Decabromdiphenylethan

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Decabromdiphenylethan (DBDPE oder BDPE-209[3]) ist eine chemische Verbindung, die als Flammschutzmittel verwendet wird.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Decabromdiphenylethan
Allgemeines
Name Decabromdiphenylethan
Andere Namen
  • 1,2-Bis(pentabromphenyl)ethan
  • 1,1′-(Ethan-1,2-diyl)bis(pentabrombenzol)
  • 1,1′-(Ethan-1,2-diyl)bis(pentabrombenzen)
  • DBDPE
  • BDPE-209
Summenformel C14H4Br10
Kurzbeschreibung

weißes, geruchloses Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 84852-53-9
EG-Nummer 284-366-9
ECHA-InfoCard 100.076.669
PubChem 10985889
ChemSpider 9161088
Wikidata Q3410491
Eigenschaften
Molare Masse 971,22 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

350 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (~ 0,72 µg·l−1 bei 25 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: sehr persistent und sehr bio­akkumulativ (vPvB)[2]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Verwendung

Decabromdiphenylethan wird in Polymeren wie Polystyrenen, Polyolefinen oder Elastomeren[4] als Ersatzstoff des in der RoHS-Richtlinie bzw. der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung stark eingeschränkten Decabromdiphenylethers verwendet.[5][6][7] Die zwischen 2006 und 2016 in China hergestellte Menge betrug 230000 Tonnen, wovon 39000 in Elektrogeräten aus China exportiert wurden.[8] Im Elektroschrott wurde in einer 2011 durchgeführten Studie eine durchschnittliche Konzentrationen von 340±200 ppm gefunden, was das verbreitete Vorkommen von DBDPE in elektronischen Geräten bestätigte.[9]

Umweltrelevanz und Risikobewertung

Decabromdiphenylethan wurde in Biota,[10] Luft,[7] Sedimenten,[11] Klärschlamm[12] und Hausstaub[13] gefunden.

Decabromdiphenylethan wurde 2012 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Decabromdiphenylethan waren die Besorgnisse bezüglich hoher (aggregierter) Tonnage und weit verbreiteter Verwendung sowie der Gefahren ausgehend von einer möglichen Zuordnung zur Gruppe der PBT/vPvB-Stoffe. Die Neubewertung fand ab 2012 statt und wurde von Schweden durchgeführt.[14] 2024 kam Schweden zum Schluss, dass DBDPE die Kriterien eines vPvB-Stoffs erfüllt.[15] 2025 wurde DBDPE aus diesem Grund in die SVHC-Liste aufgenommen.[2]

Einzelnachweise

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