Dag Encke

deutscher Biologe und Zoodirektor From Wikipedia, the free encyclopedia

Dag Encke (* 1965 in Krefeld)[1][2] ist ein deutscher Biologe und Zoodirektor. Er leitet seit 2005 den Tiergarten Nürnberg und wurde 2025 zum Präsidenten des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) gewählt.

Karriere

Dag Enckes Vater war Direktor des Zoo Krefeld, der Urgroßvater Gartenbaudirektor in Köln und ein Großonkel Direktor des Palmengartens Frankfurt.[3] Dag Encke studierte Biologie an der Universität Gießen und promovierte an der Universität Marburg über die Thermoregulation bei Kleinsäugern.[1] Anschließend war er acht Jahre lang Kurator im Allwetterzoo Münster. Im Jahr 2005 übernahm er die Leitung des Tiergartens Nürnberg. Unter seiner Verantwortung entstanden die Delfinlagune, das Wüstenhaus, eine begehbare Bartgeiervolière sowie der Klimawaldpfad. Seit 2019 arbeitet Encke gemeinsam mit dem Kommunalen Energiemanagement der Stadt Nürnberg zusammen, um den Zoo klimaneutral zu betreiben. Von 2019 bis zur Wahl im Juni 2025 war Encke Vizepräsident des VdZ. Am 21. Juni 2025 wurde er zum Präsidenten gewählt.

Kritik

Im Sommer 2025 geriet Encke wegen der Tötung gesunder Guinea-Paviane im Tiergarten Nürnberg in Kritik.[4] Er begründete seine Entscheidung damit, dass die Verhütung bei weiblichen Tieren diese dauerhaft unfruchtbar und einige Männchen in Ermangelung an Geschlechtspartnerinnen aggressiv gemacht habe. Geeignete Optionen für eine Umsiedlung in andere Zoos, wie es sie in der Vergangenheit in Nürnberg bereits gab, oder in Aufnahmestationen habe es nicht gegeben.[5][6] Er hatte schon im Jahr 2019 in einem Aufsatz „Biologische Indikation – Tiergartenbiologische, tier- und umweltethische Überlegungen zur Tötung von Tieren“ in der Zeitschrift für Evangelische Ethik die Problematik zusammen mit einem Coautor behandelt[7] und dies erneut in der Aprilausgabe 2025 von Natur und Recht unter dem Titel „Der vernünftige Grund des Tierschutzgesetzes und die Tötung von Tieren in Zoos: kein Widerspruch“, diesmal mit der Coautorin Johanna Moritz getan.[8]

Publikation

  • Gemeinsam mit Clemens Wustmans: Biologische Indikation – Tiergartenbiologische, tier- und umweltethische Überlegungen zur Tötung von Tieren. In: Zeitschrift für evangelische Ethik, Bd. 63 (2019), 4, S. 250–265
  • Gemeinsam mit Johanna Moritz: Der vernünftige Grund des Tierschutzgesetzes und die Tötung von Tieren in Zoos – kein Widerspruch. In: Natur und Recht 47, Nr. 4 (2025), S. 229–235.

Einzelnachweise

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