David Cheriton
kanadischer Professor
From Wikipedia, the free encyclopedia
David Ross Cheriton (* 29. März 1951 in Vancouver, British Columbia) ist ein kanadischer Informatiker, Unternehmer, Philanthrop und Risikokapitalinvestor. Er ist Professor für Informatik an der Stanford University, wo er die Distributed Systems Group gegründet hat und leitet. Aufgrund verschiedener erfolgreicher Investitionen (u. a. Google) gilt er als reichster Professor der Welt.[1]
Laufbahn
David Cheriton wurde 1951 als drittes von sechs Kindern in Kanada geboren. Cheritons Eltern waren beide Ingenieure und waren während der Great Depression aufgewachsen.[1][2] Er besuchte kurzzeitig die University of Alberta, wo er sich sowohl für Mathematik als auch für Musik beworben hatte. Da er für den Musikstudiengang abgelehnt wurde, studierte er anschließend Mathematik und schloss 1973 sein Studium an der University of British Columbia mit dem Bachelor of Science (B.S.) ab. Cheriton erwarb 1974 seinen Master of Science (M.S.) und 1978 seinen Doktor (Ph.D.) in Informatik an der University of Waterloo. Er war drei Jahre lang als Assistenzprofessor an seiner Alma Mater, der University of British Columbia, tätig, bevor er nach Stanford wechselte.[3][4] Als Informatikprofessor war Cheriton an der Entwicklung von mehreren Betriebssysteme beteiligt.
Cheriton gründete gemeinsam mit Andreas von Bechtolsheim das Unternehmen Granite Systems. Das Unternehmen entwickelte Gigabit-Ethernet-Produkte. Es wurde 1996 von Cisco Systems für 200 Millionen Dollar übernommen. Im August 1998 trafen sich die Stanford-Studenten Sergey Brin und Larry Page mit Bechtolsheim auf Cheritons Veranda. Bei diesem Treffen stellte Bechtolsheim den ersten Scheck zur Finanzierung ihres Unternehmens Google aus, und Cheriton schloss sich ihm als Angel-Investor mit einer Investition von 200.000 Dollar an, welches später auf einen Wert von einer Milliarde Dollar anwuchs.[5]
Im Jahr 2001 gründeten Cheriton und Bechtolsheim ein weiteres Start-up-Unternehmen, Kealia mit Sitz in Palo Alto, das 2004 von Sun Microsystems übernommen wurde. Im Jahr 2004 war Cheriton (erneut gemeinsam mit Bechtolsheim) Mitbegründer und leitender Wissenschaftler von Arista Networks. Daneben war er auch noch an der Gründung und Entwicklung der Unternehmen Apstra, BrainofT und Caspar beteiligt und ein früher Investor von VMware.[1][3] Cheriton wurde nach der Übernahme seines Unternehmens Apstra im Jahr 2021 zum Chefwissenschaftler für Rechenzentren bei Juniper Networks ernannt.[2] Trotz seines Milliardenvermögens lehrt Cheriton weiter Informatik an der Stanford University. 2016 arbeitete er mit Studenten an Transaktionalen Speichern.
Vermögen
Im Juli 2026 wurde sein Vermögen von Forbes auf knapp 10 Milliarden US-Dollar geschätzt.[2] Cheriton ist bekannt für seinen sparsamen und bescheidenen Lebensstil; er verzichtet auf teure Autos und große Häuser. Er sagt dazu: „Ich verstehe nicht, warum die Leute Geld für sinnlose Dinge ausgeben.“[1]
Philanthropie
Er hat sich für die Bildung engagiert, unter anderem mit einer Spende in Höhe von 25 Millionen Dollar zur Förderung von Graduiertenstudiengängen und Forschung an der School of Computer Science (die später in David R. Cheriton School of Computer Science umbenannt wurde) der University of Waterloo[6], einer Spende in Höhe von 7,5 Millionen Dollar an die University of British Columbia[7] sowie einer Stiftungszuwendung in Höhe von 12 Millionen Dollar im Jahr 2016 an die Stanford University zur Unterstützung des Fachbereichs Informatik und Stipendien.[4]
Privatleben
1980 heiratete Cheriton Iris Fraser. Die beiden ließen sich 1994 scheiden.[8] Er ist Vater von vier Kindern.[2]
Öffentlichen Aufzeichnungen zufolge hat Cheriton Spenden an die Republikaner gemacht, darunter an die Partei, an Wahlkampfkomitees (PACs) von Kandidaten sowie an Senatoren, und insgesamt über 5.000 Dollar an den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gespendet.[9]