DSL-by-Call
Typus von DSL-Zugängen (Digital Subscriber Line)
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DSL-by-Call (auch DSL Call-by-Call genannt) war ein Typus von DSL-Zugängen (Digital Subscriber Line), der in Ländern unterstützt wurde, in denen DSL-Zugänge mit klassischen Telefonanschlüssen (d. h. analog oder auf ISDN-Basis, kein All-IP) von Aufsichtsbehörden reguliert werden und Internet Service Provider bereit sind, zu den Rahmenbedingungen dieser regulierten Anschlüsse Datentarife bereitzustellen. Es handelt sich um „Internet-by-Call“ (Internet per Abruf) nicht über schmalbandige Telefon-Wählverbindungen, sondern über eine DSL-Verbindung des Netzbetreibers zu den Tarifen eines freien Providers, der über den regulierten Anschluss Datendienstleistungen anbietet.
Auch wenn der Datenzugang in etwa vergleichbar ist mit Call-by-Call-Telefonie, unterscheidet er sich technisch dadurch, dass die Datenverbindung nicht über eine Wählverbindung aufgebaut wird. Statt über eine Wählverbindung oder eine Festverbindung wird der Datenzugang für jede einzelne Einwahl vom Netzbetreiber neu über die im DSL-Modem hinterlegten Zugangsinformationen auf den Zugang des Internet Service Provider (ISP) geschaltet. Hierfür ist die Anmeldung bei einem ISP erforderlich, der dann die Verbindungen in einem bestimmten Zeitraum (z. B. monatlich) in Rechnung stellt.
Grundsätzlich wurden in der Anfangszeit der DSL-Technologie der Anschlusszugang und die Datentarife mit getrennten Tarifen abgerechnet und konnten bei getrennten Anbietern erfolgen. In Deutschland war ein DSL-Zugang bei der Telekom (T-DSL genannt) nur zusammen mit einem Telefonanschluss erhältlich, beinhaltete aber noch keinen Verbrauchstarif zur Datennutzung im Internet.[1] Von den privaten Wettbewerbern gab es im By-Call-Abrechnungsverfahren Zeittarife, Volumentarife, die teilweise Freivolumen enthalten konnten, sowie Flatrate-Tarife; letztere sind dagegen (z. B. in Deutschland seit spätestens 2016) nicht mehr erhältlich[2] und wurden vollständig erst durch Preselection und inzwischen weitgehend durch regulierte Festanschlüsse ersetzt. Obwohl lediglich die Zeittarife der herkömmlichen By-Call-Vorstellung entsprechen, werden alle drei Modelle nach Anschluss und Daten getrennt nach derselben Methode abgerechnet und unterscheiden sich grundsätzlich vom heutigen Festanschluss, der die Abrechnung von Daten bereits inkludiert. Bis mindestens 2005 konkurrierten Anbieter mit neuen Volumentarifen und Preisen ab 0,02x Cent bis zu vier Cent[3] pro Minute oder pro Megabyte.[4]
Die Tarife mit Zeit- oder Volumenabrechnung waren vor allem für Wenigsurfer attraktiv, für die DSL-Anschlussnutzung und By-Call-Datentarif zusammen günstiger waren als eine Flatrate. Sie wurden von immer preiswerteren Pauschalen, die DSL-Zugang mit Daten-Pauschaltarifen bündelten, zunehmend verdrängt. Spätestens 2012 war T-DSL nicht mehr für Neukunden verfügbar und die betreffenden Datentarife damit nur noch für Bestandskunden verfügbar.[1] Bis 2023 verschwanden die letzten By-Call-Anbieter vom Markt,[5] zu dieser Zeit war aber bereits die Umstellung der klassischen Telefonie auf All-IP-Lösungen vollzogen und By-Call-Tarife nicht mehr für DSL verfügbar.
Weblinks
- DSL-by-Call bei preisvergleich.de
- Historische Tarifbeispiele: Zeittarife, Volumenpakete und Pauschalen in Deutschland bei blitztarif.de mit Stand von 2012