Dearomatisierung

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Eine Dearomatisierung ist eine organisch-chemische Reaktion, bei der ein aromatisches System reduziert wird. Zur Überwindung der hohen Resonanzenergie des Übergangszustands werden metall-organische Katalysatoren verwendet. Die umgekehrte Reaktion ist die Aromatisierung.

Beispiele

Dearomatisierung von Benzol zu Cyclohexan.

Cyclohexan kann durch Addition von Wasserstoff an Benzol gewonnen werden. Dies wird durch Raney-Nickel katalysiert.

Die Dearomatisierung ist auch ein fester Bestandteil des täglichen Lebens: So wird Nicotinamidadenindinukleotid (Abkürzung: NAD+) in biochemischen Prozessen zur Übertragung von Hydridionen im menschlichen Körper verwendet. Dabei findet eine Oxidation/Reduktion des aromatischen Pyridin-System als Aromatisierung/Dearomatisierung statt.

Ein Beispiel für eine in der organischen Synthese häufig angewandte Methode ist die Birch-Reduktion, bei der ein Aromat durch Reaktion mit Natrium, Kalium oder Lithium in flüssigem Ammoniak regioselektiv in 1,4-Stellung reduziert wird.

Birchreaktion Teil 1
Birchreaktion Teil 1
Birchreaktion Teil 2
Birchreaktion Teil 2


In einem neuartigen Verfahren in der Arbeitsgruppe von Dean Harman ist nun auch eine stereoselektive Tandem-Reaktion von Reduktion und Umpolung von Phenol möglich. Phenol liegt normalerweise als Enol in Lösung vor, kann jedoch durch einen Wolframkomplex[1] in seiner Ketoform stabilisiert werden. Dieses lässt sich anschließend stereoselektiv mit Elektrophilen und Nukleophilen zu Cyclohexenon-Derivaten umsetzen.[2]


Durch Komplexbildung mit einem Wolframkomplex [W] kann die Ketoform Phenols stabilisiert werden. Dies kann ausgenutzt werden, diesen Komplex stereoselektiv mit einem Elektrophil E+ und einem Nukleophil Nu umzusetzen. [W]= TpW(NO)(PCH3)
Wolframkomplex TpW(NO)(PCH3)(5,6-η2-phenol), Tp:(Hydriotris(pyrazolyl))-boratmit.

Einzelnachweise

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