Deborah Shaffer
US-amerikanische Dokumentarfilmerin
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Deborah Shaffer ist eine US-amerikanische Dokumentarfilmerin.
Karriere
Sie begann in den 1970er Jahren mit der Filmproduktion als Mitglied des Newsreel Collective, wo sie an dem Kurzfilm Make-Out mitarbeitete.[1] Im Jahr 1972 führte sie gemeinsam Regie und Produktion beim Kurzfilm How About You?, 1976 folgte Chris and Bernie. Shaffer war 1979 Co-Regisseurin und Co-Produzentin ihres ersten abendfüllenden Dokumentarfilms Die Wobblies, einer mündlichen und archivarischen Geschichte der Industrial Workers of the World. Der Film feierte Premiere beim New York Film Festival und wurde 2021 in das National Film Registry der Library of Congress aufgenommen.[2][3]
Im Jahr 1983 führte Shaffer Regie und Produktion bei Nicaragua: Report From the Front,[4] 1985 folgte Witness to War: Dr. Charlie Clements,[5] ein Film über einen amerikanischen Arzt, der sich nach seinem Einsatz als Air-Force-Pilot in Vietnam gegen den Krieg wandte und während des Bürgerkriegs in El Salvador als Arzt arbeitete. Witness to War: Dr. Charlie Clements wurde mit dem Oscar für den besten Kurz-Dokumentarfilm ausgezeichnet.[6]
Im Jahr 1987 führte sie Regie und Co-Produktion bei Fire From the Mountain,[7] basierend auf den Memoiren des nicaraguanischen Revolutionärs Omar Cabezas. Der Film feierte Premiere beim New York Film Festival und wurde auch beim Sundance Film Festival gezeigt. 1989 folgte Dance of Hope,[8] ein Film über Frauen und Menschenrechte in Chile, der ebenfalls beim Sundance Festival Premiere hatte.
2001 und 2002 drehte Shaffer zwei Filme über Künstlerinnen und Künstler in Lower Manhattan und deren Reaktion auf die Ereignisse des 11. September: From the Ashes: 10 Artists (uraufgeführt beim Sundance und Tribeca Film Festival) und From the Ashes: Epilogue (Tribeca).
2010 war Shaffer Co-Regisseurin und Co-Produzentin des Dokumentarfilms To Be Heard,[9] der beim DOC NYC Premiere feierte und sowohl den Grand Jury Prize als auch den Publikumspreis gewann. 2019 folgte Queen of Hearts: Audrey Flack,[10] der ebenfalls beim DOC NYC Premiere hatte und beim Hamptons International Film Festival den Publikumspreis sowie den Preis für Kunst und Kultur gewann.
Neben ihrer unabhängigen Arbeit als Regisseurin und Produzentin drehte Shaffer auch Filme für das Fernsehen, darunter Secrets Underground (WGBH, 1994), der mit einem Christopher Award ausgezeichnet wurde, zwei einstündige Episoden der PBS-Serie Art in the Twenty-First Century (2003) sowie Ladies First: The Women of Rwanda (WNET, 2004), der einen Emmy Award erhielt. Sie war zudem Executive Producer mehrerer Filme, darunter der 2004 für den Oscar nominierte Kurzfilm Asylum und Very Semi Serious (HBO, 2013).[11]
1987 erhielt Shaffer ein Guggenheim-Stipendium, 2004 den Irene Diamond Lifetime Achievement Award for Human Rights Filmmaking des Human Rights Watch Film Festival. Sie ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.[12] Ihre Filme Witness to War und Wildcat wurden beim DOK Leipzig 2025 in der Reihe Un-American Activities gezeigt.[13]
Shaffer war mit dem Architekten Larry Bogdanow (1947–2011) verheiratet; ihre Tochter heißt Maya Shaffer Bogdanow.[14]
Filmografie (Auswahl)
- 1976: Chris and Bernie (Kurzfilm; Regie, Schnitt)
- 1977: Wildcat (Kurzfilm, Regie)
- 1979: Die Wobblies (Regie, Produktion, Schnitt)
- 1981: El Salvador: Another Vietnam (Schnitt)
- 1985: Witness to War: Dr. Charlie Clements (Regie, Schnitt)
- 1987: Fire from the Mountain (Regie, Produktion)
- 1989: Dance of Hope (Regie, Produktion)
- 1994: Discovering Women (Fernsehserie, Regie, Produktion)
- 2001: Art in the Twenty-First Century (Fernsehserie, 2 Folgen; Regie)
- 2001: Enemies of War (Produktion)
- 2003: Thunder in Guyana (Produktion)
- 2002: From the Ashers: 10 Artists (Regie)
- 2010: To Be Heard (Regie, Produktion)
- 2015: Very Semi-Serious (Produktion)
- 2019: Queen of Hearts: Audrey Flack (Regie, Produktion)
- 2022: The Bengali (Produktion)
- 2024: Saving Walden's World (Produktion)
- 2025: My Underground Mother (Produktion)
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1985: Oscar – Bester Kurz-Dokumentarfilm für Witness to War: Dr. Charlie Clements
- 1987: Guggenheim-Stipendium
- 1988: Sundance-Nominierung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm für Fire from the Mountain
- 1989: Sundance-Nominierung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm für Dance of Hope
- 2004: Irene Diamond Lifetime Achievement Award for Human Rights Filmmaking
- 2005: Emmy in der Kategorie Langfilm der Nachrichtenberichterstattung für Wide Angle
- 2010: Publikumspreis des DOC NYC für To Be Heard
- 2016: Emmy in der Kategorie Herausragende Kultursendung für Very Semi-Serious