Das Testament des Hundes
persischer Schwank
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Das Testament des Hundes ist ein persischer Schwank.[1]
Handlung
Ein Mann hatte einen Hund, der ihm viele Jahre treu gedient hatte. Als der Hund starb bettete der Mann ihn in einen Sarg und vergrub ihn auf der Begräbnisstätte der Mohammedaner. Daraufhin beschwerten sich einige Leute beim Kadi, da der Mann, in ihren Augen, die Begräbnisstätte entweiht hatte. Also ließ der Kadi den Mann zu sich rufen und fragte ihn, warum er diese schändliche Tat begangen habe und drohte ihm die Todesstrafe an. Da antwortete der Mann, dass dieser Hund ihm viele Jahre treu gedient habe und er dafür auch jeden Monat seinen festen Lohn erhalten habe. Fünf Män Brot, ein Män Butter, fünfzig Eier und vier Män Fleisch hatte er angehäuft. In seinem Testament hatte er verfügt, dass all dies der Kadi erhalten solle. Da fing der Kadi an zu weinen und sagte „Gott sei seiner Seele gnädig! … Was bestimmte er sonst noch in seinem Testament?“[1]
Hintergrund
Der Schwank stammt aus Arthur Christensens Contes persans en langue populaire (Kopenhagen 1918, Nr. 18) und erhielt in Christensen Werk Die Märchen der Weltliteratur – Persische Märchen (Düsseldorf / Köln 1958) den Titel Das Testament des Hundes. Weiterhin verweist er auf Der Islam IX, S. 73.[1]
Literatur
- Arthur Christensen (Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Persische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1958, S. 170–171, 306.