Daddy Stovepipe

US-amerikanischer Bluesmusiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Johnny Watson (* 12. April 1867 in Mobile, Alabama, USA; † 1. November 1963 in Chicago, Illinois, USA), bekannt als Daddy Stovepipe, war ein US-amerikanischer Bluesmusiker (Gitarre, Mundharmonika, Gesang) und Songwriter. Watson veröffentlichte auch unter den Namen Jimmy Watson, Sunny Jim und Rev. Alfred Pitts. Er war einer der ersten (nach den zuvor bekannten Sängerinnen und Sängern sowie Orchesteraufnahmen) und zugleich ältesten Bluesmusiker (möglicherweise der älteste), die in den 1920er Jahren Plattenaufnahmen machten. Viele seiner Aufnahmen waren Duette mit seiner Frau Sarah Watson, die als Mississippi Sarah bekannt war.[1]

Daddy Stovepipe (1924)

Biografie

Johnny Watson wurde am 12. April 1867 in Mobile (Alabama) geboren. Seine Karriere begann vor 1900 in Mexiko als Gitarrist auf einer zwölfsaitigen Gitarre in frühen Mariachi-Gruppen. Anschließend arbeitete er bei den Rabbit’s Foot Minstrels und tourte durch die Südstaaten der USA.[1]

In den 1920er Jahren trat er als Ein-Mann-Band in Chicago auf, wo er aufgrund seines charakteristischen Zylinders den Spitznamen „Daddy Stovepipe“ erhielt[2]. Seine ersten Aufnahmen, Sundown Blues und Stove Pipe Blues[3], entstanden am 10. Mai 1924 in Richmond (Indiana). 1927 folgten zwei weitere Singles, diesmal in Birmingham (Alabama) für Gennett Records als eine Hälfte des Duos „Whistlin’ Pete and Daddy Stovepipe“ beziehungsweise „Sunny Jim and Whistlin’ Joe“ (ebenfalls mit Whistlin’ Pete).[1][4]

1931 machte er in Chicago weitere Aufnahmen für das Label Vocalion Records, diesmal zusammen mit seiner Frau „Mississippi Sarah“, einer Sängerin und Jug-Spielerin. Der humorvolle Schlagabtausch des Paares machte ihre Aufnahmen einzigartig. 1935 nahmen sie erneut gemeinsam für Bluebird Records auf. Danach lebten sie in Greenville (Mississippi). Sarahs Tod im Jahr 1937 zwang ihren Mann jedoch zurück auf die Straße. Er spielte eine Zeit lang wieder in Mexiko und dann in Louisiana und Texas in Zydeco-Bands.[1]

1948 kehrte er als Straßenmusiker nach Chicago zurück und machte 1960 im Alter von 93 Jahren erneut Aufnahmen. Sein Repertoire hatte sich inzwischen um Country-Songs wie den Tennessee Waltz erweitert. Er starb 1963 in Chicago im Alter von 96 Jahren an einer Lungenentzündung nach einer Gallenblasenoperation. Seine Aufnahmen erschienen danach auf etlichen Kompilationen.[1][4][3]

Beim fünften jährlichen White Lake Blues Festival am 5. Mai 2012 wurden genügend Spenden für einen Grabstein an Watsons bis dahin unmarkiertem Grab gesammelt. Im Juli 2012 wurde der Grabstein aufgestellt.[5]

Einzelnachweise

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