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Das Buch der Illusionen

Buch von Paul Auster From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Buch der Illusionen (engl.: The Book of Illusions) ist ein Roman von Paul Auster aus dem Jahr 2002, der im gleichen Jahr auch auf Deutsch in der Übersetzung von Werner Schmitz bei Rowohlt erschien.[1] Das Buch wurde 2004 für den International Dublin Literary Award nominiert.[2]

Handlung

Der Roman spielt in den 1980er Jahren. Er wird aus Sicht David Zimmers erzählt. Zimmer, ein Universitätsprofessor, verliert seine Frau und seine Kinder bei einem Flugzeugabsturz und fällt in eine tiefe Depression.

Nachdem er zufällig Stummfilme von Hector Mann, einem seit Ende der 1920er-Jahre vermissten Regisseur und Schauspieler, gesehen hat, ist er besessen von der Idee, alle dessen Filme zu sehen und ein Buch über Mann zu schreiben, zu dem es noch keine Literatur gibt. Er nimmt ein Sabbatical und zieht sich zurück. Mit der Versicherungssumme aus dem Unfall reist er dafür durch die USA und (mit dem Schiff) nach Europa, um die Institute und Bibliotheken aufzusuchen, die anonym einzelne Kopien der Filme Manns geschenkt bekamen.

Nach der Veröffentlichung der Monografie beginnt er auf Bitten eines Freundes und Kollegen mit einer Neuübersetzung der Memoiren Chateaubriands. Doch führen weitere Ereignisse dazu, dass Zimmer weiter in Manns Vergangenheit gezogen wird. Nie geklärt wurde das plötzliche Verschwinden von Hector Mann, der bald nach der Produktion seines zwölften Stummfilms spurlos verschwand. So bleibt zunächst rätselhaft, dass er nach der Veröffentlichung seines Buches per Post die Einladung einer „Mrs. Hector Mann“ erhält, ihren Mann in New Mexico kennenzulernen und etwas über ihn zu erfahren.

Er traut auch weiteren Briefen nicht, so dass eines Abends bei Zimmer Alma Grund auftaucht, die ihn schließlich mit einer Pistole bedroht und zwingen will mit ihr zu kommen, da Mann demnächst sterbe werde und alle Filme, die er nach seiner Stummfilmzeit produziert aber nie veröffentlichte, 24 Stunden nach seinem Tod vernichtet würden.

Nach der dramatischen Szenen, durch die sich Zimmer und Grund letztlich näherkommen, fliegen beide nach New Mexico. Alma, die die Biographie von Hector Mann schreibt, erzählt während der langen Fahrt von Manns Leben. Kurz nach dem gerade erfolgten ersten Zusammentreffen von Zimmer mit Mann stirbt Mann und seine Frau macht sich fast unverzüglich an die Arbeit, alles zu vernichten, was irgendwie auf Hector Mann hinweisen könnte. Es bleibt gerade noch Zeit einen Film zu sehen.

Für Zimmer bleibt dort nichts mehr zu tun; er kehrt zurück, um den Einzug von Alma Grund vorzubereiten, die vorher noch einiges zu erledigen hat. Im Zuge einer Meinungsverschiedenheit zwischen Alma und Hectors Frau fällt diese und stirbt; Alma faxt Zimmer, dass sie mit dieser Schuld nicht leben könne und nimmt sich das Leben.

Beziehungen zu anderen Werken

Dieser Roman ist 2002 erschienen und beschreibt, wie andere Bücher von Auster ebenso, einen Typ Mann, von Krisen geschüttelt und bereit zur Aufgabe, der durch Zufälle wieder ins Leben zurückgeführt wird. Auch das Leben von Hector Mann endet jäh nach einem Schicksalsschlag. Zwar nicht direkt selber herbeigeführt, fühlt sich Hector doch sein ganzes restliches Leben, das von großer Tragik und völliger Einsamkeit geprägt ist, schuldig an dem, was passiert ist. Diese Schuld macht es ihm unmöglich, ins normale Leben zurückzukehren und wieder Filme zu drehen. Nur durch einen späteren Kompromiss, nämlich völlige Meidung jeglicher Öffentlichkeit, ist es ihm möglich, doch wieder die Regiearbeit aufzunehmen.

David Zimmer ist Marco Stanley Foggs Zimmergenosse aus Austers Roman Mond über Manhattan. Oft verlassen wir in dem Buch die Ebene von David Zimmer und begeben uns auf die von Hector Mann, in dessen Leben es ebenfalls wieder Episoden anderer Menschen gibt, so dass oft nicht klar ist, wer gerade der eigentliche Protagonist ist, zumal David Zimmer wie Paul Auster Autor ist und wie dieser im Jahre 1947 geboren wurde.

Das Buch nimmt direkt Bezug auf die Autobiografie von François-René de Chateaubriand, dessen Titel, Mémoires d'outre-tombe, sein Freund Alex als „Erinnerungen von jenseits des Grabes“ wörtlich nimmt, Zimmer aber mit „Erinnerungen eines Toten“ übersetzt und damit auch das Buch der Illusionen über seine eigene Depression beschreibt.[3]

Einzelnachweise

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