Debris Documentar
Film von Marian Dora (2003)
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Debris Documentar (deutsch: Trümmer-Dokumentation) ist ein Horrorfilm des Filmemachers Marian Dora aus dem Jahre 2012. Der Film, der 2014 als Teil eines Boxsets mit Melancholie der Engel (2009) und Reise nach Agatis (2010) auf DVD erschien, jedoch bereits 2003, nach einigen Kurzfilmen des Regisseurs, gedreht wurde, behandelt den Alltag eines Mannes, Carsten, Frank, am Set von Ulli Lommel aus dem Jahr 2004 arbeitet Film Zombie Nation. Gleichzeitig plant er die Realisierung eines eigenen Films, eine Aufgabe, die ihm äußerst schwerfällt. Auch begleiten die Zuschauer ihn schonungslos direkt bei seinem Privatleben, was für Dora typische Stilelemente beherbergt.[1][2]
| Film | |
| Titel | Debris Documentar |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2012 |
| Länge | 75 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Marian Dora |
| Drehbuch | Marian Dora |
| Produktion | Marian Dora |
| Schnitt | Marian Dora |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Der Film behandelt den Alltag eines Mannes namens Carsten, der am Set des Films Zombie Nation für Ulli Lommel arbeitet. Ebenfalls zu sehen ist der eigentliche Regisseur des Films, Marian Dora, ein Schüler Lommels, der für die Spezialeffekte von Zombie Nation verantwortlich zeichnet.
Gleichzeitig plant Carsten einen eigenen Film zu verwirklichen (am Anfang des Films sieht man die Einblendung ´Einblicke in die Vorproduktion von Melancholie der Engel´), welches sich jedoch als äußerst schwierig gestaltet, da er weder Geld noch eine Kamera besitzt. Unter anderem telefoniert er mit Katja Bienert und dem Regisseur Jess Franco, die ihm helfen sollen.
Zunächst versucht der Mann per Anzeigen in einem Supermarkt Darsteller für seinen Film zu gewinnen. Während seiner täglichen Arbeit am Filmset wirkt der Mann frustriert. Auch ist er in seinem Privatleben isoliert, verbringt seine Zeit mit dem Sichten seiner opulenten VHS-Filmsammlung und Masturbation. Er bastelt außerdem Requisiten für seinen eigenen geplanten Film.
Er schießt in seiner Freizeit Fotos von Tierkadavern, welche er teilweise auch einsammelt, um sie mit zu sich nach Hause zu nehmen. Zu einer Prostituierten (Patrizia Johann) hat er regelmäßigen Kontakt. Zu sehen sind explizite Szenen der Koprophilie inklusive von der Prostituierten am Protagonisten vorgenommenes Fisting.
Nach einiger Zeit kontaktiert ihn tatsächlich eine Frau, die seine Annonce im Supermarkt gelesen hatte. Sie vereinbaren ein Treffen im Haus des Mannes. Als er ihr erklärt, um was es in seinem Film gehen soll, bekommt es die Frau mit der Angst zu tun und will das Haus verlassen. Daraufhin überwältigt der Mann die Frau und tötet sie, indem er sie erwürgt und ihr den Kopf mit einem Telefon einschlägt. Anschließend filmt er sich selbst, wie er sich sexuell an der Toten vergeht.
Der Film endet damit, dass der Mann die Frauenleiche verbrennt und wie in der ersten Einstellung des Films joggen geht.
Besonderheiten
Der Film entstand bereits 2003 während der Produktion von Uli Lommels Zombie Nation, wurde aber erst 2012 als Teil eines DVD-Releases von Reise nach Agatis in Österreich veröffentlicht.[3] Dementsprechend wurde der Film vor Doras Langfilmdebüt Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen abgedreht. Des Weiteren ist er auf der Blu-ray Disc zum Extended Cut Melancholie der Engel (2018) enthalten.[4]
Der Song Sweet Sweet Franziska stammt von David Hess, welcher ebenfalls im Film zu sehen ist, und kommt auch im Film Melancholie der Engel vor.[5]
Rezeption
Der Film war lange Zeit nicht erhältlich und wurde dementsprechend auch nur wenig rezipiert. Die meisten Kritiken behandeln vor allem die Aneinanderreihung ekliger Szenen, ohne dem eigentlichen Inhalt Rechnung zu tragen. Dennoch setzt der Film vor allem auf Grenzverletzungen. Es finden sich viele typische Element von Dora in dem Film, die auch in seinen späteren Werken zu sehen sind, darunter die teils drastischen Ekelszenen. In diesem Film ist Koprophilie, Koprophagie sowie Urophilie ein Thema, auch die bei Melancholie der Engel und anderen Werken verwendeten Tiersnuffszenen, Vergewaltigung und Nekrophilie nehmen Raum ein. Der Film ist stark unterbelichtet und wirkt dreckig, ein Gegensatz zu den späteren Werken, die vor allem auf eine ästhetisch saubere Inszenierung setzen. Der Protagonist Carsten wird melancholisch bis depressiv in Szene gesetzt. Das prallgefüllte VHS-Regal des Protagonisten zeigt vermutlich auch die Vorlieben von Dora selbst, zu vermuten sind auch autobiografische Züge die Dora eingearbeitet hat.[6][3][5][2][7]