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DB-Baureihe 65

Neubau-Dampflokomotive der DB From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Dampflokomotiven der Baureihe 65 waren Personenzugtenderlokomotiven der Deutschen Bundesbahn (DB). Die Lokomotiven wurden als Teil des Neubauprogramms der DB entwickelt und waren für den gemischten Dienst auf Haupt- und Nebenbahnen und den Vorort- und Stadtbahnverkehr in Ballungsgebieten vorgesehen. Dort sollten sie die Baureihen 78 und 93.5 ersetzen.

Schnelle Fakten
DB-Baureihe 65
Baureihe 65
Baureihe 65
Baureihe 65
Nummerierung: 65 001–018
Anzahl: 18
Hersteller: Krauss-Maffei
Baujahr(e): 1951–1956
Ausmusterung: 1966 ff.
Bauart: 1’D2’ h2t
Gattung: Pt 47.17
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 15.475 mm
Breite: 3.050 mm
Höhe: 4.550 mm
Fester Achsstand: 5.250 mm
Gesamtachsstand: 11.975 mm
Treibraddurchmesser: 1.500 mm
Laufraddurchmesser vorn: 850 mm
Laufraddurchmesser hinten: 850 mm
Leermasse: 81,2 t
Dienstmasse: 107,6 t
Reibungsmasse: 67,6 t
Radsatzfahrmasse: 16,9 t
Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h
Indizierte Leistung: 1.089 kW / 1480 PSi
Anfahrzugkraft: ~ 158 kN
Kesselüberdruck: 14 kp/cm²
Heizrohrlänge: 4000 mm
Anzahl der Heizrohre: 124
Anzahl der Rauchrohre: 46
Rostfläche: 2,67 m²
Strahlungsheizfläche: 14,8 m²
Rohrheizfläche: 125,13 m²
Verdampfungsheizfläche: 139,93 m²
Überhitzerfläche: 62,90 m²
Steuerungsart: Heusinger mit Kuhnscher Schleife
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 570 mm
Kolbenhub: 660 mm
Zugbremse: Knorr-Einkammer-Druckluftbremse
Kleinster Halbmesser: 140 m
Zugheizung: Dampf
Wasservorrat: 14,3 m³
Brennstoffvorrat: 4,8 t Kohle
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Geschichte

Nachdem Henschel, Jung, Krauss-Maffei, Krupp und die Maschinenfabrik Esslingen Entwürfe vorgelegt hatte, erteilte die Hauptverwaltung der DB 1949 Krauss-Maffei den Auftrag zum Bau von 13 Lokomotiven. Diese wurden 1951 ausgeliefert und von 1955 bis 1956 noch fünf weitere. Die erste Maschine, die mit der Betriebsnummer 65 007, wurde bereits 1966 wieder ausgemustert.

Die Lokomotiven wurden den Bahnbetriebswerken (Bw) Darmstadt (7), Düsseldorf (3), Remscheid-Lennep (2) und Letmathe (1) zugewiesen. Zwischen Düsseldorf und Essen fuhren sie beim Bw Essen (5) sogar im S-Bahn Vorlaufbetrieb. Zwischen Limburg/Lahn und Wiesbaden und rund um Darmstadt wurden mit den Lokomotiven dieser Baureihe auch Güterzüge befördert. Später wurden sie auch in Dillenburg, zuletzt in Aschaffenburg und Limburg stationiert.

Die Loks der Baureihe 65 erwiesen sich nach anfänglichen Problemen als äußerst zuverlässige Maschinen, sie waren allerdings nicht universell einsetzbar, denn sie verfügten nur über eine geringe Reichweite, was insbesondere einem Einsatz im Güterfernverkehr entgegenstand.

Während die Kesselleistung überzeugte, waren die Laufeigenschaften zunächst nicht befriedigend, im AW Jülich wurden die Laufwerke der ersten Serie auf Kosten des Herstellers nachgebessert, unter anderem mit stärkeren Rückstellfedern. 1952 wurden die Lokomotiven wegen Ausbeulungen an den Domaushalsungen abgestellt und an den Hersteller zurückgegeben, erst nach Einnieten eines Verstärkungsringes am Dampfdom 1953 wurden sie wieder in Betrieb genommen.[1] Bei den Nachbaulokomotiven wurde der Dampfdom aufgenietet. Die 65 018 wurde als letzte ihrer Baureihe 1972 beim Bw Aschaffenburg abgestellt. Sie wird bei der Stoom Stichting Nederland in den Niederlanden betriebsfähig erhalten, nachdem sie 1981 vom Deutschen Dampflokomotiv-Museum (DDM) abgegeben wurde.

Konstruktive Merkmale

Alle Fahrzeuge erhielten einen geschweißten Hochleistungskessel aus Stahlblech St34. Die Betriebsnummern 65 001 – 65 013 stattete man mit einem Knorr-Oberflächenvorwärmer aus. Die Nummern 65 014 – 65 018 erhielten einen Mischvorwärmer. Für den Wendezugbetrieb wurden 1955–1956 die Betriebsnummern 65 012 bis 65 018 mit einer Hagenuk-Wendezugsteuerung ausgestattet. Sie befuhren die Strecke Düsseldorf–Kettwig–Essen. Damit der Heizer eine bessere Streckensicht hatte, wurden die Wendezuglokomotiven immer mit dem Kessel zum Zug gekuppelt.

So gab es diese zweizylindrigen Heißdampfmaschinen bei der Bundesbahn in drei verschiedenen Varianten.

Die vordere Laufachse bildete mit der ersten Kuppelachse ein Krauss-Helmholtz-Gestell, die Laufachse hatte 121 mm Seitenverschiebbarkeit, die Kuppelachse 23 mm. Das hintere Drehgestell ließ sich um 80 mm seitlich verschieben.

Bei den nachgelieferten Maschinen waren die Vorratsbehälter wegen Rissbildungen nicht mehr mit dem Führerhaus verschweißt. Der Lüftungsaufsatz auf dem Führerhaus wurde in das Dach integriert. Die Führerstandstüren waren nicht mehr gerade, sondern wie das übrige Führerhaus im oberen Bereich eingezogen.

65 005-1, Frankfurt am Main, Ostern 1970

Die 65 018 erhielt ein spezielles Leichtlauftriebwerk, später erhielten alle Maschinen leichtere Kolbenstangen und Kreuzköpfe.

Siehe auch

Literatur

Commons: DB-Baureihe 65 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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