Darbrietzen
Mittelalterliche Siedlung in Brandenburg
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Darbrietzen war ein mittelalterliches Dorf nordwestlich von Treuenbrietzen im Gebiet der Zauche, dessen Feldmark später vollständig in die Stadtfeldmark von Treuenbrietzen einging.[1] Die Fläche gehört heute zum Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geografische Lage
Die Wüstung lag im Nordwesten der alten Feldmark Treuenbrietzen; Flurnamen wie Darbrietzensche Hufen deuten noch heute auf den ehemaligen Siedlungsbereich hin, wie die historische Karte bei C. N. Pischon in seiner Urkundlichen Geschichte der kurmärkischen Stadt Treuenbrietzen (1871) belegt.[1]
Geschichte
Die älteste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1311, als villam Durhbriznam genannt wird. Eine abweichende Überlieferung lautete Durch Briznam. 1325 erschien die Namensform in dorbrizen. 1728 wurde die Flur als Mark Darbrietzen bezeichnet.
Nach den historischen Quellen gehörte Darbrietzen zunächst den Markgrafen und kam anschließend 1311 an die Stadt Treuenbrietzen, die den Ort bis 1872 innehatte. Bereits im 14. Jahrhundert wurde Darbrietzen aufgegeben. 1311 und 1330 wurde es noch als Dorf geführt, jedoch legte Treuenbrietzen die Siedlung schon bald danach wüst. 1351 galt der Ort wahrscheinlich bereits als vollständig verlassen. Trotz der früh eingetretenen Wüstung bestanden die Hufen noch lange Zeit als Flureinheiten weiter; im Jahr 1541 sind 39 Hufen verzeichnet. Der Pfarrer von Treuenbrietzen erhielt in diesem Jahr von jeder der 39 Hufen in Darbrietzen drei Scheffel Roggen, einen Scheffel Gerste und anderthalb Scheffel Hafer. Der Küster der Stadt bezog je Hufe ein Wispel abzüglich eines Scheffels Roggen, zusätzlich musste jede Hufe einen Scheffel entrichten.
Im Jahr 1728 umfasste die Feldmark 2553 Morgen und 8 Quadratruten. Das Gebiet ging vollständig in der Stadtfeldmark von Treuenbrietzen auf und wurde nie wieder besiedelt.
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 88 und 89)