Das Mäusemädchen
usbekisches Tiermärchen
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Das Mäusemädchen (Sičqon qiz) ist ein usbekisches Tiermärchen (AaTh 2031 C: Stärkste Dinge).[1]
Handlung
Eine einsame Frau flehte Gott an eine gefangene Maus zu ihrem Kind zu machen, woraufhin sich die Maus in ein hübsches kleines Mädchen verwandelte. Später wollte sie ihre Tochter dem stärksten Jüngling zur Frau geben. Da wurde ihr geraten die Sonne zu fragen, die jedoch meinte, dass sie vieles zu tun vermag, nur aber der Mond die Dunkelheit erhellen könne, also solle sie ihre Tochter ihm geben. Der Mond wies jedoch darauf hin, dass die Wolke ihn verdecken könne, die Wolke meinte, dass der Wind sie wegblasen könne und der Wind erzählte, dass er gegen einen Berg nichts ausrichten könne. Der Berg wiederum war hilflos gegenüber dem Maulwurf und der Maulwurf wusste, dass die Maus stärker als er war. Da gab sie ihre Tochter der Maus zur Frau und als diese nicht in das Mäuseloch passte, flehte sie Gott an ihre Tochter kleiner zu machen, die daraufhin eine Maus wurde. Die Frau aber war, aufgrund ihrer Überheblichkeit, wieder allein.[1]
Hintergrund
Das Märchen stammt aus H. Razzoqovs Usbekische Volksmärchen: Wie der Bauer sein Glück sucht (Taschkent 1973, I, S. 15–17) und erhielt in Ilse Laude-Cirtautas’ Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Usbeken (Köln 1984) den Titel Der hungrige Wolf. Varianten finden sich in dem Werk Fables of Pilpay (London 1893, S. 268–270), im Indischen (Felix Karlinger: Märchen der Welt, Band 4: Asien, München 1979, S. 177–178), im Türkischen (F. Giese: Türkische Märchen, Jena 1925, Nr. 56), im Tobol-Tatarischen (W. Radloff: Proben der Volksliteratur der türkischen Stämme, St. Petersburg, 1866–1899, IV, S. 356–357) und Uigurischen (Ujul Altun: Uigurische Volksmärchen, Alma-Ata 1976, S. 37–38).[1]
Literatur
- Ilse Laude-Cirtautas (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Usbeken. Eugen Diederichs Verlag, Köln 1984, S. 31–34, 252.