Daridorexant

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Daridorexant ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Orexinrezeptor-Antagonisten. Hierbei handelt es sich um eine relativ neue Stoffgruppe. Daridorexant wurde in den USA im Januar 2022 und in der EU im April 2022[4] unter dem Namen Quviviq (Idorsia Pharmaceuticals) zur Behandlung von Schlafstörungen (chronische Insomnie) zugelassen.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Daridorexant
Allgemeines
Freiname Daridorexant[1]
Andere Namen
  • [(2S)-2-(5-Chlor-4-methyl-1H-benzimidazol-2-yl)-2-methylpyrrolidin-1-yl][5-methoxy-2-(2H-1,2,3-triazol-2-yl)phenyl]methanon
  • (2S)-2-(5-Chlor-4-methyl-1H-benzimidazol-2-yl)-1-[5-methoxy-2-(2H-1,2,3-triazol-2-yl)benzoyl]-2-methylpyrrolidin
  • Nemorexant
  • ACT-541468
Summenformel C23H23ClN6O2
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher Feststoff (Hydrochlorid)[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 1505484-82-1
  • 1792993-84-0 (Hydrochlorid)
ECHA-InfoCard 100.353.123
PubChem 91801202
ChemSpider 64854514
DrugBank DB15031
Wikidata Q55112806
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N05CJ03

Wirkstoffklasse

Schlafmittel

Wirkmechanismus

Orexinrezeptor-Antagonist

Eigenschaften
Molare Masse 450,92 g·mol−1
Aggregatzustand

fest (Hydrochlorid)[2]

Löslichkeit

sehr schwer löslich in Wasser (Hydrochlorid)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Das Mittel wird peroral gegeben.

Wirkungsmechanismus

Der Wirkmechanismus von Daridorexant in der Behandlung von Schlaflosigkeit beruht auf einem Antagonismus an den Orexin-Rezeptoren. Das Orexin-Neuropeptid-Signalsystem spielt eine Rolle beim Wachsein. Dadurch, dass Daridorexant die Bindung der Neuropeptide Orexin A und Orexin B an die OX1- und OX2-Rezeptoren hemmt, wird die Wachheit vermindert. Hierbei wird das quantitative Verhältnis der Schlafphasen („Schlafarchitektur") nicht verändert.[5][6]

Die Dissoziationskonstanten (Ki) für die Affinitäten an den Rezeptoren der Subtypen OX1 und OX2 betragen 0,47 bzw. 0,93 nM.[2]

Medizinische Verwendung

Anwendungsgebiet

Das Anwendungsgebiet umfasst die Behandlung von Schlaflosigkeit bei erwachsenen Patienten, die Schwierigkeiten beim Einschlafen und/oder beim Durchschlafen haben (USA)[2] bzw. von Erwachsenen mit Schlafstörungen, deren Symptome seit mindestens drei Monaten anhalten und eine beträchtliche Auswirkung auf die Tagesaktivität haben (EU).[6]

Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen

Daridorexant darf nicht beim Vorliegen einer Narkolepsie angewendet werden, da diese Erkrankung auf einem Untergang orexinerger Neurone beruht.[7] Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind Kopfschmerzen und Schläfrigkeit oder Müdigkeit.[2] Bei Leberinsuffizienz (eingeschränkte Funktion der Leber) muss gegebenenfalls die Dosis angepasst werden. Das Risiko für Rebound-Effekte und für morgendlichen Überhang soll gering sein.

Für eine Behandlungsdauer bis zu einem Zeitraum von einem Jahr liegt eine klinische Studie vor, die nahelegt, dass die langfristige Einnahme von Daridorexant nicht zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führt (Kunz et al., 2023).[8][9]

Im Gegensatz insbesondere zu den Benzodiazepinen fanden sich bisher keine Anzeichen für Missbrauch oder Entzugserscheinungen. Damit scheint das Medikament den vorhandenen Schlafmitteln überlegen zu sein.[10] Allerdings sollen Patienten mit anamnestischem (berichteten) Missbrauch oder Abhängigkeit sorgfältig überwacht werden.[10]

Eigenschaften

Daridorexant wird pharmazeutisch als Salzsäuresalz, Daridorexanthydrochlorid,[11] eingesetzt. Daridorexanthydrochlorid ist ein weißes bis leicht gelbliches Pulver, das in Wasser sehr schwer löslich ist.[2]

Weitere therapeutisch eingesetzte Orexinrezeptor-Antagonisten sind Lemborexant und Suvorexant.

Kostenübernahme

Im August 2023 wurde in Deutschland für Daridorexant die Beschränkung der Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) auf eine maximal vier Wochen währende Kurzzeittherapie aufgehoben. Für die Anwendung bei Erwachsenen, deren Schlafstörungen seit mindestens drei Monaten anhalten und eine beträchtliche Auswirkung auf die Tagesaktivität haben, werden die Kosten auch für eine dauerhafte Behandlung übernommen.[12] Die in Deutschland durchgeführte frühe Nutzenbewertung, der sich neue Arzneistoffe unterziehen müssen, wenn der pharmazeutische Unternehmer einen höheren Verkaufspreis als nur den Festbetrag erzielen möchte, ergab, dass für Daridorexant gegenüber der „zweckmäßigen Vergleichstherapie“ (hier: Best Supportive Care) kein Zusatznutzen belegt sei.[13]

Einzelnachweise

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