DAG-1

tragbares Funkpeilgerät From Wikipedia, the free encyclopedia

DAG-1 ist die Bezeichnung eines tragbaren Funkpeilgeräts (englisch Portable Radio Direction Finder Equipment).[1] Es war das USamerikanische Pendant zum britischen HuffDuff. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg diente es zur Ortung fremder Funkstellen.

Geschichte

Es wurde ab 1942 von der Firma Airplane & Marine Instruments mit Sitz in Clearfield (Pennsylvania) für die U.S. Navy hergestellt und zum Aufspüren und Lokalisieren feindlicher beziehungsweise geheimer (englisch clandestine) Sender verwendet, beispielsweise im Rahmen der UBoot-Jagd.

Aufbau

Der Peilempfänger nutzt zwei unterschiedliche Antennen zum Empfang des zu peilenden Signals. Zum einen die Messantenne (sense antenna), die zum Aufspüren und als Referenz dient, zum anderen eine drehbare Rahmenantenne (loop antenna) zur Peilung (bearing). Beide Antennen sind steckbar und können zum Transport auch abgenommen werden.

Das Empfangsteil besteht im Wesentlichen aus einem Überlagerungsempfänger (englisch superheterodyne receiver) mit einer ZF von 465 kHz. Das Antennensignal durchläuft einen HFVorverstärker und wird mithilfe eines Lokaloszillators (variable frequency oscillator VFO) in einem Mischer auf die feste ZF umgesetzt. Das ZFSignal wird in zwei aufeinanderfolgenden Stufen schmalbandig verstärkt und anschließend gleichgerichtet. Das detektierte NFSignal wird verstärkt und mithilfe eines Lautsprechers und über einen Kopfhörer akustisch ausgegeben. Der Empfänger verfügt über einen zuschaltbaren Schwebungssummer (beat frequency oscillator BFO), um auch empfangene CW hörbar zu machen.

Peilung

Prinzip der Funkortung mithilfe von Triangulation hier mit drei Funkpeilern

Die Ortung eines fremden Senders erfolgt durch Triangulation. Wenn möglich, werden dazu mehrere Funkpeiler verwendet, es kann jedoch auch ein Gerät nacheinander an verschiedenen Stellen benutzt werden. Mithilfe der von Hand drehbaren Rahmenantenne wird von mindestens zwei (besser drei oder mehr) Positionen aus die Richtung der Funkquelle bestimmt und in eine Karte eingetragen (Bild). Der Schnittpunkt der Richtungsmarkierungen identifiziert den Ort der Quelle.

Daten

DAG-1Spezifikationen[2]
Frequenzbereich1,6 MHz…18,2 MHz (3 Bänder)
Band 11,6 MHz…3,6 MHz
Band 23,6 MHz…8,1 MHz
Band 38,1 MHz…18,2 MHz
Zwischenfrequenz (ZF)465 kHz
DemodulationenAM und CW
AnzeigeAudio (6 mW)
Abmessungen (L×B×H)185 mm × 420 mm × 345 mm
Gewicht15 kg

Literatur

  • U.S. Navy Department (Hrsg.): Instruction Book for Navy Models DAG1 & DAG2. Pennsylvania 1943 (englisch, qsl.net [PDF; 6,7 MB]).
  • Arthur O. Bauer: Funkpeilung als alliierte Waffe gegen deutsche UBoote 1939–1945. Wie Schwächen und Versäumnisse bei der Funkführung der UBoote zum Ausgang der „Schlacht im Atlantik“ beigetragen haben. Hrsg.: Liebig Funk GmbH. Selbstverlag, Diemen 1997, ISBN 3-00-002142-6.
Commons: Funkpeilempfänger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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