Der Gertrudsvogel
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Gertrudsvogel ist ein norwegisches Volksmärchen (AaTh 751 + 751 A).[1][2]
Handlung

Christus und St. Petrus kommen zu einer Frau namens Gertrud, die eine rote Mütze trägt und gerade Brot bäckt. Christus bittet sie um ein Stück Brot, woraufhin sie sich sofort sich daran macht, ein Stück Teig auszukneten. Unerwartet füllt dieses jedoch schnell den gesamten Backtrog. Da Gertrud ein so großes Stück nicht hergeben will, nimmt sie ein kleineres Teigstück, das beim Auskneten aber ebenfalls unverhältnismäßig groß gerät. Auch ein dritter Versuch mit einem noch kleineren Teigstück führt zum gleichen Ergebnis. Schließlich verweigert sie Christus das Brot mit der Begründung, es werde stets zu groß. Daraufhin verwandelt Christus die Frau zur Strafe für ihre Hartherzigkeit in den Gertrudsvogel, der durch den Schornstein davonfliegt.[1]
Hintergrund
Neben dieser Variante von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Engebretsen Moe gibt es auch eine Version von Rikard Berge, in der das Brot immer größer wird, obwohl die Frau immer weniger Teig verwendet. Berge zeichnete diese Version in Telemark auf und veröffentlichte sie 1914 in seinem in Oslo erschienenen Werk Norwegische Volksmärchen auf Seite 85. Im Deutschen erhielt sie den Titel Der Gertrudenvogel.[2]
In Norwegen heißt der rothaubige Schwarzspecht Gertrudsvogel[3], der laut dem Märchen eine rote Haube hat, weil die Gertrud eine rote Mütze aufhatte, als sie Christus abwies und ansonsten schwarz ist, da sie nach ihrer Verwandlung durch dem Schornstein davonflog.[1]
Literatur
- Peter Christen Asbjørnsen, Jørgen Engebretsen Moe: Norwegische Volksmärchen. Berlin 1908, S. 5–6.[1]
- Reimund Kvideland, Hallfreður Örn Eiríksson (Hrsg.): Norwegische und Isländische Volksmärchen. Akademie-Verlag, Berlin 1988, S. 162–163, 303, Übersetzung von Karin Machnitzky.