Densa Thil

buddhistischer Tempel in Sangri, Shannan, Tibet, China From Wikipedia, the free encyclopedia

Densa Thil (tibet.: གདན་ས་ཐེལ gdan sa mthil oder gdan sa thel[1]; auch: Densatil)[2] ist das erste Kloster der Phagdru-Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Es wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Phagmo Drupa Dorje Gyelpo[3] (1110–1170), einem Schüler Gampopas, gegründet. Als sein Gründungsjahr gilt das Jahr 1158. Densa Thil befand sich im Gebiet von Phagmodru[4] im Kreis Sangri des Regierungsbezirks Shannan (Lhokha) im Süden des heutigen Autonomen Gebiets Tibet in der Volksrepublik China.

Vajravarahi aus dem Kloster Densa Thil, heute im Los Angeles County Museum of Art

Densa Thil entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert zu einem der wichtigsten religiösen Zentren Tibets. Unter der Herrschaft der Phagmodrupa-Dynastie war es über längere Zeit das spirituelle und administrative Zentrum des Landes[5]. Berühmtheit erlangte das Kloster durch seine monumentalen, mehrstöckigen silbernen Stupas (tibet. chörten), welche die Reliquien der Phagmodrupa-Herrscher enthielten und mit aufwendigen Filigranarbeiten, Edelmetallen und Halbedelsteinen geschmückt waren[6]. Diese Kunstwerke zählen zu den herausragendsten Beispielen tibetischer Sakralkunst des Spätmittelalters[7].

Während der Kulturrevolution (1966–1976) wurde Densa Thil nahezu vollständig zerstört und geplündert. Die Mönchsgemeinschaft wurde aufgelöst, und zahlreiche Kunstwerke gelangten über den internationalen Kunsthandel in westliche Museen und Privatsammlungen[8][9]. Zu den erhaltenen Objekten zählt unter anderem eine Darstellung der Vajravarahi aus Densa Thil, die sich heute im Los Angeles County Museum of Art (LACMA) befindet.

Vom ursprünglichen Klosterkomplex sind heute nur noch Ruinen erhalten[10]. Einzelne kleinere Strukturen wurden in den letzten Jahrzehnten teilweise rekonstruiert[11]. Der Standort selbst steht auf der Liste der Denkmäler des Autonomen Gebiets Tibet, was jedoch in erster Linie den Schutz der Ruinen und der archäologischen Überreste betrifft. Ein aktives Kloster im historischen Sinne existiert dort nicht mehr.

Frühere Äbte des Klosters

  • Dragpa Tsöndrü (Grags pa brtson 'grus, 1203–1267)
  • Rinchen Dorje (Rin chen rdo rje, 1218–1280)
  • Dragpa Gyeltshen (Grags pa rgyal mtshan, 1293–1360)
  • Dragpa Sherab (Grags pa shes rab, 1310–1370)
  • Dragpa Changchub (Grags pa byang chub, 1356–1386)
  • Pelden Sangpo (Dpal ldan bzang po, 1383–1407)
  • Sönam Dragpa (Bsod nams grags pa, 1359–1408) oder Sönam Sangpo (Bsod nams bzang po, 1380–1416)
  • Sönam Gyeltshen (Bsod nams rgyal mtshan, 1386–1434)[12]

Literatur

  • Olaf Czaja: „The Sculptural Art of Densatil“, Oriental Art, Vol. 50. No. 4. 2006

Einzelnachweise und Fußnoten

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