David Coventry
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David Henry Halford Coventry (* 2. Oktober 1969 in Wellington) ist ein preisgekrönter neuseeländischer Autor und Musiker. Seine Romane wurden in verschiedene Sprachen, darunter ins Deutsche, übersetzt.
Coventrys Debütroman The Invisible Mile (2015) erschien in sechs Sprachen und wurde 2016 mit dem Hubert Church Award for Fiction ausgezeichnet.[1] Der Roman stand außerdem auf der Shortlist für den Ockham New Zealand Book Award und die Sports Book Awards in Großbritannien.[2]
Leben
Coventry besuchte von 1983 bis 1986 die Hutt Valley High School. Als Schüler und Studierender war er als Musiker, Toningenieur und Filmarchivar tätig. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Anglistik und Religionswissenschaft (Victoria University of Wellington, 2000), ein Honours Degree in Anglistik (VUW, 2001) und einen Master-Abschluss in Kreativem Schreiben vom International Institute of Modern Letters (VUW, 2010).[3] Im Jahr 2022 erwarb er an der Victoria University den Doktortitel (Ph.D.) für seine Dissertation über ME/CFS.[4]
Als Toningenieur hat er Werke für die experimentellen Gruppen Thela, La Gloria und Empirical produziert. Bei den beiden letzteren war er auch als Musiker tätig.[5]
Coventry lebt in Raglan, Neuseeland in der Nähe der Tasmansee; nachdem er zuvor lange Zeit in Wellington verbracht hatte.
Literarisches Werk
David Coventrys Roman The Invisible Mile, der während der Tour de France 1928 spielt, fand international große Beachtung. Er wurde als Buch der Woche im Sydney Morning Herald folgendermaßen gelobt: „David Coventrys poetische Odyssee erzählt … mit symbolischer Kraft und poetischer Finesse.“[6] Auch die New York Times nahm ihn in ihre Rubrik Buch der Woche auf und schrieb: „Wunderschön … Coventrys grüblerische Erzählung, die teils philosophisches Abenteuer, teils Reisebericht, teils Familiendrama, teils Kriegschronik, teils psychologisches Rätsel ist, ist durchdrungen von der stets fragenden Perspektive ihrer gequälten Hauptfigur.“[7] Eine Rezension im Auckland Metro Magazine bezeichnete das Buch als „einen Lesetraum im wahrsten Sinne des Wortes … Ein tranceartiger Bericht über die Tour de France 1928. Der Schreibstil ist kraftvoll, eine bravouröse Mischung aus Narzissmus, Masochismus und Lyrik … Die Reise eines namenlosen Fahrers zu sich selbst und die beginnende Erkenntnis, dass das Rennen zu einer großen Metapher für das Trauma des Ersten Weltkriegs geworden war.“[8] Brian Clearkin schrieb in Landfall: „Eine brillante Meisterleistung an Schreibtalent und Stil, die den Leser reichlich belohnt. Sie reiht David Coventry in die Elite der neuseeländischen Autoren ein.“[9]
Coventrys zweiter Roman, Dance Prone, erkundet Trauma, Kunst und Post-Hardcore-Punkrock der 1980er Jahre. Das Werk erschien 2020. Performance, Coventrys dritter Roman, der das Leben und Schreiben unter den Bedingungen von ME/CFS thematisiert, erschien im Juni 2024.[10]
Coventrys Werk wurde in The Brooklyn Rail mit dem von Don DeLillo, Toni Morrison und Thomas Mann verglichen.[11]
Auszeichnungen und Auftritte
Coventry erhielt 2015 das Todd New Writer's Bursary. Er trat beim Edinburgh International Book Festival 2016, beim International Festival of Authors in Toronto (2017), bei der Writer's Week des New Zealand Festival in Zusammenarbeit mit dem Theologen Lloyd Geering (2016), beim Auckland Writers Festival (2016) und beim Nelson Arts Festival (2016) auf. Coventry war 2022 Ursula Bethell Writer in Residence an der University of Canterbury.[12] 2026 erhielt er die Writer in Residence Position an der University of Waikato.[13]
Literarische Werke (Auswahl)
- The Invisible Mile (2015), dt. Die unsichtbare Meile (insel taschenbuch)
- Dance Prone (2020)
- Performance (2024)