Danziger Becken

Tiefenbecken im südöstlichen Teil der Ostsee From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Danziger Becken (engl. Gdansk Basin) ist ein Tiefenbecken im südöstlichen Teil der Ostsee, südöstlich des Gotlandbeckens gelegen. Es wird im Westen durch die Stolper Schwelle und im Süden durch die polnische Küste begrenzt und erreicht maximale Tiefen von etwa 110 Metern.[1]

Wichtigste Becken der Ostsee sowie Wasserscheiden zwischen den wichtigsten Zuflüssen. Becken Nr. [10] auf der Karte ist das Danziger Becken (Gdansk Basin); es grenzt an [8] das Östliche Gotlandbecken.

Hydrographisch stellt das Becken eine Übergangszone dar. Es empfängt salzreiches Tiefenwasser primär aus dem Gotlandbecken via Stolper Rinne, das dann als bodennaher, zyklonaler (gegen den Uhrzeigersinn gerichteter) Randstrom entlang der Beckenhänge zirkuliert.[2] Gleichzeitig erhält es einen erheblichen Süßwassereintrag aus der Weichsel (Wisła), was zu einer ausgeprägten halinen Schichtung mit einer scharfen Halokline in etwa 60–80 Metern Tiefe führt.[3] Diese stabile Schichtung hemmt den vertikalen Sauerstoffaustausch erheblich.

Aufgrund dieser geschichteten Struktur kommt es im Danziger Becken zu Sauerstoffminimumzonen (Hypoxie) und infolgedessen zu bodennahem Sauerstoffmangel bis hin zur Bildung von Schwefelwasserstoff in den tiefsten Bereichen,[4] wie es in weitaus größerem Maße im Schwarzen Meer der Fall ist. Im Danziger Becken wird die stabile Schichtung während und nach großen Salzwassereinbrüchen (Major Baltic Inflows) aufgehoben, wenn sauerstoffreiches Wasser aus der Nordsee auch dieses Becken erreicht und die bodennahen Schichten verdrängt.[5]

Einzelnachweise

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