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Das Versprechen (2001)

Film von Sean Penn (2001) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Versprechen (Originaltitel The Pledge) ist ein US-amerikanisches Filmdrama unter Regie von Sean Penn nach Friedrich Dürrenmatts gleichnamigem Roman. Der Film erschien 2001 und entwickelte sich trotz guter Kritiken zum Misserfolg an den Kinokassen.

TitelDas Versprechen
OriginaltitelThe Pledge
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Das Versprechen
Originaltitel The Pledge
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 119 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Franchise Pictures
Stab
Regie Sean Penn
Drehbuch
  • Jerzy Kromolowski
  • Mary Olson-Kromolowski
Produktion
Musik
Kamera Chris Menges
Schnitt Jay Lash Cassidy
Besetzung
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Handlung

Der in Reno, Nevada, tätige Kriminalbeamte Jerry Black steht kurz vor der Pensionierung. Während seiner Abschiedsfeier, die seine Kollegen als Überraschung für ihn ausrichten, wird der Mord an einem kleinen Mädchen gemeldet. Da er formal noch sechs Stunden im Dienst ist, entschließt sich Black, die Untersuchungen in dem Fall aufzunehmen. Am Tatort entdecken die Ermittler eine grausam entstellte Leiche, die auf die Tat eines Triebtäters schließen lässt. Black informiert die Eltern des Mädchens und verspricht der Mutter, den Täter zu finden.

Der Täter ist aufgrund der Zeugenaussage eines Jungen, der mit seinem Snowmobil in der Nähe war und einen flüchtenden Mann beobachtet hat, scheinbar schnell ermittelt. Es handelt sich um einen geistig behinderten Indianer, der nach seinem Verhör im Büro des Sheriffs mit einer entwendeten Dienstwaffe Selbstmord begeht. Black glaubt nicht an seine Schuld. Er ermittelt weiter und wird in der Schule des Mädchens auf eine Zeichnung verwiesen, auf der ein Riese zu sehen ist, der dem Mädchen kleine Igel schenkt. Des Weiteren ist darauf ein großer schwarzer Kombiwagen zu sehen. Der Riese hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem Indianer, der zudem einen rotbraunen Pick-up fuhr. Black erfährt bei weiteren Ermittlungen von einem ähnlichen Mord an einem kleinen Mädchen, das wie das letzte Opfer blond war und zur Tatzeit ein rotes Kleid trug. Zudem deckt er auf, dass ein blondes Mädchen gleichen Alters bereits seit drei Jahren in der fraglichen Region, in der die anderen beiden Opfer gefunden wurden, vermisst wird und zuletzt ähnlich gekleidet war.

Über die Ermittlungsergebnisse informiert er seine langjährigen Kollegen, die ihm jedoch keinen Glauben schenken. Stattdessen raten sie ihm, sich endgültig in den Ruhestand zu verabschieden und die Sache auf sich beruhen zu lassen, da mit dem Indianer ihrer Meinung nach der Täter bereits gefasst worden war.

Black kauft daraufhin eine Tankstelle in der Region, da er der Meinung ist, der Mörder müsse früher oder später seinen schwarzen Kombi bei ihm betanken. Er freundet sich mit der Kellnerin Lori aus einem nahegelegenen Pub an, die mit ihrer kleinen blonden Tochter Chrissy zu ihm zieht, nachdem ihr Ex-Mann sie wieder einmal verprügelt hat.

Es vergeht eine ganze Zeit, in der sich Black immer mehr zum Ersatzvater für das Mädchen und zum Mann für die Kellnerin entwickelt. Durch Zufall stößt er in der Gegend auf eine Herstellerin von Igelfiguren, deren Sohn Gary Jackson zum Täterprofil passt: hochgewachsen, Fahrer eines dunklen Kombis, mit über vierzig Jahren noch unverheiratet, aber von ostentativer Religiosität. Jackson nimmt sogar Kontakt mit Chrissy auf und macht sich dadurch noch verdächtiger. Eines Tages erzählt das Mädchen Black, dass es einen Zauberer getroffen habe. Dieser habe ihr kleine Igel geschenkt, die sehr gut schmecken. Der Zauberer wolle sich am nächsten Tag mit ihr am Picknickplatz treffen, sie dürfe aber eigentlich gar nicht über ihre Begegnung mit ihm sprechen, das habe sie ihm versprochen.

Black alarmiert seine ehemaligen Kollegen, die sich ihm zuliebe mit einer Sondereinheit beim Picknickplatz auf die Lauer legen. Während die Beamten in der Hitze des Tages auf ihren Posten die Ankunft des Mannes erwarten, kommt es auf einer Serpentinenstraße zu einem Unfall zwischen einem Lastkraftwagen und einem schwarzen Volvo-Kombi, wobei dieser mit seinem Fahrer verbrennt.

Da am Picknickplatz niemand auftaucht, brechen die Polizisten den Einsatz gegen Blacks Willen ab, der in seiner Deckung beim Picknickplatz ausharrt. Sie informieren Chrissys Mutter Lori über Blacks Vorhaben. Auf ihrer Fahrt zurück zum Polizeipräsidium kommen die Beamten zu dem Schluss, dass Black früher ein sehr guter Polizist gewesen, jetzt jedoch nur noch ein Wrack sei. Sie glauben ihm jetzt noch weniger als vorher und fahren auch an der Unfallstelle mit dem schwarzen Kombi vorbei. Niemand stellt eine Verbindung zu dem Fall her. Dabei bleibt es, doch der Zuschauer kann sehen, dass es sich bei dem toten Volvo-Fahrer um den Täter handeln muss – am Rückspiegel hängt eine Igelfigur.

Lori holt ihre Tochter vom Picknickplatz ab und macht Black Vorwürfe, er habe sich die ganze Zeit als netter und hilfsbereiter Mann ausgegeben, nicht um ein neues Leben mit ihr und ihrer Tochter zu beginnen, sondern um sie als Köder für seine Ermittlungsarbeiten zu benutzen. Sie kann ihm nicht verzeihen, ihre Tochter in Gefahr gebracht zu haben, und verlässt ihn zusammen mit ihrer Tochter.

In der Schlusseinstellung sieht man Black, wie er mit einer Flasche Schnaps in der Hand vor der völlig heruntergewirtschafteten Tankstelle Selbstgespräche führt. Er kann nicht wissen, dass der Kindermörder längst bei dem Autounfall ums Leben gekommen ist, wartet daher weiter auf den Täter und hat darüber offenbar den Verstand verloren.

Auf die tatsächliche Identität des Täters gibt es im Film nur einen Hinweis. In einer Szene wird eine Dame aus einem Geschäft in der Stadt gezeigt, die Black einmal mit einer Wegbeschreibung geholfen hat. Sie läuft durch ihren Laden, ruft einen gewissen Oliver und fragt, wo er die Pralinen versteckt habe. Schließlich findet sie diese selbst – es handelt sich um „Igel“-Pralinen, wie Chrissy sie wohl geschenkt bekommen hatte.

Hintergrund

Es handelt sich nicht um eine Neuverfilmung des Films Es geschah am hellichten Tag (1958) mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe. Vielmehr basiert er auf Friedrich Dürrenmatts Roman Das Versprechen, zu dem er das von ihm mitverfasste Drehbuch ausarbeitete.[3] Es geschah am hellichten Tag weicht zum Teil erheblich ab, insbesondere wird der Täter tatsächlich in die Falle gelockt. Im Gegensatz zu Roman und Erstverfilmung bleibt dieser bei der 2001er Verfilmung weitestgehend unklar.

Sean Penn verlegte die Handlung aus der Deutschschweiz der 1950er Jahre in das Nevada der Gegenwart. Ursprünglich sollte der Film in Minnesota gedreht werden.[3] Aus Kostengründen fanden die Dreharbeiten jedoch in British Columbia und Nevada statt.[4] Sie begannen am 14. Februar 2000 und endeten am 2. Mai 2000.[5] Penns Mutter, die Schauspielerin Eileen Ryan, absolviert einen Cameo-Auftritt als Sekretärin von Jerry Black.[3] Eigentlich sollten noch einige Szenen gedreht werden, die zeigen sollten, dass Gary Jackson nicht der Mörder ist.[3] Nach den Budgetproblemen bei der Produktion von Battlefield Earth – Kampf um die Erde wurde entschieden, auf diese Szenen zu verzichten, um die Budgetvorgaben einzuhalten.[3]

Bei einem Rechtsstreit beschuldigte die Intertainment aus Ismaning das Unternehmen Franchise Pictures, dass das tatsächliche Filmbudget in Höhe von 35 Millionen US-Dollar fälschlicherweise mit 55 Millionen US-Dollar angegeben werde, um die europäischen Vermarktungsrechte künstlich zu verteuern. Im Laufe des Rechtsstreits, der sich u. a. auch auf Battlefield Earth – Kampf um die Erde erstreckte, konnte Intertainment Schadenersatz durchsetzen.

Der Film feierte in den USA am 9. Januar 2001 Weltpremiere.[6] Am 15. Mai 2001 wurde er bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt.[6] Weitere Vorführungen bei diversen Filmfestivals folgten.[6] Ursprünglich sollte der Film auch bei der Berlinale gezeigt werden, davon wurde jedoch kurzfristig aus rechtlichen Gründen Abstand genommen.[7] In den deutschen und Schweizer Kinos war er ab dem 11. Oktober 2001 zu sehen, in Österreich ab dem folgenden Tag.[6] An den nordamerikanischen Kinokassen spielte der Film knapp 20 Mio. US-Dollar ein, davon etwa 5,8 Mio. US-Dollar am ersten Wochenende. Weltweit kommt er nur auf Gesamteinnahmen von rund 29 Mio. US-Dollar, was inflationsbereinigt inzwischen etwa 52 Mio. US-Dollar entspricht.[8] In der Schweiz wurden 136.650 Kinobesucher gezählt.[5]

Der Film ist Michael D. Haller und Jack Nitzsche gewidmet, die als Drehbuchautor bzw. Komponist an Sean Penns ersten beiden Filmen Indian Runner und Crossing Guard – Es geschah auf offener Straße mitwirkten.[3]

Rezeption

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 78 %[9]
Metacritic (Metascore) 71/100[10]
Prädikat der FBW wertvoll[11]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[12]
CinemaScore D[13]
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Das Versprechen erhielt ein gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes überwiegend freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein.[9.1] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.[10.1]

Kenneth Turan bezeichnete Sean Penn in der Los Angeles Times als „talentierten“ Filmautor, der sehr gut mit „Top-Darstellern“ arbeiten könne. Er lobte besonders die Darstellungen von Jack Nicholson und Robin Wright Penn.[14]

Michael Wilmington lobte in der Chicago Tribune Darsteller Jack Nicholson. Der Film sei einer Tragödie ähnlich.[15]

Dürrenmatts Witwe Charlotte Kerr lobte den Film in der Zeitschrift Tele. „Der Geist des Buches bleibt ebenso erhalten wie die Charakterisierung der Figuren“.[16]

„In der Hauptrolle hervorragend gespielte, vor allem jenseits der konventionellen Kriminalhandlung intensiv und vielschichtig inszenierte Schuld-und-Sühne-Geschichte um einen Mann, der an der Last eines uneinlösbaren Versprechens zerbricht.“

Sean Penn war im Jahr 2001 für die Goldene Palme und 2002 für die dänische Bodil nominiert. Benicio Del Toro erhielt 2002 eine Nominierung für den ALMA Award. Brittany Tiplady war für den Young Artist Award im Jahr 2002 nominiert. Hans Zimmer wurde 2001 für den World Soundtrack Award nominiert.[7]

Literatur

  • Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen. Requiem auf den Kriminalroman. In: Drei Kriminalromane: Der Richter und sein Henker. Der Verdacht. Das Versprechen. Diogenes-Verlag, Zürich 2004, 537 S., ISBN 3-257-05702-4 oder ISBN 978-3-257-05702-7
  • Florian Schwarz: Der Roman „Das Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt und die Filme „Es geschah am hellichten Tag“ (1958) und „The Pledge“ (2001). Lit Verlag Hopf, Münster 2006, ISBN 3-8258-9299-9
  • Oliver Möbert: Intertextualität und Variation im Werk Friedrich Dürrenmatts. Zur Textgenese des Kriminalromans „Das Versprechen“ (1957/58) unter besonderer Berücksichtigung des Spielfilms „Es geschah am hellichten Tag“ (CH/D/E, 1958). Peter Lang-Verlag, Frankfurt 2011, ISBN 978-3-631-61123-4

Einzelnachweise

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