Der Feind meines Feindes ist mein Freund
altes Sprichwort
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Der Feind meines Feindes ist mein Freund (englisch The enemy of my enemy is my friend) ist ein altes Handlungs- und Verhaltensprinzip, das besagt, dass zwei Parteien gegen einen gemeinsamen Feind zusammenarbeiten können oder sollten. Die genaue Bedeutung der modernen Redewendung wurde zuerst im Lateinischen als „Amicus meus, inimicus inimici mei“ („mein Freund, der Feind meines Feindes“) ausgedrückt, was sich bis zum frühen 18. Jahrhundert in ganz Europa verbreitet hatte, während die erste urkundliche Verwendung der heutigen englischen Version aus dem Jahr 1884 stammt. Die deutsche Fassung verbreitete sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die erstmalige Verwendung des Prinzips soll laut dem Yale Book of Quotations auf Chanakya aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen, der es in seinem Werk Arthashastra im Rahmen von Militärstrategien verwendete.[1][2] Ausgeführt wird dort, dass Länder, die an das eigene Staatsgebiet grenzen, Feinde sind, Länder aber, die an diese Länder grenzen, als Freunde angesehen werden sollen.[3] Das Prinzip ist ebenfalls im arabischen Sprachraum bzw. orientalischen Raum bekannt, seine Herkunft wird teilweise auch dort verortet.[4][5]
Literatur
- Kautilya: Arthashastra. Das altindische Buch vom Welt- und Staatsleben. Band VII. Indien.
- Hans-Bernd Zöllner: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". Subhas Chandra Bose und das zeitgenössische Deutschland unter dem Nationalsozialismus 1933–1943. Lit Verlag, Münster; Hamburg; London 2000, ISBN 978-3-8258-4478-3 (57 S.).
- Frank Oesterheld: Der Feind meines Feindes ist mein Freund : zur Tätigkeit des Indian Independence Committee (IIC) während des Ersten Weltkrieges in Berlin / Frank Oesterheld. Magisterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Magister Artium im Fach Neuere I Neueste Geschichte. Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin 6. September 2004, DNB 1175677027 (124 S., zmo.de [PDF]).