Dürr AG
börsennotierter Maschinen- und Anlagenbauer
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Die Dürr AG mit Sitz in Stuttgart und Hauptverwaltung in Bietigheim-Bissingen ist ein börsennotierter Maschinen- und Anlagenbauer, der 1896 in Cannstatt durch Paul Dürr gegründet wurde. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und -zulieferer. Weitere Abnehmerbranchen sind zum Beispiel der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie und die holzbearbeitende Industrie.
| Dürr AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0005565204 |
| Gründung | 1896[1] |
| Sitz | Stuttgart, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 18.000 (2025)[2] |
| Umsatz | 4,2 Mrd. Euro (2025)[3] |
| Branche | Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferer |
| Website | www.durr-group.com |
| Stand: 2. April 2026 | |
Geschichte



Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1896 mit der Gründung einer Bauklempnerei in der Brunnenstraße in Bad Cannstatt durch Paul Dürr (1871–1936).[4] Dürr stellte unter anderem Dachrinnen und Ornamente für die königlichen Schlösser her[5] und erweiterte den Betrieb 1898 durch ein Wohnhaus mit Lagerräumen an der Ecke Hofener Straße/Olgastraße in Bad Cannstatt. Für eine Arbeit am Dach des Stuttgarter Kunstgebäudes erhielt Dürr 1913 den Titel Königlich Württembergischer Hofflaschnermeister. 1917 wurde der Betrieb auf Blechbearbeitung ausgeweitet und Kontakte zur Fahrzeugindustrie aufgebaut.
1932 übergab Paul Dürr das Unternehmen an seinen Sohn Otto Dürr. 1936 entstand in Stuttgart-Zuffenhausen ein Zweigbetrieb. 1938 wurde ein Konstruktionsbüro eingerichtet und ein Ingenieur beschäftigt, so dass auch komplizierte Blechteile produziert werden konnten. Der Betrieb wurde während des Zweiten Weltkriegs in die Rüstungsproduktion einbezogen, die Blechteile für das NSU-Kettenkrad stammten von der Firma Dürr. 1943 wurde das Stammwerk in Bad Cannstatt bei einem Bombenangriff zerstört.
Im Jahr 1950 wurde mit dem Anlagenbau begonnen, es entstand eine Anlage für die chemische Oberflächenbehandlung. 1963 installierte Dürr im Ford-Werk Genk die erste Anlage zur elektrophoretischen Tauchlackierung. 1964 und 1966 wurden Tochterunternehmen in Brasilien und Mexiko gegründet.
1978 weitete Dürr sein Unternehmen auf die Bereiche Automatisierung und Fördertechnik aus. 1989 ging Dürr an die Börse und übernahm die Behr-Gruppe. Somit waren alle Kernkompetenzen des Lackieranlagenbaus in einem Unternehmen vereinigt. 1999 übernahm Dürr das französische Unternehmen Alstom Automation und die amerikanische Premier Group, im Jahr 2000 wurde der Messtechnik-Konzern Carl Schenck Teil der Dürr-Gruppe. 2003 erhielt Dürr seinen bislang größten Auftrag: General Motors bestellt drei Lackierereien für Nordamerika. Im Sommer 2009 verlagerte Dürr seine Konzernverwaltung an den Standort Bietigheim-Bissingen.
Nach 23 Jahren an der Spitze des Aufsichtsrats der Dürr AG legte Heinz Dürr sein Amt im April 2013 nieder. 2014 erwarb Dürr mit Homag den Marktführer für Maschinen und Systeme in der holzbearbeitenden Industrie.
2018 hat Dürr das industrielle Umwelttechnikgeschäft des US-Unternehmens Babcock & Wilcox Enterprises, Inc. (B&W) erworben.[6]
Der Dürr-Konzern beschäftigt rund 18.000 Mitarbeiter an 124 Standorten in 32 Ländern.[2]
Börse
Eigentümerstruktur
| Anteil | Anteilseigner |
|---|---|
| 26,2 % | Heinz Dürr GmbH, Berlin |
| 70,3 % | Streubesitz |
| 3,5 % | Heinz und Heide Dürr Stiftung, Berlin |
Stand: 12. März 2025[7]
Geschäftsbereiche
Seit dem Verkauf der Umwelttechniksparte Ende Oktober 2025 ist das Geschäft in drei Divisions gebündelt.[3][8]
| Geschäftsbereich (nur in englischer Sprache) | Beschreibung | Umsatz (2025) | Mitarbeitende |
|---|---|---|---|
| Automotive | Lackierereien, Endmontage und Testsysteme, Technologien zur Batteriefertigung | 2.054 Mio. Euro | 6.515 |
| Industrial Automation | Produktionsautomatisierung, Auswuchttechnik | 768 Mio. Euro | 4.044 |
| Woodworking | Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie | 1.372 Mio. Euro | 6.471 |
Literatur
- Ingo Stader / Jesko Dahlmann: Vom königlichen Hofflaschner zum Weltmarktführer. 125 Jahre Dürr. Hanser, München 2021, ISBN 978-3-446-47262-4.
