Delio Anzaqeci Mouzinho
osttimoresischer Boxer
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Werdegang
Delio Mouzinho ist das sechste von sieben Kindern von Manuel Mouzinho und Elisa Mouzinho. Die Familie lebte von ihren Gemüsegärten, Reisfeldern und der Büffelzucht. Delio half früh bei der Landarbeit mit. Unangenehm sind seine Erinnerungen an Alkoholmissbrauch in der Familie. Folge war, dass Mouzinho in der Grundschule, die er von 2009 bis 2014 besuchte, immer wieder mit seinem aggressiven Verhalten auffiel. Erst 2017 machte er seinen Grundschulabschluss und besuchte dann bis 2018 die Sekundarschule Lere Anan Timur in Lautém.[1][2]
Neben der Schule befand sich ein Boxclub, in dem jeden Nachmittag trainiert wurde. Mouzinho sah den Kämpfern zwei Jahre lang zu, bis ihn der Trainer Elisário Dias Monteiro zu sich einlud, als die Boxer wegen starken Regens früher nach Hause gingen. Monteiro beeindruckte den Jungen mit Geschichten von seiner Boxkarriere und internationalen Wettkämpfen. Im März 2019 begann Mouzinho mit dem Training. Bereits nach zwei Wochen schickte ihm sein Trainer in einen Trainingskampf, den Mouzinho überraschend mit einem K.-o.-Sieg gewann.[2]
Zum Unabhängigkeitestag am 20. Mai 2019 wollte Mouzinho an einem Wettkampf in der Hauptstadt Dili teilnehmen. Doch seine Anmeldung beim Boxclub von Thomas Americo wurde abgelehnt. Man zweifelte an den Fähigkeiten des jungen Mannes „aus den Bergen“. Schließlich wurde Mouzinho im Bebora Boxing Club aufgenommen. Beim Wettbewerb gewann er zwei Kämpfe, den letzten durch K.O. Nach seinem Turniersieg kehrte Mouzinho zur Schule in Lautém zurück.[2]
2020 zog Mouzinho nach Dili um. Er lebte beim Pastor Júlio Crispim. Seine jüngere Schwester Ana dos Santos Belo hatte Mouzinhos Familie bereits Jahre zuvor angeboten, sich um eines der sieben Kinder zu kümmern. Im November 2020 nahm Mouzinho an einem vom Boxclub El Matador organisierten Wettkampf im damaligen Hauptsitz des Staatssekretariats für Jugend und Sport teil. Wieder gewann er das Turnier mit zwei gewonnenen Kämpfen. Danach wurde Mouzinho vom Boxclub El Matador aufgenommen. wegen seinem aggressiven Kampfstils erhielt er den Kampfnamen „El Bruto“ (Der Grobian).[1][2]
2021 begann Mouzinho ein Studium für Erdöltechnik am Dili Institute of Technology (DIT), brach es aber noch im selben Jahr ab, um sich auf seine Boxkarriere konzentrieren zu können.[1][2]
2021 erhielt Mouzinho, mit Unterstützung von Crispim, ein Stipendium am Institut für Philosophie und Theologie (ISFIT) und qualifizierte sich im November für die Südostasienspiele 2022 in Hanoi.[2] Bei den Spielen gewann er die Silbermedaille in der Klasse 69 kg bis 75 kg. Nach Siegen gegen den malaysischen Boxer Mohammed Firdaus und den kambodschanischen Boxer Kimheang Hun, scheiterte Mouzinho im Finale gegen den Philippener Eumir Marcial. Die Schiedsrichter brachen den Kampf bereits in der ersten Runde ab und erklärten Marcial zum Sieger.[1][2] Im September 2022 gewann Mouzinho einen Schaukampf des australischen Boxverbandes gegen Aiden Kennedy.[2][3]
Bei den Südostasienspiele 2023 in Kambodscha gewann Mouzinho die Bronzemedaille. Im Halbfinale verlor er gegen einen Vietnamesen. Im Juli nahm Mouzinho an Showkämpfen auf Bali teil, die der dortige Boxverband organisierte. Bei den Asienspiele 2022, die wegen COVID-19 erst 2023 stattfanden, wurde das osttimoresische Boxteam disqualifiziert. Aufgrund eines Fehlers der osttimorischen Regierung war das Team zu spät zu den Spielen in Hangzhou angereist. Sein Leben finanzierte Mouzinho, indem er selbst als Trainer arbeitete.[2]
Am 13. Oktober 2024 absolvierte Mouzinho seinen ersten Kampf als Profiboxer. Bis Juli 2026 absolvierte er sieben Profikämpfe, von denen er sechs gewann.[3]