David Gruby
ungarischer Pathologe und Mykologe
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David Gruby (* 20. August 1810 in Kiskér; † 14. November 1898 in Paris) war ein ungarisch-österreichischer Pathologe und Mykologe.

Leben
David Gruby, der Sohn des Kleinbauern Menachem Mendel Gruby, besuchte in Pest die Piaristenschule und studierte von etwa 1831 bis 1836 in Wien Medizin.[1] Er war Schüler des Wiener Anatomen Joseph Berres und bildete sich bei Carl von Rokitansky in pathologischer Anatomie weiter. Er promovierte 1839 mit der Schrift Observationes microscopiae ad morphologiam pathologicam spectantes. Eine Einstellung an der Wiener Universität wurde von einem Übertritt vom jüdischen Glauben zum Christentum abhängig gemacht, so dass sich Gruby zunächst durch Privatunterricht im Mikroskopieren über Wasser hielt. Einer seiner Schüler, Philibert-Joseph Roux, empfahl Gruby nach Paris zu gehen, wo dieser dann ein Privatlabor für Mikroskopie, Physiologie und pathologische Anatomie unterhielt.[2]
Gruby entdeckte verschiedene Dermatophyten und ist Erstbeschreiber der Gattung Microsporum. Anfang der 1840er Jahre erforschte er klinische, epidemiologische und mykologische Details über den Erbgrind, weshalb er auch als Begründer der Dermatomykologie (Hautpilzkunde) gilt. Er beschrieb auch das Eindringen von Microsporum audouinii von außen in das Haar (ektotrich) bei Tinea capitis und Tinea barbae und das Wachstum innerhalb des Haares (endotrich) von Trichophyton tonsurans.[3] Zudem prägte Gruby den Gattungsnamen Trypanosoma[4] und erkannte Candida albicans als Erreger des Soors.[2]
1854 erhielt Gruby die staatliche Zulassung zur Ausübung der ärztlichen Praxis und wurde bald ein gesuchter Arzt mit zahlreichen prominenten Patienten, darunter Frédéric Chopin, Alphonse de Lamartine, George Sand, Franz Liszt, sowie Dumas Vater und Sohn. Am 9. Oktober 1848 Berief Gruby ein Ärzte-Consil am Krankenbett von Heinrich Heine ein, an dem Leopold Wertheim, Léon Rostan und Auguste François Chomel teilnahmen. Gruby übernahm die weitere Behandlung Heines, konnte in dem fortgeschrittenen Zustand der Erkrankung allerdings nur noch hauptsächlich palliativ behandeln. Gruby stellte auch am 17. Februar 1856 Heines Totenschein aus und schrieb an dessen Bruder Maximilian Heine:
„Mit größtem Bedauern melde ich Ihnen, geehrter Herr Kollege, das Ableben Ihres Bruders in Paris. Er ist heute um fünf Uhr morgens verschieden infolge von Schwäche durch ein heftiges Erbrechen herbeigerufen. Mit Hochachtung Ihr ergebener Dr. Gruby.“[5]
Literatur
- Werner Köhler: Gruby, David. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 513 f.
- Henner Montanus: Der kranke Heine. Metzler, Stuttgart & Weimar 1995, ISBN 978-3-476-01282-1, S. 357f.
Weblinks
- Ole Daniel Enersen: David Gruby ( vom 13. Mai 2025 im Internet Archive) bei whonamedit.com