Debbie E. McGhee

US-amerikanische Sozial- und Persönlichkeitspsychologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Debbie E. McGhee (* 1966; † 15. April 2019 in Seattle) war eine afroamerikanische Sozial- und Persönlichkeitspsychologin und Research Scientist an der University of Washington.[1][2]

Leben

Sie absolvierte die Columbus School for Girls in Bexley. 1987 schloss sie ihr Studium an der Ohio State University mit einem Bachelor- und einem Masterabschluss mit Auszeichnung ab. Anschließend promovierte sie in Klinischer und Sozialpsychologie zum Ph.D. an der University of Washington.

Ihre Berufstätigkeit verbrachte sie ab 1998 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und ab 2001 als leitende Wissenschaftlerin an der University of Washington. Hier wirkte sie über 20 Jahre im Office of Educational Assessment (OEA). Ab 2016 hatte sie die Leitung des OEA-Teams übernommen; diese Position übte sie bis zu ihrem Tod aus.

Werk

Als Sozialpsychologin hat sie sich auf implizite Kognitionen, Gender-Stereotypen und das Selbstkonzept spezialisiert. Sie hat wesentlich zur Entwicklung sozialpsychologischer Messmethoden zur Erfassung unbewusster Einstellungen und Vorurteile beigetragen. Ihre mit Anthony Greenwald und Jordan K. Schwartz geleistete Entwicklung des Impliziten Assoziationstests (IAT) zählt zu den klassischen Experimenten in der Psychologie. Inhaltlich hat sie zudem mit dem Impliziten Assoziationstest eine starke und automatisch positive Bewertung von Weißen und eine relativ negative Bewertung von Afroamerikanern nachgewiesen. Die Interpretation dieses Befundes als Ausdruck einer pro-weißen Haltung beruht entscheidend auf der Überprüfung alternativer Interpretationen, insbesondere der größeren Vertrautheit der Betrachter mit Reizen, die Weiße repräsentieren. Das beschriebene Experiment zeigte, dass positive Eigenschaften stärker mit Weißen als mit Afroamerikanern assoziiert wurden, selbst wenn Bilder von gleichermaßen unbekannten Schwarzen und Weißen als Reize verwendet und Unterschiede in der Reizvertrautheit statistisch kontrolliert wurden.

Als Forscherin leistete sie einen wesentlichen Beitrag zu Forschungsdienstleistungen für eine Vielzahl komplexer Bewertungsprojekte – von groß angelegten, campusweiten Umfragen bis hin zu kleineren Projekten einzelner Fachbereiche. Ihre Arbeit umfasste die Beratung und Unterstützung von Universitätsangehörigen in jeder Phase des Forschungsprozesses, einschließlich Forschungsdesign, Entwicklung von Instrumenten (Fragebögen), Projektmanagement, Datenanalyse und Berichtserstellung. Sie war zudem die Hauptverantwortliche für die Sicherstellung der Validität verschiedener Tests im University of Washington Testing Center sowie der Aufgaben für die IASystem-Kursbewertungen[3] des OEA.

Ehrungen/Positionen

  • Debbie E. McGhee Award an der University of Washington zur Würdigung von außergewöhnlichem Engagement und Fachwissen von Mitarbeitern
  • Washington Educational Research Association Award für ihre Arbeit zum Zusammenhang zwischen den Ergebnissen des Washington Assessment of Student Learning (WASL) und dem Studienerfolg

Privates

Sie war die Tochter von Bessie Sherrod Price und ihres Stiefvaters Johnathan Price. Ihr Bruder Curtis McGhee ist vor ihr verstorben. Sie selbst verstarb im Alter von 53 Jahren im University Medical Center in Seattle.

Publikationen (Auswahl)

Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Einzelnachweise

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