: 70 km
  davon in Betrieb: 65,4 km
  davon in Bau: 3,7 km
  davon in Planung: 3,8 km

Kraj (Region):

Region Mährisch-Schlesien

Die D48 bei Nový Jičín
Straßenverlauf
(1)  Bělotín D1 E462
(2)  Bělotín-jih S47
Luha
(3)  Bělotín-východ S47
(8)  Dub
Übergang in S48
geplante Fertigstellung 2026
Palačov S35 S57 E442
Starý Jičín
Jičínka
Ausbau geplant 2026–2029
Nový Jičín-západ S57
Nový Jičín-východ
Rybí 482 (Wegfall 2029)
Übergang aus S48
(30)  Příbor-západ S58
Lubina
(32)  Příbor-východ
Ondřejnice
(38)  Rychaltice 486
Chlebovice
Grünbrücke Zahradnická (160 m)
(46)  Frýdek-Místek-západ D56
(48)  Frýdek-Místek-jih S56
Ostravice
Morávka
(52)  Frýdek-Místek-východ
(54)  Dobrá
(57)  Nošovice
(62)  Tošanovice
(63)  Třanovice S68
(70)  Žukov S11 S57
Übergang in S48
  • In Bau
  • In Planung
  • Schließen

    Die Autobahn ersetzt die heute zu Gemeindestraßen herabgestufte Fernverkehrsstraße 48.

    Maut- bzw. vignettenpflichtig sind die Teilabschnitte Bělotín – Jeseník nad Odrou (Ausfahrten 1–8), Palačov – Nový Jičín-centrum (km 12 – Ausfahrt 21), Rybí – Frýdek-Místek-východ (km 24 – Ausfahrt 52) sowie Dobrá – Žukov (Ausfahrten 54–70).[1]

    Geschichte

    Obwohl nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch den deutschen NS-Staat und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen eine Ausdehnung der Planungen zum Bau von Reichsautobahnen auf besetzte Gebiete außerhalb des Deutschen Reichs erfolgte, enthielt der Netzplan vom Mai 1941 lediglich eine Verbindung von Königsberg in Ostpreußen über Allenstein, Litzmannstadt, Tschenstochau, Kattowitz bzw. Gleiwitz, Mährisch Ostrau weiter entlang der March bis in den Raum nördlich Wien, wo sie an die bereits im Bau befindliche Reichsautobahn Wien–Breslau anbinden sollte. Eine weitere Strecke zwischen dem Raum Olmütz und Mährisch Ostrau in Richtung Krakau war hingegen nicht vorgesehen.[2]

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann sich in den 1950er-Jahren der Verkehr in der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik stärker zu entwickeln. Insbesondere um die wirtschaftlichen Ballungsgebiete wie Ostrava entstand daher ein Bedarf am Ausbau des Straßennetzes. Durch Beschluss Nr. 286 vom 10. April 1963 und durch Beschluss Nr. 24 vom 29. Januar 1987 der tschechoslowakischen Regierung wurde der Bau der Schnellstraße 48 im Abschnitt Bělotín – Staatsgrenze zu Polen genehmigt. Nach dem Zerfall der Tschechoslowakei und der Gründung der Tschechischen Republik zum 1. Januar 1993 hielt die Regierung in Prag im Wesentlichen an der Planung fest. Mit dem Regierungsbeschluss Nr. 741 vom 21. Juli 1999 wurde der Bau einer Rychlostní silnice 48, allerdings mit einer südlichen Umgehung von Frýdek-Místek bestätigt. Dementsprechend begannen bereits in den 1970er-Jahren die Arbeiten an der Schnellstraße:[3]

    Weitere Informationen Abschnitt, Länge ...
    AbschnittLängeFertigstellungQuerschnittEntwurfs-
    geschwindigkeit
    Sonstiges
    Bělotín – Polom u Hranic4 km1976S15,0100mit Anschlussstelle Polom an die bisherige Silnice I/48
    Polom – Dub2,2 km1985/86mit Anschlussstelle Dub
    Dub – Palačov6 km1988mit Anschlussstelle Palačov und Anbindung an alte Silnice I/48 bei Janovice
    Palačov bzw. Janovice – Starý Jičín2,8 km1990mit Anschlussstelle Starý Jičín
    Starý Jičín – Nový Jičín4,2 km1982mit Anschlussstelle Nové Jičín-západ
    Umgehung Nový Jičín1,8 km1978mit Anschlussstelle Nový Jičín-východ
    Nový Jičín – Příbor9,4 km1972/73mit Anschlussstellen Libhošť und Příbor-sever (Silnice I/58)
    Umgehung Příbor1,2 km1991S16,5
    Anschlussstelle Příbor-východ0,9 km1988
    Příbor – Rychaltice4,1 km1995mit Anschlussstelle Hájov
    Anschlussstelle Rychaltice0,6 kmSeptember 2000R22,5/S11,5
    Schließen

    Zwar wurde der Abschnitt Bělotín – Příbor – Rychaltice vierstreifig (2+2) errichtet, jedoch aufgrund des geringen Querschnitts ohne bauliche Trennung der Richtungsfahrbahnen, ohne Standstreifen sowie in der Regel ohne Beschleunigungsstreifen und Verzögerungsstreifen. Daher wird dieser Abschnitt im Zuge der Höherstufung zur Autobahn D48 schrittweise umgebaut.

    1991 wurde dem Verkehr ein ein Kilometer langer Abschnitt über die tschechoslowakisch-polnische Staatsgrenze bei Český Těšín, darunter die 760 Meter lange Grenzbrücke über die Olsa, die Grenzkontrollstelle mit Zollamt und ein Teil der Anschlussstelle Český Těšín-sever übergeben. Der Abschnitt ist im Querschnitt S 11.5 mit der Entwurfsgeschwindigkeit 80 km/h konzipiert. Er ist bis heute weder als Autobahn, noch als Kraftfahrstraße gewidmet. 1997 folgte die nächste Teilstrecke zwischen Český Těšín-sever und Český Těšín-západ, allerdings vierstreifig und autobahnähnlich mit dem Regelquerschnitt 22,5.[3] 2001 beschloss die polnische Regierung, die S1 von Pyrzowice über Dąbrowa Górnicza, Bielsko-Biała und Cieszyn zur Staatsgrenze nach Tschechien zu führen, um sie dort an die Schnellstraße nach Brünn anzubinden.[4] Zwischen 2001 und 2007 eröffnete Tschechien weitere Teilabschnitte der R48 zwischen Frýdek-Místek und Český Těšín. Ab 2007 begann der Neu- und Ausbau der Abschnitte zwischen Bělotín und Frýdek-Místek, der noch nicht abgeschlossen ist.

    Zum 1. Januar 2016 wurde die bisherige Rychlostní silnice 48 zur Autobahn D 48 durch das Gesetz Nr. 268/2015 vom 15. September 2015 umklassifiziert. Das Autobahnende der D48 ist an der Ausfahrt 70, Žukov, festgelegt. Folgende Abschnitte sind daher nicht Bestandteil der D48 geworden, sondern als Silnice I/48 gewidmet:

    Weitere Informationen Abschnitt, Länge ...
    AbschnittLängeStatusBaubeginnFertigstellungQuerschnittEntwurfs-
    geschwindigkeit
    Český Těšín – Žukov
    (3. Bauabschnitt)
    01,200 kmunter VerkehrJuni 200429. November 2007S22,580
    Český Těšín – Žukov
    (2. Bauabschnitt)
    01,740 km20. September 200131. Juli 2004
    Český Těšín – Žukov
    (1. Bauabschnitt)
    02,200 kmNovember 199517. Oktober 1997
    Schließen

    Am 19. Mai 2016 änderte die polnische Regierung ihre Schnellstraßenplanung dahingehend, dass nunmehr die S52 an der Staatsgrenze bei Cieszyn beginnen und über Bielsko-Biała, Głogoczów (S7), Balice (A4), Nordumgehung Kraków bis zum Kreuz mit der S7 (Richtung Zastów) verlaufen soll.[5]

    Bauabschnitte

    Der Bau der D48 hat folgenden Stand erreicht:[6]

    Weitere Informationen Abschnitt, Länge ...
    AbschnittLängeStatusBaubeginnFertigstellungQuerschnittEntwurfs-
    geschwindigkeit
    Sonstiges
    Zubringer Bělotín01,600 kmunter Verkehr26. November 200425. November 2008R24,5100Neubau; Errichtung im Zusammenhang mit dem Abschnitt Nr. 4704 der damaligen Dálnice 47, der heutigen Dálnice 1[7]
    Umfahrung Bělotín01,559 km12. Mai 20042. August 2007R22,5100Neubau
    Bělotín – Rybí
    (1. Bauabschnitt, 1. Teil Bělotín–Dub)
    05,036 km10. Juni 202121. Dezember 2023D25,5120[8]Ausbau der ursprünglich im SQ 15/100 errichteten Trasse
    Dub – Palačov (mit Abschnitt der I/35 Palačov–Lešná von 5,200 km)03,695 kmim Bau5. Juni 2023geplant: 2026R25,5100Ausbau der ursprünglich im SQ 15/100 errichteten Trasse; Verlegung im Bereich der Anschlussstelle zur I/35; im Dezember 2023 ist eine Fahrbahn unter Verkehr genommen worden[9]
    Bělotín – Rybí
    (1. Bauabschnitt, 2. Teil Palačov–Šenov)
    08,151 kmunter Verkehr10. Juni 202119. Dezember 2024D25,5120[10]Ausbau der ursprünglich im SQ 15/100 errichteten Trasse
    Bělotín – Rybí
    (2. Bauabschnitt Šenov–Rybí)
    03,793 kmplanfestgestellt und Ausschreibung erfolgtgeplant: 2026geplant: 2029D25,5120Ausbau der im SQ 15/100 bestehenden Trasse; Abzweig nach Rybí (Silnice II/482) fällt im Laufe der Umsetzung weg[11]
    Umfahrung Příbor01,447 kmunter Verkehr16. April 200924. November 2011R25,5100[12]Ausbau der im SQ 16,5/100 bestehenden Trasse
    Rybí – Rychaltice11,528 km19. Mai 201715. Dezember 2020R25,5120Ausbau der im SQ 16,5/100 bestehenden Trasse[13]
    Rychaltice – Frýdek-Místek07,137 km8. Oktober 200913. Dezember 2012R25,5120[14]Neubau
    Umfahrung Frýdek-Místek, 1. Bauabschnitt04,250 km22. Mai 20182. September 2022R25,5120[15][16]Neubau; Ersatz der bisherigen vierstreifigen Ortsdurchfahrt
    Umfahrung Frýdek-Místek, 2. Bauabschnitt04,316 km25. September 20191. Fahrbahn: 22. Dezember 2022; 2. Fahrbahn: 24. Juli 2023R25,5120Neubau; Bauverzögerung aufgrund eines Erdrutsches; Ersatz der bisherigen vierstreifigen Ortsdurchfahrt[17]
    Frýdek-Místek – Dobrá05,623 km25. Juni 200226. Oktober 2004R22,5100Neubau
    Dobrá – Tošanovice06,880 km20. Mai 200431. Oktober 2006Neubau; zwischen 2028 und 2030 ist die Errichtung einer neuen Ausfahrt 57 Nošovice geplant[18]
    Tošanovice – Žukov07,850 km4. April 200529. November 2007Neubau
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    Commons: Dálnice 48 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

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