Der Einzelgänger (1981)

Film von Michael Mann (1981) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Heist-Movie Der Einzelgänger (Originaltitel: Thief) ist ein US-amerikanischer Thriller von Michael Mann aus dem Jahr 1981 über Liebe, Habgier, Verbrechen, Verrat und Rache. Der Film ist eine Produktion von Mann/Caan Productions im Verleih der United Artists und kam am 27. März 1981 in die US-amerikanischen Kinos. Der nach einer Geschichte von Frank Hohimer entstandene Film trägt auch den englischen Titel Violent Streets. Stilistisch wird der Film als Neo-Noir eingestuft, eine moderne Variante des klassischen Film noir.[1] Heat aus dem Jahre 1995, ebenfalls von Mann, hat viele Übereinstimmungen mit dem Film „Der Einzelgänger“.

TitelDer Einzelgänger
OriginaltitelThief
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Der Einzelgänger
Originaltitel Thief
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1981
Länge Director’s Cut:
124 (NTSC) Minuten
119 (PAL) Minuten
Kinoversion:
122 (NTSC) Minuten
117 (PAL) Minuten
Altersfreigabe
  • FSK 18 (uncut Director’s Cut), 16 (geschnitten)
Stab
Regie Michael Mann
Drehbuch Michael Mann
Produktion Jerry Bruckheimer
Ronnie Caan
Michael Mann
Musik Tangerine Dream
Craig Safan
Kamera Donald E. Thorin
Schnitt Dov Hoenig
Besetzung
Synchronisation
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Handlung

Frank, der viele Jahre im Gefängnis saß, ist ein professioneller Einbrecher und Tresorknacker. Spezialisiert ist er hierbei auf Juwelen. Die Planung macht er zusammen mit seinem Partner Barry. Zur Tarnung besitzt Frank einen Gebrauchtwagenhandel sowie eine Bar. Sein Traum ist es, eines Tages ein normales Leben zu führen und eine Familie zu gründen. Nur muss er noch einiges an Geld zusammenbekommen, um sich diesen Traum erfüllen zu können.

Er lernt die Kellnerin Jessie kennen und verliebt sich in sie. Nach einem langen Gespräch in einem Diner gelingt es Frank ihr klarzumachen, dass er es ernst mit ihr meint und eine Familie mit ihr haben will. Da Jessie aber keine Kinder haben kann und sie aufgrund von Franks Vorstrafen keine Kinder adoptieren können, scheint das Glück bereits ins Wanken zu kommen.

Nach seinem letzten Raubzug wurde das ganze Diebesgut von einer Gangsterfamilie bei einer missglückten Übergabe gestohlen und nun muss Frank versuchen, sein Geld wieder zu beschaffen. Erschwert wird dies durch die ermittelnden Beamten, welche auch hinter ihm her sind. Bei der Geldübergabe stellt sich ihm Leo, der Anführer der Gangster vor. Er bietet Frank an von nun an, gegen einen Anteil an für ihn zu arbeiten, was für Frank viele Vorteile und Sicherheiten mit sich bringen würde. Der zunächst noch nett und väterlich auftretende Leo verschafft Frank und Jessie sogar ein Baby vom Schwarzmarkt, welches sie David nennen, nach Franks kurz zuvor in Haft verstorbenen Mentor.

Frank und Barry, planen derweil einen großen Coup in Kalifornien, welchen Leo ihnen ausgesucht hat. Der Raub läuft reibungslos ab und es gelingt ihnen auch der Polizei zu entkommen.

Kurzzeitig scheint es so, als würde für Frank alles gut laufen.

Als Frank jedoch seinen Anteil am Überfall abholen will, muss er feststellen, dass dies nur ein kleiner Teil des versprochenen Geldes ist. Den Rest behält Leo ein und investiert ihn anderweitig, um Frank zu weiteren Coups zu nötigen. Frank verlangt sein restliches Geld und will aussteigen. Bei der geplanten Geldübergabe wird Barry von Leos Männern getötet. Leo lässt seine väterliche Maske fallen und macht Frank klar, dass er für ihn arbeiten wird so lange wie er es verlangt.

Frank wird klar, dass Jessie und sein Baby nicht in sein Leben passen. Er schickt Jesse zusammen mit dem Baby weg und macht ihnen klar, dass sie ihn nie wieder sehen sollen. Außerdem sprengt er sein Haus, seine Bar und sein Autohaus in die Luft. Schließlich fährt er bewaffnet zu Leos Haus, wo er Leo, und seine Männer erschießt. Dabei wird Frank von einer Kugel getroffen. Da er aber eine kugelsichere Weste trug, überlebt er unbeschadet und verschwindet in der Nacht in seine unsichere Zukunft.

Hintergründe

Michael Mann holte sich für sein Regiedebüt den Profidieb John Santucci und die beiden ehemaligen Polizisten Dennis Farina und Chuck Adamson als Berater in die Produktion. Alle drei erhielten jeweils eine Nebenrolle. Dabei wurden die Aufgaben von Santucci und Farina vertauscht, der Cop spielte einen Gangster und der Gangster einen Cop.

Auch der Schauspieler William Petersen, der später die Rolle des Will Graham in der ersten Verfilmung des Thomas Harris` Romans Roter Drache, unter dem Titel Manhunter – Roter Drache ebenfalls unter der Regie von Michael Mann übernahm, hat hier einen seiner ersten Leinwandauftritte als Mitarbeiter einer Bar.

Die Dreharbeiten begannen im März 1980 und fanden in Chicago, Illinois statt.

Johannes Schmoelling von der Band Tangerine Dream erläuterte 2001 zur Zusammenarbeit: „Michael Mann hat in ‚Thief‘ unsere Musik z. B. unglaublich laut eingesetzt, so dass ihn einige Kritiker gar für verrückt erklärt haben. Doch genau das war seine Intention. Gerade das sehr monotone Sequenzing, das mich bei unseren Konzerten manchmal nervte, funktioniert hier perfekt […] In ‚Thief‘ wollte er ganz einfach, dass die Musik maschinell, kalt und desolat klingt und somit dem Wesen der Hauptfigur entsprach.“[2]

Auch Manns nächsten Projekten war kein Erfolg beschert, bis er schließlich den Stoff des Filmes zu einer Krimiserie ausbaute, die als Miami Vice in aller Welt bekannt wurde.

Synchronisation

Weitere Informationen Darsteller, Rolle ...
Darsteller Rolle Sprecher
James Caan Frank Klaus Kindler
James Belushi Barry Hartmut Neugebauer
Tuesday Weld Jessie Dagmar Heller
Robert Prosky Leo Günther Strack
Tom Signorelli Attaglia Hartmut Becker
John Santucci Urizzi Horst Sachtleben
Nathan Davis Grossman Leo Bardischewski
Hal Frank Joe Gags Walther Reichelt
Thomas O. Erhart jr. Richter Ramsey Holger Hagen
Frederic Stone Verteidiger Arnim André
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Kritiken

Der Film bekam zwar einige gute Kritiken, kam aber beim Publikum nicht übermäßig an. An den Kinokassen war er kein großer Erfolg und Regisseur Michael Mann musste seine Karriere mit Low-Budget-Filmen fortsetzen.

“one of the most intelligent thrillers I’ve seen. […] It’s a thriller with plausible people in it. How rare”

„einer der intelligentesten Thriller, die ich kenne. […] Ein Thriller mit plausiblen Menschen darin. Wie rar.“

Roger Ebert[3]

“hard to imagine the film made any other way once you've seen the entire thing”

„schwer vorstellbar, dass der Film auch anders hätte verwirklicht werden können, kennt man ihn erst einmal.“

Walter Frith: rec.arts.movies.reviews[4]

„Während die FAZ Manns Film als ‚ästhetisch sehenswert‘ einstufte, meinte Die Zeit: ‚Der Einzelgänger wirkt wie eine Parodie des film noir, eine unfreiwillige allerdings‘.“

Jens Golombek: Das große Film-Lexikon. Alle Top-Filme von A–Z[5]

„Michael Manns Kino-Debüt ist ein perfekt inszenierter Kriminalfilm auf hohem Unterhaltungsniveau.“

Einzelnachweise

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